Ukraine-Krise EZB warnt Banken laut Insiderinformationen vor russischen Hackern

Mit simulierten Cyberangriffen testen Banken ihre Abwehrbereitschaft. Russland weist Vorwürfe zurück, etwas mit Hackerangriffen weltweit zu tun zu haben.

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Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen verschärft sich. Das zwingt auch die Banken zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Quelle: dpa

Die Europäische Zentralbank bereitet Insidern zufolge europäische Geldinstitute wegen der Ukraine-Krise auf ein wachsendes Risiko von Cyberangriffen aus Russland vor. Die Zentralbank habe die Finanzhäuser nach ihren Vorkehrungen gegen Hackerattacken befragt, sagte eine der mit den Vorgängen vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Banken würden Cyberangriffe simulieren, um ihre Abwehrbereitschaft zu testen. Mit den wachsenden Spannungen zwischen der Moskauer Regierung und dem Westen habe sich der Fokus der EZB im Kampf gegen Internet-Sicherheitslücken speziell auf Hacker aus Russland verlagert. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab. Russland weist Vorwürfe zurück, etwas mit Hackerangriffen weltweit zu tun zu haben.

An der Grenze zur Ukraine hat Russland inzwischen mehr als 100.000 Soldaten stationiert, verwehrt sich aber gegen die Anschuldigung des Westens, eine Invasion vorzubereiten. Während sich mehrere Nato-Länder, darunter Deutschland, um eine diplomatische Lösung der Krise bemühen, wird Russland im Fall eines Einmarschs in die ehemalige Sowjetrepublik mit Wirtschaftssanktionen gedroht. Dazu gehört auch ein Ausschluss des Landes aus dem internationalen Banken-Zahlungssystem Swift.

Die USA beschuldigen Russland, Drahtzieher verschiedener Cyberangriffe in den vergangenen Jahren gewesen zu sein. Bei solchen Attacken wurde schon vor Jahren die Infrastruktur in der Ukraine teilweise lahmgelegt.

Auch Bafin-Chef Branson warnt vor den Konsequenzen der geopolischen Konflikte

Vergangenes Jahr waren unter anderem US-Regierungsstellen Ziel von Angriffen, auch das dänische Finanzsystem war laut der dortigen Zentralbank betroffen. Der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Mark Branson, betonte erst kürzlich, Cyber-Kriegsführung sei mit geopolitischen Entwicklungen verknüpft.

Die jüngsten Warnungen der EZB spiegeln die Besorgnis wider, die auch in anderen Teilen der Welt herrscht. So erhielten New Yorker Banken jüngst von den zuständigen Behörden die Meldung, dass bei einer russischen Invasion in der Ukraine und dadurch ausgelösten Sanktionen gegen Russland mit Vergeltungsschlägen in Form von Hackerangriffen zu rechnen sei.

Das britische Zentrum für Internetsicherheit forderte große Organisationen auf, angesichts der wachsenden Spannungen in der Ukraine-Krise ihre Cyber-Abwehrfähigkeit zu stärken.

Mehr: Wie Putin den Westen herausfordert - und warum er damit Erfolg haben könnte

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