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TV-Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 legt angeblich Verkauf von Online-Tochter Flaconi auf Eis

Der Verkauf des Kosmetikhändlers stockt laut einem Bericht. Interessiert sollen unter anderem Zalando, Douglas und Sephora gewesen sein.

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Die Analysten von JP Morgan hatten die Tochter Flaconi mit rund einer Milliarde Euro bewertet. Quelle: dpa

Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 legt einem Bericht zufolge den Verkauf seiner Online-Kosmetik-Tochter Flaconi vorerst auf Eis. Die Gespräche mit Interessenten seien ins Stocken geraten, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. An anderer Stelle hieß es sogar, der Verkaufsprozess sei ergebnislos beendet worden. ProSieben lehnte einen Kommentar dazu ab.

Im Februar hieß es noch unter Insidern, Gespräche seien im frühen Stadium und ein Bieterverfahren gestartet. Interessiert seien demnach unter anderem der Online-Modehändler Zalando, die Parfümeriekette Douglas sowie die zum französischen Luxusgüterkonzern LVMH gehörende Kosmetikkette Sephora. Douglas sei inzwischen nicht mehr interessiert, hieß es nun in der Branche.

Die Analysten von JP Morgan hatten Flaconi mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

Flaconi-Umsatz stieg 2020 um 48 Prozent

Sollte der Flaconi-Verkauf scheitern, wäre dies für Pro Sieben Sat 1 ein Dämpfer. Das Unternehmen betont zwar, man habe keinen Druck, die Kosmetik-Tochter abzugeben. Doch zum propagierten Kerngeschäft Fernsehen und Dating gehört Flaconi nicht.

Pro Sieben prüft nach Worten von Konzernchef Rainer Beaujean derzeit bei allen Beteiligungen genau, ob man für den nächsten Wachstumsschritt noch der beste Eigentümer sei. Zur Zukunft von Flaconi sagte er Anfang März, bei einer weiteren Internationalisierung gebe es viel Wachstumspotenzial.

Auf lange Sicht sei das Unternehmen für Pro Sieben Sat 1 wohl nicht mehr „das beste Asset“. Der Flaconi-Umsatz stieg 2020 um 48 Prozent und profitierte dabei vom Corona-Lockdown. Diese Entwicklung dürfte sich Anfang 2021 fortgesetzt haben.

Der Online-Shop ist derzeit in Deutschland, Österreich und Polen im Netz. Branchenkenner gehen davon aus, dass jetzt eigentlich als nächster Wachstumsschritt eine Expansion in andere Auslandsmärkte ansteht.

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