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Aktien vom Handel ausgesetzt Deutsche Börse plant Mega-Fusion mit New York

In der globalen Börsenlandschaft bahnt sich ein spektakulärer Deal an. Die Deutsche Börse verhandelt mit der New York Stock Exchange über eine Fusion. Die Aktien beider Konzerne sind vom Handel ausgesetzt.

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Handelsaal der Deutschen Quelle: dpa

Die Fusionswelle unter den globalen Börsen kommt wieder ins Rollen. Die Deutsche Börse verhandelt mit der New York Stock Exchange (Nyse Euronext) über eine Fusion. Die beiden Unternehmen bestätigten am Nachmittag, dass sich die Gespräche in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Die Deutsche Börse solle die Mehrheit an dem fusionierten Konzern halten. Eine Übereinkunft sei allerdings noch nicht erzielt.

Am Nachmittag waren die Aktien von Deutscher Börse und Nyse Euronext vom Handel ausgesetzt worden. Begründet wurden die Aussetzungen mit "zu erwartenden Neuigkeiten". Vor der Aussetzung hatten Aktien der Nyse Euronext mehr als fünf Prozent im Plus gelegen, die der Deutschen Börs gewannen in einem kaum veränderten Gesamtmarkt knapp zwei Prozent. Der Frankfurter Börsenbetreiber hatte bereits vor gut zwei Jahren einen Anlauf zum Zusammenschluss mit dem weltweiten Branchenprimus unternommen; die Gespräche waren aber ergebnislos beendet worden.

Sollte die Fusion gelingen, würde ein neuer globaler Riese entstehen. Die Nyse Euronext entstand 2007 aus der Fusion der beiden Börsen NYSE in New York und der Euronext in Paris, die wiederum aus einem zusammenschluß der Börsen Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon hervorgegangen ist. Sie ist nach Handelsvolumnen die größte Börse der Welt. Zusammen kommen Nyse Euronext und Deutsche Börse kommen zusammen auf eine Marktkapitalisierung von aktuell knapp 27,5 Mrd. Dollar. Damit würden sie die Börse Hongkong (ca. 25 Mrd. Dollar) vom Thron stoßen. Gemessen an der Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen ist die Nyse mit 12 278 Mrd. Dollar schon jetzt der unangefochtene Champion. Die Deutsche Börse gehörthier nicht zu den weltweiten Top Ten.

Erste Versuche der Deutschen Börse gescheitert

Gerüchte über eine Fusion zwischen Deutscher Börse und Nyse hatten am Aktienmarkt schon ab mittags die Runde gemacht. Gleichzeitig wurde aber auch spekuliert, die Deutsche Börse sei an der spanischen BME interessiert. BME-Aktien lagen am Nachmittag zwei Prozent höher.

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    Ausgelöst worden waren die Spekulationen auch durch die Ankündigung der London Stock Exchange und der Börse Toronto, die durch eine Fusion ihre Ausgangsposition im Wettstreit um internationale Investoren verbessern wollen. Die Londoner Börse hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, dass sie der TMX ein Übernahmeangebot über rund 3,2 Mrd. Dollar gemacht habe. Gemeinsam versprechen sich die beiden Börsen eine bessere Position im Wettstreit um internationale Investoren.

    "Die Fusion würde für die Deutsche Börse Sinn ergeben. Es wird aber interessant sein, zu sehen, wer wen übernimmt. Ich hoffe, der Finanzplatz Frankfurt wird nicht unter dem Deal leiden", sagte Christian Muschik, Analyst von Silvia Quandt Research.

    Neue Bewegung im Börsensektor hatte sich bereits in den vergangenen Monaten angedeutet. Grund ist vor allem der ständig wachsende Wettbewerbsdruck im Sektor, der durch alternative Handelsplätze angefacht wird. Zurzeit verhandeln die beiden erfolgreichsten alternativen Plattformen, Chi-X-Europe und Bats, über ein Zusammengehen. Das würde die traditionellen Börsen weiter unter Druck setzen.

    Diese hatten es in den vergangenen Jahren nach einer stürmischen Fusionswelle zu Beginn des Jahrtausends etwas ruhiger angehen lassen. Damals war unter anderem die New Yorker Börse mit der Vierländerbörse Euronext zusammengegangen. Die zweite wichtige amerikanische Börse, die Nasdaq , hatte die skandinavische OMX übernommen. Die Deutsche Börse hatte ebenfalls versucht, in dem Übernahmereigen mitzuspielen, war aber weder bei der Euronext noch bei der LSE zum Zuge gekommen.

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