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Umfrage unter Ökonomen Europäische Zentralbank dürfte 2019 neue Kredite für Banken anbieten

Ökonomen zufolge wird die EZB im kommenden Jahr neue langfristige Kredite für Banken anbieten. Mit Zinserhöhungen dürfte sie dagegen umso vorsichtiger sein.

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„Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Zinsen straffen wollen. Und während neue Langfristkredite in erster Linie eine Finanzierungsklippe angehen, könnten sie sich als willkommener Anreiz erweisen, wenn sich die Konjunktur verschlechtert“, sagt ALan McQuaid, Chefökonom bei Cantor Fitzgerald in Dublin. Quelle: dpa

Düsseldorf Ökonomen erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im nächsten Jahr neue langfristige Kredite für Banken anbieten wird. Das ergab eine Umfrage. Sie soll zudem vorsichtig mit Zinserhöhungen bleiben, um den zunehmend fragilen Aufschwung der Region zu stützen.

Fast drei Viertel der Befragten erwarten bis März eine Ankündigung der EZB von besagten langfristigen Krediten. Solche Finanzierungen werden in der Regel drei Monate nach ihrer Ankündigung in die Tat umgesetzt.

Eine Erhöhung des Einlagensatzes wird weiter für September erwartet. Die Ökonomen haben ihre Schätzung, wann der Satz Null erreichen wird, weiter in die Zukunft geschoben. Der EZB-Rat könnte nach der nächsten geldpolitischen Sitzung am 13. Dezember einige Hinweise auf seine Pläne geben.

„Die geopolitischen Risiken sind enorm, und es gibt bereits Anzeichen dafür, dass sich die Weltwirtschaft verlangsamt“, sagte Alan McQuaid, Chefökonom bei Cantor Fitzgerald in Dublin. „Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Zinsen straffen wollen. Und während neue Langfristkredite in erster Linie eine Finanzierungsklippe angehen, könnten sie sich als willkommener Anreiz erweisen, wenn sich die Konjunktur verschlechtert.“

Bestehende Kredite mit einer Laufzeit von vier Jahren werden nicht vor Juni 2020 auslaufen. Aber die Banken werden ab Mitte nächsten Jahres nach Finanzmitteln suchen, um die Kapitalvorschriften zu erfüllen. Die meisten Ökonomen prognostizieren bis zu drei Runden. EZB-Chefökonom Peter Praet sagte, es sei verfrüht, jetzt eine Entscheidung zu treffen.

In der Euroraum-Wirtschaft hat sich die Dynamik im Sommer merklich abgeschwächt, und es gibt nur spärliche Anzeichen für einen lang erwarteten Aufschwung. Daten vom Freitag zeigten einen überraschenden Rückgang der deutschen Industrieproduktion. Indes hat das Lohnwachstum in dem Land im dritten Quartal zugenommen und die Produktion in Frankreich ist gestiegen.

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