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Adidas-Chef Hainer "Wir wachsen schneller als die Wettbewerber"

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Adidas-Aktie Quelle: Thomson Reuters

Die modischen Adidas-Ableger wie Originals bringen es bereits auf mehr als zwei Milliarden Euro Jahresumsatz, 2010 haben Sie in der Sparte die Marke Adidas Neo eingeführt. Warum ist die in Europa bisher kaum zu finden?

Adidas Neo ist unser Fashion-Konzept mit trendlastiger Mode. Damit sprechen wir vor allem Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren an, die sonst auch gern bei H&M und Zara shoppen. Bislang sind wir mit Neo vor allem in Schwellenländern wie China, Russland und Indien vertreten und haben vergangenes Jahr praktisch aus dem Stand einen Umsatz von 400 Millionen Euro erreicht. Davon kann manche originäre Modemarke nur träumen.

Wann startet Neo auch in Westeuropa?

Neo wird hier jetzt sichtbarer werden. Wir sind bereits in ausgewählten Fachgeschäften vertreten und eröffnen allein in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten zehn eigene Testgeschäfte für Adidas Neo, um zu sehen, wie das Thema funktioniert und ob die Shirts und Schuhe auch hierzulande von den Konsumenten so gut angenommen werden.

In welche Städte gehen Sie?

Wir wollen in den zehn größten Städten starten, also in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und weiteren. Wir verhandeln gerade die Verträge. Das größte Wachstum für Neo erwarten wir aber weiter in den Schwellenländern.

Ihr lange Zeit schwächelnder Milliardenzukauf Reebok setzt seit 2010 wieder mehr Geld um, etwa dank des Fitnessschuhs EasyTone, der angeblich schon beim Gehen die Muskeln strafft. Investieren Sie nun auch in Läden für Reebok?

Wir wollen mit Reebok 2011 deutlich wachsen, nachdem wir 2010 den Turn-around definitiv geschafft haben. Reebok-eigene Läden betreiben wir allerdings bislang nur in Ländern ohne eigene Einzelhandels-Infrastruktur. Das klappt sehr gut, in Russland etwa ist Reebok die Nummer zwei im Markt hinter Adidas, in Indien schon fast traditionell sogar Marktführer. Wo es genug Sportgeschäfte gibt, wie in Deutschland oder England, brauchen wir keine eigenen Reebok-Läden.

Vom EasyTone wollte Reebok 2010 zehn Millionen Paar verkaufen. Dann hat US-Konkurrent Skechers massiv die Preise für seine Modelle gesenkt. Sie auch?

Nein, und wir werden uns hüten, das zu tun. Es hat uns viel Zeit und Arbeit gekostet, Reebok wieder als eine wertige Marke zu positionieren, für die wir höhere Preise verlangen können. Das machen wir nicht durch Rabattaktionen zunichte. Tatsächlich wollten wir weltweit 2010 zehn Millionen Paar EasyTone verkaufen – das ist uns auch gelungen. Allerdings haben wir sie noch nicht komplett in die Läden ausgeliefert, weil im zweiten Halbjahr 2010 der Wettbewerber mit furchtbaren Preisverrissen versucht hat, seine hohen Lagerbestände abzubauen. Das Spielchen machen wir nicht mit und stehen deshalb derzeit auf der Bremse, um die Preise nicht kaputt zu machen.

Der EasyTone wird bei der Fitness-Sportart Toning getragen, einem Marktsegment, das der Branche in absehbarer Zeit Umsätze in Milliardenhöhe bescheren sollte. Haken Sie das jetzt ab?

Hainer: Nein, alle Experten gehen davon aus, dass der Markt für Toning bestehen bleibt und Pi mal Daumen bei einer Milliarde Euro Umsatz weltweit landen wird. Allerdings kann keiner sagen, wie lange das braucht, denn die Kategorie existiert ja erst seit 18 Monaten. Bei den Konsumenten kommt unser EasyTone jedenfalls nach wie vor sehr gut an, das sehen wir auch an der hohen Zahl von Kunden in unseren eigenen Läden in den USA, die sich erneut für das Modell entscheiden.

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