Top-CEO verdienen wieder wie vor der großen Krise 2008 Gigantischer Zahltag für die Titanen der Wall Street

Die Weltwirtschaftskrise haben die Top-Banker der Wall Street für sich persönlich abgehakt. Sie verdienen wieder mehr als vor dem Crash 2008.

Citibank-Chef Michael Corbat, links, hier in Davos auf dem WEF, hat gut Lachen. Mit einem Gehaltsplus von 48 Prozent führt er die Riege der Gewinner unter den Top-Bankern der Wall Street an. 23 Millionen Dollar Gesamtvergütung sind zugleich sein höchster Jahresbetrag, seit er 2012 die Leitung der Bank übernommen hat. Quelle: AP

San FranciscoSo viel Geld hat es zusammengenommen für die Super-Banker der Wall Street seit 2006 nicht mehr gegeben. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise 2008 haben die fünf Chefs der Top-Banken mit Investmentbanking und signifikanten Handelsaktivitäten damit für sich persönlich endgültig hinter sich gelassen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Wall Street Journal auf Basis von Börsen-Pflichtmitteilungen zusammengetragen hat.
Citigroup-Chef Michael Corbat war der prozentuale Spitzenreiter mit Plus 48 Prozent auf 23 Millionen Dollar. Die Zahlen gab Citi am Freitag bekannt. Spitzenverdiener ist aber weiter JPMorgan-Chef Jamie Dimon. Sein Jahrespaket beläuft sich auf 29,5 Millionen Dollar. Dimons Gehaltsplus von 5,4 Prozent fällt dagegen schon fast bescheiden aus.
Morgan-Stanley-Chef James Gorman ging 2017 mit 27 Millionen Dollar nach Hause, ein Zuwachs von 20 Prozent. Die Bank of America machte für Brian Moynihan 23 Millionen Dollar locker - ein Plus von 15 Prozent. Selbst die Vergütung von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein spiegelt nicht den Gewinneinbruch der Bank wider. Er kassierte neun Prozent mehr und freut sich über 22 Millionen Dollar. Blankfein sorgte am Mittwoch für hochgezogene Augenbrauen als er in einem Interview sagte, die US-Wirtschaft wäre jetzt sicher nicht in so guter Verfassung, wenn Hillary Clinton, die er unterstützt hatte, die Wahl gewonnen hätte.

2017 war laut Wall Street Journal damit das fünfte Jahr in Folge, in dem das Führungsquintett an Wall Street steigende Privateinkommen verbuchen konnte.
Wie in vielen US-Unternehmen setzt sich das Vergütungspaket aus mehreren Teilen zusammen, neben dem Basisgehalt gibt es einen Bonus in bar und Aktien, die erst in mehreren Jahren zur Auszahlung kommen und nur mit einem Anstieg der Aktienkurse steigen.

Blankfein etwa bekommt lediglich zwei Millionen Dollar pro Jahr als Basisgehalt, der Rest ist, zumindest theoretisch, bis zum Schluss ungewiss. Seinen größten Erfolg feierte Blankfein 2007, gerade noch bevor die Weltwirtschaft krachend in sich zusammenfiel und viele Finanzinstitute durch die Steuerzahler gerettet werden mussten. Sein Kompensationspaket erreichte damals an der Wall Street nie wieder erreichte 68 Millionen Dollar.

Mit Spannung werden die Zahlen für die Skandalbank Wells Fargo erwartet, die im kommenden Monat bekannt werden dürften. CEO Timothy Sloan hatte für 2016 eine Gehaltserhöhung um 17 Prozent erhalten. Gleichzeitig musste er sich im Nachgang des Skandals um systematischen Betrug bei Konteneröffnungen in gigantischem Ausmaß zusammen mit sieben anderen Managern 2017 ihre Boni für 2016 streichen lassen. Die ihnen zugesagten Zuweisungen an Aktienoptionen wurden halbiert. Der nach massivem Druck in den Ruhestand getretene vorherige Vorstandschef John Stumpf hat zuvor nach massivem Druck auf Aktienoptionen in Höhe von 41 Millionen Dollar verzichtet.
Vor wenigen Wochen hatte die scheidende Fed-Chefin Janet Yellen noch einmal für Furore gesorgt, als sie für Wells Fargo ein absolutes bilanzielles Wachstumsstopp verhängte. Das ist in der Geschichte der Bankenwelt einmalig. Erst wenn die Bank ihre Systeme soweit neu organisiert habe, dass Vorgänge wie die Eröffnung von 2 Millionen Scheinkonten zu Lasten der Kunden unmöglich seien, dürfe die Bank wieder wachsen.
Dafür zu sorgen, das war eigentlich die einzige Aufgabe, die Sloan 2017 hatte lösen müssen. Wird er dafür geradestehen müssen?

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