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Zukunftsmacher Innovationen, die unser Leben verändern

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Doch bis die neuen Wafer auf den Markt kommen, müssen die Forscher noch einige Probleme lösen: Je dünner die Wafer werden, desto leichter verbiegen und brechen sie. Neue Beschichtungstechniken und weniger Bearbeitungsschritte sollen das vermeiden.

Um zugleich die Stromausbeute zu erhöhen, wollen die Entwickler sämtliche elektrischen Kontakte auf die Rückseite der Zelle verbannen. Die Vorderseite kann das einfallende Licht dann auf der gesamten Fläche in Solarstrom umwandeln. In Verbindung mit einer verbesserten Zellstruktur soll dann der Wirkungsgrad von heute rund 17 auf mehr als 20 Prozent steigen.

Die beteiligten Unternehmen wissen, dass sie dem Preisdruck der Billiganbieter aus Fernost nur mit überlegener Technik standhalten können. „Über die Kosten haben wir keine Chance“, sagt Forscher Bagdahn. Trotz der momentanen Einbrüche bei Umsätzen und Gewinnen, hervorgerufen durch Überkapazitäten, Preisverfall und schwache Nachfrage, sparen sie deshalb nicht bei der Entwicklung der Hocheffizienz-Zellen. Die ersten Exemplare, die nahe an die 20 Prozent Leistung rücken, könnten schon in den nächsten zwei Jahren herauskommen, hofft Bagdahn.

Realistisches Szenario

Die Krise hat das Bündnis noch gestärkt. „Wenn jeder für sich marschiert, dauert die Entwicklung zu lange“, sagt Krokoszinski. „Wir brauchen mindestens ein Jahr Vorsprung.“ Doch bei aller Kooperation und bei allen gemeinsamen Zielen: Die Unternehmen Q-Cells, Schott Solar, Ersol und Sunways bleiben stets auch Konkurrenten: „Wir erarbeiten nur die technischen Grundlagen gemeinsam“, erläutert Krokoszinski. „Auf dieser Basis versucht dann jeder für sich, die beste Solarzelle zu bauen.“

Schon heute weisen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die höchste Dichte an Fotovoltaikunternehmen in Europa auf. Sie beschäftigen rund 8.500 Menschen und fertigen knapp 90 Prozent aller in Deutschland hergestellten Solarzellen.

Die neue Superzelle soll den nächsten großen Schub bringen. Das Ziel sind 60.000 weitere Arbeitsplätze bis zum Jahr 2020 und ein jährliches Branchenwachstum von 30 Prozent. Eine Studie der Bostoner Marktforscher von Lux Research lässt das Szenario als realistisch erscheinen. Danach verdoppeln sich die weltweiten Umsätze der Solarbranche bis 2013 gegenüber dem vergangenen Jahr auf 55,3 Milliarden Euro.

Aulich stimmen die Perspektiven optimistisch: „Wenn mit der Netzparität der Big Bang kommt, sind wir ganz vorne dabei.“ 

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