TV-Duell Schulz will Merkel nicht persönlich angreifen

Nach Kanzlerkandidat Schulz haben persönliche Attacken beim kommenden TV-Duell nichts zu suchen. So will der SPD-Kandidat lieber durch Inhalte überzeugen. Spitzen gegen die Union werden dennoch ausgeteilt.

Der Kanzlerkandidat der SPD will beim TV-Duell mit Inhalten überzeugen. Quelle: dpa

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will beim TV-Duell mit Inhalten überzeugen und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht frontal angehen. „Ich habe nicht die Absicht, Frau Merkel persönlich zu attackieren“, sagte der SPD-Vorsitzende in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich respektiere Frau Merkel sehr. Wir kennen uns gut und haben häufig erfolgreich auf europäischer Ebene zusammengearbeitet.“ Die CDU-Vorsitzende habe jedoch keinen Plan. „Die CDU hat ein Konzept, das heißt Angela Merkel. Das muss euch genügen. Und wir haben ein Konzept für die Zukunft der nächsten Generation in diesem Land.“

Das TV-Duell wird an diesem Sonntag ab 20:15 Uhr zeitgleich von den Sendern ARD, ZDF, Sat.1 und RTL übertragen. Es werden 15 bis 20 Millionen Zuschauer erwartet.

Eine Neuauflage der großen Koalition hält Schulz für unwahrscheinlich. „Ich habe den Eindruck, die Union will diese große Koalition nicht fortsetzen. Ich glaube, wir auch nicht.“ Sein Ziel sei es, die jetzt amtierende Bundesregierung abzulösen und Kanzler zu werden. In Umfragen liegt die SPD zwischen 22 und 24 Prozent, CDU und CSU zwischen 37 und 40 Prozent.

Zuletzt hatte der SPD-Chef Merkel in Interviews vorgeworfen, sie sei abgehoben. Der Kanzlerkandidat wählt dafür gerne den Vergleich, die Regierungschefin schwebe wie in einer „Air Force One“ (die Maschine des US-Präsidenten) über den Wolken, bekomme nicht mit, was die Menschen im Alltag bewege. Kann Schulz Merkel beim TV-Duell bei einigen Themen zur Notlandung, zum Realitätscheck zwingen?

„Zur Notlandung nicht“, sagte Schulz. „Aber für das Duell muss die „Air Force One“ ja landen, dann muss die Frau Merkel auch aussteigen. Dann ist sie auf der Erde, und dann muss sie sich zu den virulenten Fragen der Bürger (...) äußern“, sagte er. Die Wähler hätten Antworten bei sozialer Gerechtigkeit, Bildung, Rente, Investitionen und zur Zukunft Europas verdient.

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