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Atomausstieg Windkraft muss mehr Leistung bringen

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Daumenschrauben des Gesetzgebers

Der erste kommerzielle Offshore-Windpark Bard 1 liegt etwa neunzig Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum. Die Anlage soll bis auf achtzig Windkrafträder ausgebaut werden und eine Nennleistung von 400 Megawatt liefern. Quelle: dpa

Nun soll der Gesetzgeber die Daumenschrauben anziehen und verhindern, dass sich Investoren begehrte Standorte reservieren, ohne das Projekt dann umzusetzen. Über genügend Anreize können sich Investoren kaum beklagen. Das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht nun wahlweise eine Vergütung von 19 Cent statt bisher 13 Cent pro Kilowatt vor, die ein Windparkbetreiber für den eingespeisten Strom erhält.

Dass der erhöhte Betrag nur für acht statt wie bisher für zwölf Jahre gilt, wird durch einen schnelleren Rückfluss der Investitionen aufgewogen. Streckt der Investor über zwölf Jahre, beträgt die Vergütung 15 Cent je Kilowattstunde. Zudem fördert ein neues Programm der KfW Bankengruppe über fünf Milliarden Euro die Finanzierung der ersten zehn Offshore-Windparks.

Zehn Gigawatt zu wenig

Zwar hätten die verschiedenen Anreize und Vereinfachungen Bewegung in die Branche gebracht“, sagt Michael Erler, Geschäftsführer Erneuerbare Energien beim staatlichen dänischen Energiekonzern Dong, dem Weltmarktführer bei Offshore-Windparks. „Doch vieles dauert immer noch zu lange.“

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Standort erkennen

    Experten der Unternehmensberatung wind:research in Bremerhaven kommen zu einer ernüchternden Prognose: Bleibt es beim momentanen Ausbautempo, fehlen 2030 fast zehn Gigawatt des geplanten Windstroms.

    Sogar einige der 15 aussichtsreichsten Windpark-Projekte könnten noch scheitern oder sich verzögern. Da die Planungs- und Bauzeit für einen großen Offshore-Park vier bis fünf Jahre beträgt, müssten ab 2015 bis zu fünf solcher Windparks jährlich in Betrieb gehen. Ob ein so gewaltiges Bauvolumen bis 2020 machbar ist, dahinter steht ein dickes Fragezeichen.

    Onshore-Windparks gut im Rennen

    Anders ist die Lage an Land, bei den Onshore-Windparks, auch wenn hier die Lockerung gesetzlicher Beschränkungen noch vielfach auf dem Papier steht. Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Bayern, wo es bisher kaum Windmühlen gibt, wollen stärker als von der Bundesregierung geplant den Windstrom ausbauen. Insgesamt haben die Landratten in der ersten Hälfte dieses Jahres 350 Windmühlen mit einer Leistung von 770 Megawatt neu installiert, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

    Mit den nun vorhandenen knapp 28 Gigawatt fehlen nur noch sieben bis zu den geplanten 35 Gigawatt 2020, also nur 20 Prozent: ein Klacks im Vergleich zur 99-Prozent-Lücke bei den Offshore-Anlagen.

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