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Von Nullen und Einsen

Zwischen iPhone-Zubehör und Wäschetrockner

September, IFA-Zeit: Die traditionsreiche Unterhaltungselektronikmesse in der Hauptstadt gibt sich wie immer trendbewusst und versucht in diesem Jahr, auf die aktuellen App- und Streaming-Trends aufzuspringen. wiwo.de-Technik-Kolumnist Ben Schwan versucht sich an einer Einordnung - und der Beantwortung der Frage, ob man sich das wirklich wieder antun muss.

Model auf der IFA (Foto: Quelle: REUTERS

Die IFA gibt sich mal wieder hypermodern. Das beginnt schon bei der furchterregenden aktuellen Messewerbung und endet noch lange nicht mit der offiziellen App der Messegesellschaft, die in diesem Jahr sogar einigermaßen gelungen sein soll. Das soll beweisen: Die Internationale Funkausstellung hat's kapiert, sie bleibt im Trend, sie setzt Trends.

Nachdem die haupstädtische Großveranstaltung zwischenzeitlich ähnlich wie ihre Hannoveraner Schwester im Geiste, die CeBit, im Abschwung begriffen war, geht es in den letzten Jahren erstaunlicherweise wieder leicht bergauf. Ich selbst hatte nach der Entscheidung der Veranstaltungsleitung im Jahr 2005, die Messe auf einen 12-Monats-Takt umzubiegen, noch eher kritisch geguckt: Wie, wenn es schon alle zwei Jahre manchmal etwas gähnig wird, sollte das auf einmal jährlich funktionieren? Entsprechend gilt es nun, den Machern Respekt zu zollen: Ja, das geht.

Selbst Ford kommt in diesem Jahr

Die Sache hat allerdings einen Preis: Die IFA ist mittlerweile enorm kleinteilig geworden. Das sieht man schon an der Messeübersicht. Die Kategorien heißen "Home Entertainment", "Audio Entertainment", "My Media", "Public Media", "Communication", "Technology & Components", sowie - mein persönlicher geheimer Liebling - "Home Appliances". Um den Titel "Größte Unterhaltungselektronikmesse der Welt" zu verteidigen, hat die Messe Berlin ihr Angebot verbreitert. Selbst Kaffeemaschinen gibt es.

Beispiel iPhone- und iPod-Zubehör: Wer ein enorm großes Angebot an Hüllen, Zubehörteilen vom TV-Tuner bis zur Fotolinse oder eben auch einigen App-Produzenten sehen will, findet die mittlerweile in Berlin. Das ist schön, weil man sonst von diesen Kleinigkeiten höchstens im Web liest. (Apple selbst käme natürlich niemals, aber der Konzern nimmt grundsätzlich nicht mehr an Messen teil.) Will ich mich über neue Trockner informieren, geht es in Halle 2.1, wo Miele garantiert zeigen wird, dass die Geräte endlich online gehen müssen. Selbst Ford kommt in diesem Jahr, weil Autos sich ja auch massiv elektronisieren und vernetzen lassen.

Ur-Aussteller suchen das Weite

Leidlich ungemütlich ist dagegen, dass die Ur-Aussteller der IFA, mit denen viele von uns groß geworden sind (Live-Sendungen aus dem Sommergarten!), mittlerweile das Weite suchen. So hat sich das ZDF in diesem Jahr entschieden, ohne eigenen Stand zu bleiben, was gebührenzahlertechnisch lobenswert, doch irgendwie auch das Ende einer Ära ist. So ist die Funkausstellung quasi nur noch ARD-Terrain: Privatsender wie RTL machten - mit kurzen Ausnahmen - schon viel früher die Fliege.

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