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Verkehrspolitik Staaten investieren Milliarden in ihr Bahnsystem

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China invesiert weltweit am meisten in das Schiennetz

Schienennetz Asien (Klicken Sie bitte auf das Lupensymbol, um die Grafik zu vergrößern)

Wohl kein Land der Welt baut sein Netz für Hochgeschwindigkeitszüge mit so rasantem Tempo aus wie China. Trassen mit einer Gesamtlänge von 6000 Kilometern will das Riesenreich in den kommenden Jahren in Betrieb nehmen.

Kernstück des neuen Netzes sind vier Nord-Süd- sowie vier Ost-West-Verbindungen, darunter Strecken zwischen Peking im Norden und Guangzhou im Süden des Landes sowie zwischen Peking und Shanghai. Den Ausbau des Netzes lässt sich die Regierung insgesamt rund 300 Milliarden Dollar in den kommenden Jahren kosten. Allein die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Shanghai schlägt mit gut 20 Milliarden Dollar zu Buche.

Vom Transrapid haben sich die Verantwortlichen in der Regierung längst verabschiedet. Das mächtige Pekinger Eisenbahnministerium setzt schon seit Jahren voll auf die Rad-Schiene-Technik und propagiert Hochgeschwindigkeitszüge statt die Magnetschwebebahn. So dürfte die 30 Kilometer lange Verbindung in Shanghai wohl die einzige Transrapidstrecke in China bleiben.

Vom Ausbau des chinesischen Schienennetzes profitieren auch ausländische Konzerne wie Siemens oder Bombardier, die in China in Joint Ventures Züge für die Hochgeschwindigkeitstrassen fertigen. Bombardier etwa ergatterte gerade einen Auftrag für die Lieferung von 80 Zügen mit einem Auftragsvolumen von zwei Milliarden Dollar.

Doch auf lange Sicht dürften für die Konzerne tendenziell weniger Aufträge herausspringen. Denn beim Eisenbahnbau macht es China wie in allen anderen Schlüsselbranchen auch: Durch den Zwang zum Joint Venture sichern sich die chinesischen Partner die Technologie aus dem Ausland, irgendwann bauen sie die Züge selbst.

Das Ziel der Chinesen liegt nicht nur im Bau der Züge für den Eigenbedarf. Im Nachbarland Russland wittern Unternehmen weiter großes Geschäft. Russland baut das Schienennetz aus und kooperiert dabei mit China. Darauf einigten sich Staatsbahn und Verkehrsministerium in Russland mit der chinesischen Regierung Mitte Oktober. Der Export der Hochgeschwindigkeitszüge dürfte ebenfalls angestrebt werden. 

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