Ukraine-Krieg Importpreise erhöhen sich um 26,3 Prozent zum Vorjahresmonat

Einer der Hauptgründe für den Preisdruck ist der Energiesektor. Die Energiepreise in Deutschland haben allerdings bereits vor Ausbruch des Ukrainekrieges kräftig zugelegt.

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Im Energiesektor waren die Einfuhren um fast 130 Prozent teurer als im Februar 2021. Quelle: Reuters

Die stark steigen Energiekosten haben die deutschen Importe auch im Februar fast so kräftig verteuert wie im Rekordmonat Januar. Die Einfuhrpreise erhöhten sich um 26,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im Januar hatten die Preise um 26,9 Prozent zugelegt und damit so stark wie seit Oktober 1974 zur Zeit der ersten Ölpreiskrise nicht mehr.

Da sich die Ergebnisse nicht auf einen Stichtag beziehen, sondern den gesamten Monat umfassen, haben sich die aktuellen Preisentwicklungen wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine ab dem 24. Februar noch nicht deutlich auf das Februar-Ergebnis ausgewirkt, wie die Behörde erklärte. „Die Unsicherheiten im Außenhandel, insbesondere bei Energie, haben die Preisentwicklung jedoch bereits vor dem Angriff beeinflusst.“

Die Energiepreise in Deutschland haben dabei bereits vor Ausbruch des Ukrainekrieges kräftig zugelegt. „Die Unsicherheiten auf den Energiemärkten und die angespannte Versorgungslage mit Erdgas vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben zu hohen Energiepreissteigerungen beigetragen“, analysierte das Statistische Bundesamt. Die aktuellen Preisentwicklungen seit Kriegsbeginn sind in den am Dienstag veröffentlichten Zahlen noch nicht enthalten.

Einer der Hauptgründe für den Preisdruck ist der Energiesektor. Hier waren die Einfuhren um fast 130 Prozent teurer als im Februar 2021. Der hohe Anstieg geht besonders auf stark gestiegene Preise für Erdgas zurück.

Diese lagen dreieinhalbmal so hoch wie im Vorjahr (+256,5 Prozent), sanken aber zum Vormonat um 8,5 Prozent. Deutlich teurer als vor einem Jahr waren auch Erdöl und Mineralerzeugnisse mit je rund 70 Prozent. Elektrischer Strom war 155,3 Prozent teurer als vor Jahresfrist, aber rund ein Viertel billiger als im Januar.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 190,9 Prozent über dem Vorjahr und stiegen auch zum Vormonat mit knapp 15 Prozent. Klammert man Energie aus, waren die Importpreise im Februar nur um 14,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Im Inland erzeugte Energie kostete im Februar gut zwei Drittel mehr als im Vorjahr, wie die Statistiker mitteilten. Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe 22,5 Prozent mehr zahlen als vor Jahresfrist.

Wegen des Kriegs in der Ukraine erwarten Fachleute eine stark steigende Inflation in Deutschland. Das Ifo rechnet für 2022 - abhängig vom Verlauf des Kriegs und damit von der Entwicklung von Rohstoffpreisen - mit 5,1 bis 6,1 Prozent Inflation für 2022 statt der im Dezember erwarteten 3,3 Prozent.

Mehr: IMK-Studie – Energie-Embargo hätte Konjunktureinbruch zur Folge

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