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Union Investment Fondsmanagerin Annecke lobt die neue Strategie der Deutschen Bank

Die Fondsmanagerin von Union Investment begrüßt die Richtung, die die Deutsche Bank einschlägt. Ihr fehlen aber noch wichtige Details.

Quelle: Pressefoto Union Investment

FrankfurtDie genossenschaftliche Fondsgesellschaft Union Investment gehört zu den großen Investoren in Deutschland und ist auch bei der Deutschen Bank engagiert. Alexandra Annecke lobt in ihrem ersten Interview als Fondsmanagerin die Richtung, die der neue Vorstandschef Christian Sewing skizziert hat – fordert aber konkretere Angaben zum Umbau der Bank.

Frau Annecke, wie beurteilen Sie die Zahlen zum Jahresstart der Deutschen Bank?
Sie sind schlechter ausgefallen als die Analysten im Durchschnitt vermutet haben – auch, weil die Investmentbank wieder schlecht abgeschnitten hat, auch in Relation zu ihren Wettbewerbern.

Gerade in der Investmentbank hat der neue Vorstandschef Christian Sewing Einschnitte angekündigt. Waren seine Pläne überzeugend?
Herr Sewing ist erst seit knapp drei Wochen im Amt und stand unter Druck, dem Markt zu signalisieren, dass ein „Weiter so“ keine Option ist. Die Richtung stimmt auf jeden Fall: Die Bank will sich stärker auf ihre europäische Kundschaft konzentrieren. Allerdings sind die Angaben heute noch nicht detailliert genug gewesen. Aus Kapitalmarktsicht stellt sich sogar die Frage, ob die heute präsentierten Kürzungen ausreichen, oder ob letztlich noch mehr Felder gestutzt werden müssen.

Sind Sie nicht beruhigt, dass die Bank mehr auf stabile Erträge setzt?
Das ist zu begrüßen. Mindestens genauso wichtig wie die relativen Verschiebungen bei den Erträgen sind aber auch andere Fragen, die gar nicht beantwortet wurden. Etwa, was durch diesen Strategieschwenk mit der Bilanz geschieht, also wie viel Kapital dadurch freigesetzt wird, oder wie es sich auf die Verschuldungsquote auswirkt.

Was hat Ihnen bei den Angaben zur Strategie gefehlt?
Ich hätte mehr Zahlen und Details dazu benötigt, wie viele Erträge die Bank durch den Rückzug aus bestimmten Geschäften verliert, wie viele Kosten sie dadurch einspart. Wichtig wäre auch eine Indikation, welche negativen Nebeneffekte der Rückzug aus einem Bereich auf andere Geschäftsbereiche haben kann.

Was sagen Sie zum Kostenziel? Es wurde für 2018 nicht angetastet, obwohl es nun zu Einschnitten kommt, die eigentlich zu niedrigeren Kosten führen sollten.
Es ist gut, dass Herr Sewing das Kostenziel bestätigt hat. Noch wichtiger ist mir aber, wie die strategische Richtung aussieht und wie genau die Bank ihr Investmentbanking auf ein nachhaltiges Niveau schrumpft. Das kann ein langwieriger und teurer Prozess sein. Letztlich steht die Aussage zu den Kosten im luftleeren Raum, solange die Details zur Strategie noch fehlen. Schließlich kann es sein, dass diese Anpassung noch einmal zu höheren Kosten führt.

Geht das Verständnis so weit, dass Sie auch eine Kapitalerhöhung für vertretbar hielten?
Wir hoffen nicht, dass es zu einer weiteren Kapitalerhöhung kommt, aber man kann das auch nicht ausschließen. Zwingende Voraussetzung dafür wäre, dass die Bank klare Zahlen und Pläne vorlegen kann, was genau sie reduziert, was das unter dem Strich kostet und wie die Gesamtbank mit dem neuen Zuschnitt nachhaltig profitabel sein kann.
Die Bank könnte natürlich auch weitere Anteile an der Fondsgesellschaft DWS verkaufen.
Das würde aber das Ziel unterlaufen, die Bedeutung der stabilen Ertragsquellen zu steigern.

Frau Annecke, herzlichen Dank für das Gespräch.

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