WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Teuerung Prognose bestätigt: August-Inflation liegt bei fast vier Prozent

Der Preisschub ist unter anderem auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Quelle: dpa

Die Inflation ist im August auf den höchsten Wert seit Dezember 1993 gestiegen. Volkswirte erwarten in den nächsten Monaten einen noch höheren Preisdruck.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Die Inflation in Deutschland ist wegen steigender Benzin- und Nahrungsmittelpreise so stark wie seit fast 28 Jahren nicht mehr. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im August um durchschnittlich 3,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung bestätigte. „Eine höhere Inflationsrate gab es zuletzt im Dezember 1993 mit plus 4,3 Prozent“, hieß es. Im Juli hatte sie noch bei 3,8 Prozent gelegen.

Ein großer Preistreiber war einmal mehr Energie. Sie kostete 12,6 Prozent mehr als im August 2020. Merklich teurer wurden Heizöl (57,3 Prozent) und Kraftstoffe (26,7 Prozent). Auch für Erdgas (4,9 Prozent) und Strom (1,7 Prozent) wurde mehr verlangt.

Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 4,6 Prozent an. Gemüse verteuerte sich dabei um 9,0 Prozent, Molkereiprodukte und Eier um 5,0 Prozent. Auch Gebrauchsgüter wie Fahrzeuge (5,5 Prozent) oder Möbel und Leuchten (4,0 Prozent) kosteten deutlich mehr.

In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate Richtung vier bis fünf Prozent anziehen und erst 2022 wieder merklich nachgeben, schätzen Experten. Ein Grund dafür ist ein sogenannter Basiseffekt, der auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 zurückzuführen ist.

„Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze und der Preisverfall der Mineralölprodukte in 2020 wirken sich im Vorjahresvergleich noch bis zum Jahresende 2021 erhöhend auf die Gesamtteuerung aus“, sagte Christoph-Martin Mai vom Statistikamt. Hinzu kommt noch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe.

Das interessiert WiWo-Leser heute besonders


 Was heute wichtig ist, lesen Sie hier


Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte 2020 im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent gesenkt, was viele Waren und Dienstleistungen günstiger machte. Jetzt kehrt sich dieser Effekt um.

Mehr zum Thema: Die EZB muss ihr Niedrigzinsversprechen überdenken, sagt der Chef der Österreichischen Nationalbank. Und: Mit dem nahenden Ende der Pandemie sollten auch die Notfall-Anleihekäufe eingestellt werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%