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Abhör-Skandal Rupert Murdoch muss aussagen

Ab 15.30 Uhr steht Rupert Murdoch vor einem Parlamentsausschuss und muss sich dazu äußern, wie viel er über die Skandale bei der "News of the World“ gewusst hat. Auch sein Sohn James und seine Topmanager müssen aussagen.

Die Geschäftsfelder von News Corporation

Über Rupert Murdoch schwappt gerade eine Well der Häme hinweg: Hacker verbreiteten auf der Homepage der Zeitung Sun, er habe Selbstmord begangen, die internationalen Medien freuen sich über den Abstieg des Mannes, „dem die Welt gehört“. Um halb vier muss der Medienmogul dem Parlament Rede uind Antwort stehen: Was wusste er über die Abhör- und Bestechungsskandale der mittlerweile eingestampften Zeitung "News of the World“? Auch sein Sohn und die Top-Manager des 80-Jährigen müssen aussagen.

Dass Überraschendes bei der Anhörung zutage treten könnte, halten Beobachter für sehr unwahrscheinlich. Murdoch und seine Mannschaft dürften genauestens gebrieft worden sein, wie viel sie gefahrlos aussagen können.

Auch der Kronprinz muss vor den Ausschuss

In wie weit Murdochs Sohn James in den Skandal verwickelt ist, soll die heutige Anhörung zeigen. Er ist Vorstandschef und Aufsichtsratsvorsitzender bei der britischen Senderkette BSkyB, an der sein Vater fast 40 Prozent der Anteile hält. Die Aktionäre diskutieren bereits James Murdochs Ablösung.

Wie viel Murdoch wusste, ist erst einmal spekulativ. In den internationalen Medien wird ihm jedoch vorgeworfen, dass er nicht nur 37 Prozent des britischen Zeitungsmarktes, sondern auch die Politik in Großbritannien kontrollierte. Die stetige Ausweitung seiner Macht ist durch den Abhörskandal jedenfalls erstmal gestoppt.

Rücktrittsforderungen gegen David Cameron

Richtig brenzlig ist die ganze Affäre für den britischen Premierminister David Cameron. Ihm droht der Rücktritt. Cameron hatte den ehemaligen Chefredakteur der News of the World, Andy Coulson, nach Bekanntwerden der Affäre zum Regierungssprecher gemacht. Bereits 2007 hat Coulson seinen Posten als Chefredakteur abgegeben, als der Skandal ruchbar wurde. Dass die Murdoch-Managerin und Vorgängerin Coulsons, Rebekah Brooks, zu einer Feier bei Cameron eingeladen war, wirft ebenfalls kein gutes Licht auf ihn. Brooks ging nach ihrer Zeit bei der News of the World zur Sun, die ebenfalls Murdoch gehört. Anschließend wechselte leitete sie die News International Holding, unter deren Dach alle britischen Murdoch-Zeitungen stehen. Brooks war wegen des Abhörskandals bereits festgenommen worden und steht heute Nachmittag ebenfalls vor dem Ausschuss.

Rupert Murdoch Quelle: laif/rea

Fast 30 Mal sollen sich die beiden während Camerons Amtszeit getroffen haben. Dafür hagelt es Kritik auch aus seiner eigenen Partei. Cameron unterbricht deshalb für die Anhörung eine Südafrika-Reise und kehrt heute Nachmittag nach England zurück. Auch der Scotland-Yard-Chef Paul Stephenson stolperte über die News of the World-Affäre. Er hatte den stellvertretenden Chefredakteur Neil Wallis als Medienberater eingestellt. Beamte von Scotland Yard sollen außerdem Geld von Journalisten angenommen haben und ihnen bei der Ortung von Personen geholfen haben. Stephenson hat sein Amt deshalb abgegeben.

Jahrelang Telefone angezapft

Die Redakteure der Zeitung haben jahrelang Prominente und Opfer von Verbrechen illegal abgehört. Coulson soll nicht nur davon gewusst, er selbst soll auch einen Polizisten bestochen haben. Am 8. Juli wurde er deshalb vorübergehend festgenommen. Der News of the World-Journalist Sean Hoare beschuldigte Coulson außerdem, dass er seine Reporter auch zum Anzapfen der Telefone angestachelt habe.

Wie glaubwürdig die in einem Interview getroffene Aussage ist, lässt sich nur schwer rekonstruieren. Hoare galt als alkoholabhängig. Er kann jedoch leider nicht mehr aussagen, er wurde am Montag tot in seiner Wohnung gefunden. Ein Verbrechen schloss die Polizei aus.

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