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Übernahmespekulationen Goldman Sachs soll Commerzbank beraten

Das deutsche Geldhaus will sich gegen die jüngsten Übernahmeavancen wehren und hat dafür laut einem Medienbericht zwei andere Banken als Berater engagiert. Die Diskussion kommt für die Commerzbank zur Unzeit.

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Ein Logo der Commerzbank liegt auf Kreditkarten der Unicredit: Die italienische Großbank hat Interesse signalisiert, das deutsche Geldhaus zu kaufen. Quelle: Reuters

Frankfurt Die Commerzbank hat einem Insider zufolge nach den jüngsten Übernahmeavancen die US-Investmentbank Goldman Sachs engagiert. Goldman Sachs solle bei Abwehrmaßnahmen gegen eine mögliche Übernahme beraten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Goldman Sachs und die Commerzbank lehnten eine Stellungnahme ab.

Der „Financial Times“ zufolge, die zuerst darüber berichtete, hat die Commerzbank auch die Investmentbank Rothschild als Berater angeheuert. Unter anderem die italienische Großbank Unicredit und die französischen Großbanken BNP Paribas und Credit Agricole werden als mögliche Interessenten für die Commerzbank gehandelt.

Der Bund, der gut 15 Prozent an dem Geldhaus besitzt, hat wiederholt erklärt, er habe keine Eile beim Verkauf des Staatsanteils. Damit ein Ausstieg finanziell für den Bund nicht zum Verlustgeschäft wird, müsste der Aktienkurs um mehr als die Hälfte steigen.

Bis es zu großen, grenzüberschreitenden Bankfusionen kommt, wie sie EZB-Chefaufseherin Daniele Nouy vorschweben, dürfte es dagegen noch einige Zeit dauern. Viele Finanzmanager und Bankenaufseher sind der Ansicht, dass es derartige Deals nicht vor 2019 geben wird. Denn fast alle Großbanken in der Euro-Zone sind derzeit noch gut damit beschäftigt, intern ihre Hausaufgaben zu erledigen.

Die Übernahme-Diskussion kommt für die Commerzbank zur Unzeit, denn das Institut befindet sich mitten im Umbau. Der neue Vorstandschef Martin Zielke hat im Herbst 2016 im Rahmen seiner Strategie „Commerzbank 4.0“ den Abbau von 9600 Vollzeitstellen angekündigt. Über die Details verhandelt die Bank aktuell mit den Arbeitnehmern. Das Geldhaus will sich künftig ganz auf das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden konzentrieren. Zudem will Zielke das Institut zu einem „digitalen Technologieunternehmen“ entwickeln und bis 2020 rund 80 Prozent der Geschäftsprozesse digitalisieren.

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