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Zukunftsmacher Innovationen, die unser Leben verändern

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Landen auf Schienen

Frank Thielecke Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

In Hamburg entsteht das erste Passagierflugzeug mit Brennstoffzelle. Ziel ist, das Fliegen sauberer zu machen.

Das Gewirr aus Kabeln, Schläuchen, Messgeräten und Behältern erinnert an eine Chemieproduktion. In Wirklichkeit jedoch arbeiten Frank Thielecke, Leiter des Instituts für Flugzeug-Systemtechnik an der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg, und Airbus-Entwickler Hans-Jürgen Heinrich in ihren Laboratorien an der Zukunft des Fliegens.

Die beiden Forscher entwickeln das erste Passagierflugzeug, das seine Energie zu großen Teilen aus einer Brennstoffzelle bezieht. Die Zelle, die Wasserstoff und Sauerstoff in Wärme und Strom umwandelt, soll in den nächsten zehn Jahren das Hilfsaggregat ersetzen. Dieses Aggregat ist eine Art Generator, der die Triebwerke startet und in der Parkposition Energie für die Klimaanlage und die Elektronik an Bord liefert. Doch das Gerät verbrennt Kerosin und erzeugt Abgase, die Brennstoffzelle dagegen arbeitet lautlos. Ihr einziges Abfallprodukt ist sauberes Wasser. „Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines umweltverträglichen Luftverkehrs“, sagt Thielecke.

Luftfahrtstandort Hamburg noch ausbaufähig

Hamburg will diese Bewegung anführen. Und damit die Region schneller Innovationen präsentieren kann, die von den Unternehmen zügig auf den Markt gebracht werden, haben der Flugzeugbauer Airbus, der Flughafen Hamburg und Lufthansa Technik ihre Kräfte mit den örtlichen Hochschulen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Senat sowie rund 300 mittelständischen Luftfahrtunternehmen in einem Cluster gebündelt.

Hamburg soll seine Position als weltweit drittgrößter ziviler Luftfahrtstandort, nach Seattle und Toulouse noch ausbauen. Dazu investieren die Cluster-Partner und der Hamburger Senat fast 14 Millionen Euro in das neue Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung. Was Unternehmen brauchen und welchen Fragen Wissenschaftler nachgehen sollen, wird von nächstem Jahr an dort aufeinander abgestimmt. Die Brennstoffzelle für Flugzeuge soll dabei eine Schlüsselrolle einnehmen: Rund 50 Forscher und Ingenieure werden sich allein ihrer Entwicklung widmen.

Die Zusammenarbeit unter einem Dach ist für Andreas Richter der Schlüssel zu schnellen Innovationen. Der Mitarbeiter der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit koordiniert das Luftfahrtnetzwerk: „Das bisherige Nebeneinander war eine Verschwendung von Ressourcen.“

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