WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

„Truth Social“ Eine Milliarde für Donald Trumps Traum vom eigenen Social Network

Das Twitter-Konto des ehemaligen US-Präsidenten ist seit fast einem Jahr gesperrt. Quelle: AP

Ex-US-Präsident Donald Trump treibt seine Pläne für einen eigenen Kurznachrichtendienst voran. Eine Gruppe von institutionellen Anlegern will offenbar eine Milliarde Dollar beisteuern.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat für den Aufbau seines eigenen sozialen Netzwerks „Truth Social“ nach Angaben der Betreiberfirma eine Milliarde Dollar Kapital von Investoren zugesagt bekommen. Das Geld komme von einer breit gefächerten Gruppe institutioneller Anleger, hieß es am Samstag in einer Mitteilung der Trump Media & Technology Group (TMTG), ohne dass Namen genannt wurden.

Trump kündigte erstmals im Oktober den Plan an, mit der sogenannten Blankoscheck-Firma zu fusionieren, die ihm helfen würde, wieder eine Social-Media-Präsenz zu erlangen, nachdem er infolge des Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2020 von den Plattformen Twitter Inc. und Facebook Inc. ausgeschlossen worden war. Das neue Unternehmen wird im ersten Quartal 2022 in Betrieb gehen und plant die Gründung eines Social-Media-Unternehmens namens Truth Social.

„Eine Milliarde Dollar sendet eine wichtige Botschaft an Big Tech, dass Zensur und politische Diskriminierung aufhören müssen“, erklärte Trump in der Pressemitteilung. „Amerika ist bereit für TRUTH Social, eine Plattform, die nicht auf Grundlage politischer Ideologie diskriminieren wird.“ Trump ist Vorsitzender von TMTG, das durch eine Fusion mit der Digital World Acquisition Corp. an die Börse gehen will. Wird die neue Firma ein Erfolg, bekommt Trump Millionen an Prämienaktien, die auf dem Papier Milliarden Dollar wert sein könnten.

Bloomberg-Kolumnist Matt Levine sagte diese Woche, dass Trumps Unternehmen keine Updates zu seinen Finanzen, Operationen und Plänen bereitgestellt habe und dass der Deal mit Digital World noch abgeschlossen oder Proxy-Erklärungen eingereicht werden müssen. Levine sagte, Trump werde „sein Geld bekommen“, weil „Einzelanleger und politische Verbündete von Trump 44 US-Dollar für das Recht zahlen werden, Trump 10 US-Dollar zu geben“.

Dennoch haben einige Investoren bereits von dem geplanten Deal profitiert: Hedgefonds-Manager Bruce Kallins hatte gerade den besten Monat seiner drei Jahrzehnte währenden Karriere, nachdem sein ereignisgesteuerter Fonds Yakira Partners im Oktober rund 12 Prozent zugelegt hatte – weitaus besser als seine Konkurrenten. Der Fonds erhielt nach der Ankündigung mit Trumps Unternehmen einen großen Schub durch seine Beteiligung an Digital World. Yakira war der beste Performer unter 67 ereignisgesteuerten Fonds, die vom Branchenforschungsunternehmen BarclayHedge erfasst wurden. Die Renditen des Fonds waren doppelt so hoch wie die des nächstbesten Performers in der Kategorie, sagte Sol Waksman, Präsident von BarclayHedge.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Digital World teilte mit, es wolle zusätzlich zu der einen Milliarde Dollar selbst noch bis zu 293 Millionen Dollar investieren. Durch das Kapital könne TMTG sein Geschäftsmodell schneller und effizienter realisieren und Spitzenpersonal anstellen, sagte Digital-World-Vorstandschef Patrick Orlando.

    Mehr zum Thema: US-Präsident Joe Biden war angetreten, den Fluch der Ära Trump auszulöschen. Doch nach gut einem Jahr im Amt wird immer deutlicher: In der US-Handelspolitik macht der Demokrat fast genauso weiter. Wie viel Trump steckt in Biden?

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%