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Adidas-Chef Hainer "Wir wachsen schneller als die Wettbewerber"

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Dazu müssten Sie aber auch wieder in China zulegen, wo Adidas 2010 über eine Milliarde Euro Umsatz erreichen wollte, tatsächlich aber geschrumpft ist.

Ja, stimmt, wir wären dort gern schon weiter. Aber die Weltwirtschaftskrise direkt im Anschluss an die Olympischen Spiele 2008 in Peking hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hatten damals zu viel Ware im Markt und sind mit unseren Läden zu schnell gewachsen.

Was haben Sie geändert?

In China gibt es keine Handelslandschaft wie in Deutschland mit Kaufhäusern und Sportgeschäften. Deshalb arbeiten wir hier mit mittlerweile 6000 Franchisepartnern. Und bei denen achten wir heute stärker als früher auf Professionalität. Unter dem Strich machen wir zwar weniger Geschäfte auf als noch vor zwei Jahren. Dafür steigt aber unser Umsatz auf vergleichbarer Fläche. Insofern war 2010 für uns in China nur eine kleine Delle: Wir werden nun eben 2011 dort erstmals mehr als eine Milliarde Euro umsetzen.

Damit liegen Sie aber auch in diesem nach den USA zweitgrößten Sportmarkt der Welt hinter Ihrem Konkurrenten Nike.

Ja, aber wir wachsen viel schneller als unsere Wettbewerber und haben die Marke Li Ning, die von Olympia im eigenen Land profitieren konnte, beim Marktanteil wieder von Platz zwei verdrängt.

Nicht nur die Adidas-Gruppe, auch Ihre Wettbewerber Puma und Nike wollen bis 2015 sehr stark beim Umsatz wachsen. Gehen alle diese Pläne auf, legen die drei größten Sportkonzerne der Welt zusammen um 13,5 Milliarden Euro zu. Wo soll denn das ganze Geld herkommen?

Sport bekommt in der Gesellschaft eine immer größere Bedeutung. Dabei geht es nicht mehr nur um Spiel, Spaß und Fernsehgucken – Sportförderung ist längst auch eine Frage des Gesundheitswesens. Mittlerweile leiden selbst in China immer mehr Kinder an Fettleibigkeit. Deshalb könnte es dort in Zukunft staatliche Programme geben, die dafür sorgen, dass sich die Menschen mehr bewegen. Das wird unserer Industrie helfen. Hinzu kommt, dass unsere Marken immer tiefer in den Modemarkt hineinragen. Und der ist mit weltweit 125 Milliarden Euro Volumen doppelt so groß wie der reine Sportartikelmarkt. Können wir uns davon noch einige Prozentpunkte mehr sichern als bisher, bringt uns das zusätzlichen Schub.

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