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Air-Berlin-Chef Hunold "Welche Probleme?"

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Grafik: Kennzahlen von Air Berlin im Vergleich

Klingt als sei Air Berlin vom Pech verfolgt. In diesem Jahr belastet Sie die Luftverkehrsabgabe – auch wieder stärker als andere?

Das klingt, als würden wir jammern. Aber es ist nun mal eine Wettbewerbsverzerrung. Weil Umsteigeverkehr und Fracht ausgenommen wurden, fällt die Luftverkehrsabgabe für unseren deutschen Wettbewerber – gemessen am Umsatz – um mehr als die Hälfte niedriger aus als bei uns. Aber wir sind vorbereitet: Wir konzentrieren uns auf die Strecken, die höhere Erträge bringen und die für unsere Drehkreuze oder unsere Partner in der Oneworld wichtig sind.

Wann verdienen Sie wieder richtig Geld?

Wenn unsere Mitgliedschaft in Oneworld wirkt, spätestens 2012. Vorausgesetzt, dass sich die Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechtern.

Das klingt als würde die Allianz alle Probleme von Air Berlin auf einen Schlag lösen.

Welche Probleme meinen Sie?

Zum Beispiel Sie selbst. Man sagt Ihnen nach, Sie entscheiden jede Kleinigkeit selbst und bremsen das Unternehmen.

Am besten fragen Sie mal unsere Mitarbeiter.

Haben wir. Und gehört, mithilfe Ihres Laptops und Ihrer zwei Blackberrys seien Sie quasi überall präsent.

Natürlich kümmere ich mich mit meiner Führungsmannschaft um vieles, auch mithilfe moderner Kommunikationsmittel, und steuere damit das Unternehmen. Dies ist meine Kernaufgabe als CEO. Aber ich will mich gar nicht bei allem ins Tagesgeschäft einzumischen.

Trotzdem läuft in der gegenwärtigen Unternehmensstruktur doch alles auf Sie zu.

Wir haben eine gut funktionierende Unternehmensführung. Zugleich müssen wir dabei beachten, dass wir nicht die Unternehmenskultur der Air Berlin mit ihrer Flexibilität und den schnellen Entscheidungen total umkrempeln. Die ist schließlich eines unserer Erfolgsgeheimnisse.

Von außen wirkt das anders. Sie haben 2009 Christoph Debus vom Charterflieger Condor geholt. Der galt lange als Ihr Nachfolger. Jetzt haben Sie einen großen Teil seiner Zuständigkeiten wie den Vertrieb wieder an sich gerissen.

Alles, was mit Vorstandsangelegenheiten zu tun hat, ist Sache des Aufsichtsrats. Mit dem Beschluss zum Beitritt in die Oneworldallianz im vorigen Jahr sind unsere Herausforderungen überproportional gewachsen, sodass wir die Aufgaben neu verteilen mussten.

Sie suchen ein neues Vorstandsmitglied. Warum zieht sich das so lange hin?

Die zuständigen Gremien führen bereits die ersten Gespräche. Wir können nicht den Erstbesten nehmen, sondern jemanden, der hoch qualifiziert ist und zu uns passt.

Suchen Sie nur in Deutschland?

Air Berlin ist ein internationales Unternehmen. Alle unsere Manager müssen deshalb international agieren können.

Wird der neue Vorstand auch ein potenzieller Nachfolger von Ihnen?

Das entscheide nicht ich, sondern der Aufsichtsrat. Ich gehe meiner Arbeit mit Freude nach.

Es war zu lesen, die Aktionäre hätten den früheren Aufsichtsratschef Johannes Zurnieden durch den ehemaligen Metro-Chef Hans-Joachim Körber ersetzt, damit der Sie mehr an die Kandare nimmt.

Das habe ich auch gelesen. Zutreffend war dies allerdings nicht. Herr Zurnieden hatte dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er zum Jahresende 2010 sein Amt niederlegen wird. Sie sehen, unsere Corporate Governance funktioniert.

Als weiteres Problem gilt Ihr Langstreckengeschäft. Laut Insidern verdient Air Berlin nur auf den touristischen Strecken wie in die Karibik oder nach Thailand Geld, aber nicht mit den Städtezielen wie etwa in den USA.

Das hat sich mit dem Aufbau unseres Netzes und unseres Drehkreuzes geändert und wird sich durch die Kooperation mit American Airlines weiter verbessern. Wir fliegen mit New York und Miami in zwei von deren Drehkreuzen. Und ab Mai zusätzlich von Berlin nach New York.

Delta Air Lines und der Lufthansa-Partner Continental fliegen die Strecke auch. Ist da noch Platz für Sie?

Sonst würden wir es nicht machen. Wir haben als Einzige hier in Berlin ein Drehkreuz und füllen damit unsere Maschinen – nicht zuletzt mit Geschäftsreisenden. Das läuft so gut an, dass wir bereits in Verhandlungen mit anderen Partnern sind, auch für Düsseldorf.

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