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Tool der Woche: Sparbriefe Welche Banken den Bund abhängen

Bei Anleihen mit langen Laufzeiten steigen die Zinsen wieder ein wenig. Konservative Anleger sollten trotzdem abwägen, ob sie auf deutsche Bundesanleihen setzen. Welchen Sparbriefe der Banken bessere Zinsen als der Fiskus bieten.

Das Zinstief verleidet vielen Sparern den Vermögensaufbau. Werbemaßnahmen sollen die Kunden überzeugen. Quelle: dpa

FrankfurtDie Turbulenzen an den Bond-Märkten sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Seit April sind die Renditen von Bundesanleihen in der Spitze um fast einen Prozentpunkt angestiegen. In der Folge brachen die Kurse ein: Bei Bunds mit zehnjähriger Laufzeit um bis zu  sieben Prozent, bei dreißigjährigen sogar um bis zu 20 Prozent.

„Es war ein Bärenmarkt“, sagt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei Axa Investment Managers. „Am Aktienmarkt würde ein Kurssturz um 20 Prozent einen Bärenmarkt darstellen – und genau das ist es, was die Inhaber lang laufender Staatsanleihen gerade erleiden mussten.“ Angesichts möglicher Schnäppchenpreise werden Investoren hellhörig. Ab einer Rendite von einem Prozent wären deutsche Staatspapiere wieder interessant, erklärte der für Kapitalanlagen beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock zuständige Manager Rick Rieder.

Wenn langfristige Zinsen wieder klettern, dann erwachen auch die deutschen Kleinsparer. Eine Auswertung der FMH Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt: In den beiden Monaten April bis Ende Mai senkten 25 von 85 Instituten ihre Zinsen für Sparbriefe der Banken. Ähnlich wie bei Bundesanleihen oder Pfandbriefen legen Sparer bei diesen Finanzprodukten einen festen Betrag für einige Jahre fest an. In der Regel werden die Zinsen jährlich ausgeschüttet. Es gibt aber auch thesaurierende Papiere, die Zinserträge direkt wieder anlegen.

Mit dem neuerlichen Zinsschwund – in der Spitze fallen die Sätze um einen halben Prozentpunkt – dürften die wenigsten Sparer wohl nicht mehr gerechnet haben. Obwohl in den vergangenen fünf Jahren die Zinsen relativ konstant nachgegeben haben. Bei fünfjährigen Sparbriefen fiel die Rendite in dem Zeitraum laut FMH von drei auf 0,75 Prozent. Aber jetzt gibt es Hoffnung. „Wir haben den Boden erreicht“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. „In Zukunft dürften die Zinsen auch für langfristige Geldanlagen wieder leicht steigen“.

Tatsächlich zeigt der Blick auf die Zinstableaus, dass jeder siebte Anbieter den Satz nach oben korrigiert. In der Spitze steigen die Sätze um 0,2 Prozentpunkte. „Das haben wir lange nicht mehr erlebt“, sagt Herbst. Die besten Anbieter mit deutscher Einlagensicherung offerieren bei dreijährigen Sparbriefen derzeit 1,5 Prozent, bei Sparbriefen mit fünfjähriger Laufzeit 1,8 Prozent und bei zehnjähriger Laufzeit 2,15 Prozent pro Jahr.


Tabelle: Die besten Zinsen für drei verschiedenen Laufzeiten

Sparer sollten die Banken genau unter die Lupe nehmen. Ausländische Preisbrecher wie die FiBank, die bis zu 2,75 Prozent bieten, sind etwas differenzierter zu genießen. Bei einem Ausfall des Instituts würde der bulgarische Einlagensicherungsfonds für Summen bis zu 190.000 bulgarische Lew einspringen, was einer Summe von aktuell 97.000 Euro entspricht. Immerhin :Die Bankenkrise im Sommer vergangenen Jahres hat das Institut  überstanden.

Sparer sollten immer bedenken, dass bei wirklich großen Summen Erträge anfallen, die oberhalb der Freibeträge von 801 Euro für Singles und 1602 Euro für Ehepaare liegen. Dann wird eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer von acht bis neun Prozent fällig.

Weiteres Manko: Sparbriefe sind unflexibel. Sparer haben keinen Anspruch darauf, ihren Vertrag vorzeitig zu kündigen. Man kann Sie bei vorzeitigem Bedarf lediglich als Sicherheit für ein Darlehen anbieten. Die Kreditzinsen übersteigen die Guthabenzinsen dann aber bei weitem.

Anbieter (Laufzeit: drei Jahre)

Zins in %

Zinsdifferenz


April/Juni in %

Erweiterte gesetzliche Einlagensicherung über Bankenverbünde

Ziraat Bank1,50
pbbdirekt1,50
Akbank1,40
abcbank1,35+0,1
CreditPlus Bank1,30-0,1
Bank111,25
ISBANK1,25
Oyak Anker Bank1,20
BKM Bausparkasse Mainz1,11
Mercedes-Benz Bank1,10

Nur gesetzliche Einlagensicherung

Fibank2,25-0,35
Sberbank Direct2,20
J&T BANKA2,20
VTB Direktbank2,10
Banca Sistema1,95

Anbieter (Laufzeit: fünf Jahre)

Zins in %

Zinsdifferenz


April/Juni in %

Erweiterte gesetzliche Einlagensicherung über Bankenverbünde

Ziraat Bank1,90
Akbank1,80
pbbdirekt1,75-0,25
CreditPlus Bank1,55-0,1
Oyak Anker Bank1,50
IKB Deutsche Industriebank1,50+0,1
ISBANK1,45
Mercedes-Benz Bank1,40
Cronbank1,40
Hanseatic Bank1,40-0,1

Nur gesetzliche Einlagensicherung

Fibank2,75-0,25
J&T BANKA2,40
Banca Sistema2,20
VTB Direktbank2,10
DenizBank1,95-0,05

Anbieter (Laufzeit: zehn Jahre)

Zins in %

Zinsdifferenz


April/Juni in %

Erweiterte gesetzliche Einlagensicherung über Bankenverbünde

IKB Deutsche Industriebank2,15+0,05
pbbdirekt2,10-0,4
Cronbank2,05
Oyak Anker Bank2,00
BKM Bausparkasse Mainz1,76
VON ESSEN Bank1,50-0,25
Degussa Bank1,20-0,2
BMW Bank 1,00-0,4
Debeka Bausparkasse1,00
Sparkasse Langen-Seligenstadt1,00

Nur gesetzliche Einlagensicherung

J&T BANKA2,60
Banca Sistema2,50
DenizBank2,20-0,05
NIBC Direct2,15-0,1
VTB Direktbank2,10

Stand: 1. Juni 2015. Quelle: FMH-Finanzberatung.

(http://www.fmh.de/sparbrief)

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