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Air Berlin Mehdorns Sparprogramm zeigt Wirkung

Die zweitgrößte deutsche Airline kann ihren Nettogewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Allerdings ist das noch keine Entwarnung für das angeschlagene Unternehmen.

Air Berlin muss noch mehr sparen. Quelle: dapd

Hartmut Mehdorn, zuvor Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn und jetzt Airline-Chef, hatte die Flotte verkleinert, unrentable Strecken gestrichen und neue Kooperationen geschlossen. Damit hat er allein im dritten Quartal 70 Millionen Euro eingespart. Allerdings stiegen die Treibstoffkosten im gleichen Zeitraum um 35 Millionen Euro. Einen Gewinn von rund 67 Millionen Euro schreibt Air Berlin damit - das sind 120 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings geht gut die Hälfte davon auf Fremdwährungsgewinne zurück.

Das operative Ergebnis sei um 4,5 Prozent auf 101,2 Millionen Euro gestiegen. Die Verschuldung des Unternehmens liegt dem Air-Berlin- Finanzchef Ulf Hüttmeyer zufolge bei 853 Millionen Euro. Im "Best-Case-Szenario" solle sie bis Jahresende auf 500 Millionen zurückgehen. Dazu müssten aber die geplanten Verkäufe von sieben der derzeit 158 Flugzeuge gelingen, was Hüttmeyer selbst bezweifelte. .

Sein dünnes Finanzpolster will Air Berlin mit dem Verkauf seines Vielfliegerprogramms aufbessern. Es sei geplant, die Mehrheit am Meilenprogramm "Topbonus", das drei Millionen Mitglieder zählt, an ein Gemeinschaftsunternehmen zu verkaufen, das der Airline zusammen mit einem Investor gehöre. Bis Jahresende sollen die Erlöse aus der Transaktion fließen. Bei Anlegern konnte die Fluggesellschaft nicht punkten: Die Aktie verlor am Donnerstagmorgen 0,7 Prozent. Hüttmayer versprach aber auch, dass das Geschäft das Jahresergebnis "deutlich, deutlich" verbessern werde. Über Käufer und Kaufsumme machte Mehdorn keine Angaben.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Die Belegschaft wurde angesichts der schwachen Konjunktur und höherer Treibstoffkosten auf spürbare Kürzungen vorbereitet: Bereits am Montag hatte Mehdorn angekündigt, dass Personal abgebaut werde müsse. Einem Medienbericht zufolge sollen 900 Arbeitsplätze oder jede zehnte Stelle wegfallen. Diesen Bericht hat das Unternehmen allerdings weder bestätigt noch dementiert. In den kommenden acht Monaten würden die Strukturen und Arbeitsabläufe auf weitere Einsparpotenziale überprüft, schreibt Unternehmenschef Mehdorn in dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht. „Einschnitte in den bisherigen Betrieb werden daher nicht mehr ausgeschlossen.“ Es stehe allerdings noch nicht fest, wie diese Einschnitte aussehen sollten. Aber nur so sei es möglich, dass Air Berlin - nach jahrelangen Verlusten - 2013 schwarze Zahlen schreibt.

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