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60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, wie wir es lieben

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Butterbrot

B wie Butterbrot Quelle: AP

In den Achtzigerjahren mag es neben dem Fladenbrot ein wenig in Vergessenheit geraten sein. Doch dem Butterbrot, gerne auch belegt, kann keine Speise in Deutschland das Mehl reichen. Je nach Landstrich auch als Stulle oder Knifte bekannt, ist es zuverlässige Wegzehrung. Und ob als Pumpernickel, Vollkorn-, Dinkel-, reines Roggen- oder als Weizenmischbrot, frisch vom Bäcker, genau das, wonach sich jeder Deutsche spätestens nach dem Urlaub in der weiten Welt sehnt. 300 Sorten Brot gibt es hier – so viel wie sonst nirgends. Und weder Baguette noch Ciabatta oder Croissant können verhindern: Das Butterbrot hat allen Krisen und Trends getrotzt und ist als das anerkannt, was es ist: eine ehrliche Sache.

Graf, Steffi

G wie Graf, Steffi Quelle: rtr

Das erste deutsche Fräuleinwunder lag gut drei Jahrzehnte zurück, da schickte sich ein blondes Mädchen mit langen Beinen Anfang der Achtzigerjahre an, es fortzusetzen – auf dem Tennisplatz. Gewann 1984, mit 15 Jahren, das Olympische Schauturnier als jüngste Teilnehmerin. Und war am Ende ihrer Karriere 377 Wochen die beste Spielerin der Welt – mit 22 Grand-Slam-Titeln und knapp 22 Millionen Dollar Preisgeld. Die Waffen der Gräfin, wie wir sie gerne nannten: Knallharte Vorhand, tolle Kondition, unbändiger Siegeswille, gnadenlose Disziplin. Wertarbeit made in Germany, frei von Schnickschnack. Glamourfaktor: nahe null. Selbstdarstellung war ihr unangenehm, Affären überließ sie anderen – die mit der Steuerbehörde ihrem Vater. Die in der Besenkammer Boris Becker. Graf war, was die Deutschen an sich selbst so schätzen und gleichzeitig verwünschen: ein Abziehbild deutscher Tugenden – das Butterbrot unter den Tennisprofis.

Das kleine Lexikon des Konsenses

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