Unregelmäßigkeiten in Unternehmen Was Mitarbeiter melden müssen und was nicht

Eine Patentlösung für die Offenlegung von Missständen im Unternehmen gibt es nicht. Allerdings können sich Mitarbeiter an ein paar einfachen Grundsätzen orientieren, die der Europäische Gerichtshof entwickelt hat.

Der Europäische Gerichtshof hat einen Leitfaden für „Whistleblower“ erstellt. Quelle: ap

Einen stets gangbaren Königsweg gibt es für die Betroffenen nicht. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden. Mitarbeiter können sich allerdings an ein paar einfachen Grundsätzen orientieren, die der Europäische Gerichtshof entwickelt hat. „Zunächst muss ein öffentliches Interesse an der Offenlegung der Missstände bestehen“, sagt Christoph Abeln, Inhaber der gleichnamigen Berliner und Frankfurter Kanzlei mit Spezialgebiet Arbeitsrecht. Dieses gäbe es beispielsweise, wenn in einem Pflegeheim, die Bewohner nicht ordentlich versorgt werden.

Jedem Mitarbeiter steht nämlich auch in seinem Job sein Recht auf Meinungsfreiheit zu – zumindest soweit, wie es keine berechtigen Interessen des Arbeitgebers zuwiderläuft. Da Missstände stets schlechte Publicity nach sich ziehen, können sich Unternehmen nicht einfach darauf berufen, dass ihr Ruf in Mitleidenschaft gezogen würde. „Das Recht eines Betriebes, seinen Ruf und seine Geschäftsinteressen zu schützen, muss bei erheblichen Unregelmäßigkeiten zurücktreten“, sagt Abeln.

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