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Umfrage unter Anlegern Mehr Investoren rechnen mit Euro-Austritt eines Landes

Durch die schwierige politische Lage in Italien rechnen wieder mehr Anleger mit dem Ausscheiden eines Landes aus der Euro-Zone.

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Dreizehn Prozent der befragten Investoren rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit dem Austritt eines Landes aus der Währungsunion. Quelle: dpa

Berlin Angesichts der schwierigen Regierungsbildung in Italien und der Aussicht auf ein eurokritisches Bündnis von Lega und 5-Sterne-Bewegung rechnen mehr Anleger mit einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. 13,0 Prozent erwarten für die kommenden zwölf Monate das Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Währungsunion, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Investmentberatung Sentix unter 5000 Investoren.

Das ist der höchste Wert seit mehr als einem Jahr. „Vorbei ist es also mit der mühsam erreichten Ruhe in der Euro-Zone“, sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. Seinen bisherigen Höchststand erreichte der Index während der Griechenland-Krise Mitte 2012 mit 73 Prozent.

Dass die Stabilisierungsbemühungen der vergangenen Jahre nicht gänzlich umsonst gewesen seien, zeige ein Blick auf den Ansteckungs-Risiko-Index. Dieser fiel von gut 43 auf 34,3 Prozent. „Diese überraschend positive Indikation liegt daran, dass die Austrittswahrscheinlichkeit anderer Länder bislang durch die italienischen Kapriolen so gut wie nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde“, erklärte Hübner.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat den Wirtschaftsexperten Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt und setzt auf Neuwahlen. Am Sonntagabend hatte Giuseppe Conte, der eine Koalition von rechtsextremer Lega und der populistischen 5-Sterne-Bewegung führen sollte, wegen Mattarellas Veto gegen einen Euro-Skeptiker als Wirtschaftsminister seinen Regierungsauftrag zurückgegeben.

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