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Adidas-Chef Hainer "Wir wachsen schneller als die Wettbewerber"

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Zur Vorsicht setzt Reebok aber lieber auch auf die neue Sportart CrossFit, mit der die Marke eine Marketing-Partnerschaft abgeschlossen hat?

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Reebok ist für uns die globale Fitness- und Trainingsmarke, und eines der weltweit am stärksten wachsenden neuen Sportsegmente ist CrossFit. CrossFit ist derzeit die ultimative Fitnessbewegung in Amerika und anderen Ländern. Weltweit betreiben schon eine Million Menschen in 48 Ländern diesen Sport, bei dem sie nicht allein vor sich hinrackern, sondern bei dem es sehr stark um Gemeinschaft geht.

Ist das nicht dieser Sport für Paramilitärs?

Ach was, CrossFit ist ein kurzes, sehr intensives Trainingsprogramm für jedermann, zum Teil mit Hanteln, zum Teil mit eigens dafür entwickelten Geräten wie der „Kettlebell“, das ist eine Art Kanonenkugel mit Griff, die man mit beiden Händen heben und bewegen muss. Das sind alltägliche Bewegungen, die in hoher Intensität durchgeführt werden. Erich Stamminger...

...Ihr Adidas-Vorstandskollege...

...ist ein großer Fan von CrossFit, und er versucht mich auch ständig zu überreden, da mitzumachen. Es gibt immer wieder neue Übungen, die im Internet vorgestellt werden. In San Francisco hat das schon fast Kultcharakter: Da treffen sich CrossFit-Fans bei Sonnenaufgang unter der Golden-Gate-Brücke, um zusammen die neuesten Programme auszuprobieren.

Und was hat Reebok davon?

Reebok arbeitet mit den Gründern von CrossFit zusammen, ist Sponsor der CrossFit-Games Ende Juli in Los Angeles und will das Thema auch in Europa großmachen. Auch in Deutschland machen jetzt die ersten CrossFit-Studios auf, etwa in Nürnberg. Für Reebok steckt da ein großes Potenzial drin, das uns dem Ziel näherbringt, bis 2015 mit unserer zweitgrößten Marke drei Milliarden Euro Umsatz zu erzielen.

Vergleichbaren Schwung wird Ihnen die Fußball-WM der Frauen eher nicht bringen – auf einer Skala von eins bis zehn: Wie hoch ist denn für Adidas der Stellenwert dieses Wettbewerbs im Vergleich zum Turnier der Männern?

Es ist unfair, Frauen- und Männer-Fußball miteinander zu vergleichen. Natürlich wird Fußball noch immer vor allem als Männersport wahrgenommen. Andererseits sehen wir weltweit den Frauen-Fußball in der Offensive. Seit der WM 2006 steigen bei uns die Umsätze mit Frauen-Fußballprodukten.

Welche Umsatzrelevanz hat die Frauen-WM für Adidas? Bei den Männern beschert Ihnen die WM stets Wachstum und half, den Adidas-Fußballumsatz auf zuletzt 1,5 Milliarden Euro zu hieven.

Wir haben noch nie so viele Frauen-Trikots verkauft wie in diesem Jahr. Man kann die Zahl zwar nicht mit den 6,5 Millionen Trikots vergleichen, die wir 2010 bei den Männern verkaufen konnten. Aber die Frauen tragen ihren Teil dazu bei, dass wir 2011 wohl in etwa den gleichen Fußballumsatz erzielen werden wie 2010.

Sind weibliche Fußballer auch so verrückt wie Männer beim Kauf ihrer Kickerschuhe? Das teuerste Paar, das Adidas im Programm hat, kostet stolze 349,95 Euro...

Haben wir wirklich so teure Schuhe im Angebot? Okay, die werden ihr Geld sicher wert sein. Im Ernst: Die Spitzenspielerinnen erwarten heute ein genauso hohes Qualitätsniveau wie die Männer – die wollen auch in den besten Schuhen spielen. Das gilt auch in der Breite: Frauen, die im Verein kicken, geben heute genauso viel Geld für ihre Fußballschuhe aus wie ihre männlichen Kollegen.

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