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Zukunftsmacher Innovationen, die unser Leben verändern

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Sonnige Zukunft

Bagdahn

Die effizienteste Solarzelle der Welt, entwickelt in Ostdeutschland, soll Solarstrom wettbewerbsfähig machen.

Die kriselnde Solarbranche blickt gerade jetzt auf Menschen wie Hubert Aulich. Der Vorsitzende des Spitzenforschungsverbunds Solarvalley Mitteldeutschland mit Sitz in Halle will Solarzellen mit neuester Spitzentechnologie preiswerter und vor allem effizienter machen: „Unser Ziel ist es, dass Solarstrom billiger wird als der Strom aus der Steckdose “, verkündet Aulich.

Fachleute sprechen von sogenannter Netzparität, wenn die selbst erzeugte Sonnenenergie genauso viel kostet wie der Strom vom örtlichen Elektrizitätswerk. Ist dieser Zustand erreicht, so die Erwartung der Hersteller, verkaufen sich ihre Fotovoltaikanlagen quasi von allein, weil sich die Anschaffung über kurz oder lang selbst finanziert. „Dann explodiert der Markt“, sagt Aulich. Und das Image vom teuren, hoch subventionierten Solarstrom würde verblassen.

Drei Faktoren beeinflussen die Netzparität

Wann die Parität erreicht wird, hängt jedoch von drei Faktoren ab: erstens von der Preisentwicklung von Haushaltsstrom. Der ist nach einer Übersicht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft trotz Rezession in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich um 7,2 Prozent teurer geworden.

Zweiter Faktor sind die Produktionskosten für Fotovoltaiksysteme. Und drittens beeinflusst die Entwicklung des Wirkungsgrads der Anlagen das Erreichen der Netzparität: Je effektiver Solarzellen das Sonnenlicht in Strom umwandeln, desto wirtschaftlicher wird ihre Anwendung.

Der ostdeutsche Solar-Verbund will Sonnenstrom bis spätestens 2013 wettbewerbsfähig machen. Dafür haben sich drei Forschungsinstitute, drei Anlagenhersteller und vier Zellenproduzenten zusammengetan, darunter Q-Cells, Schott Solar und die Bosch-Tochter Ersol. Sie investieren mehr als 26 Millionen Euro in das Projekt, das ihnen einen Vorsprung vor der harten Konkurrenz bringen soll. Unternehmen aus China, Südkorea und den USA stecken ebenfalls viel Geld in die Optimierung von Solaranlagen. Für Aulich ist klar: „Wer die effizientesten Zellen baut, beherrscht den Markt.“

Effiziente Solarzellen aus Mitteldeutschland

Und die sollen aus Mitteldeutschland kommen. Dafür arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft in der Region eng zusammen: Hans-Joachim Krokoszinski, Forschungschef bei Ersol in Erfurt, und Jörg Bagdahn, Leiter des Fraunhofer-Zentrums für Silizium-Fotovoltaik in Halle, etwa entwickeln eine neue Generation ultradünner Wafer. Das sind Scheiben aus hochreinem kristallinen Silizium, aus denen in mehreren Bearbeitungsschritten die Solarzellen entstehen. Die Waferdicke soll von den heute üblichen 180 auf 80 Mikrometer schrumpfen. Dann wären die Scheiben etwa so dünn wie ein menschliches Haar. Und die Produzenten würden viel teures Silizium sparen, das rund 60 Prozent der Herstellungskosten der Zellen ausmacht.

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