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Atomausstieg Die Stunde der Lobbyisten

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Volkswirtschaftlich gesehen zählt die Gebäudesanierung zu den wirtschaftlichsten Maßnahmen, um den Klimakiller Kohlendioxyd in den Griff zu bekommen. Nach einer McKinsey-Studie für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kommt bei der Gebäudesanierung am Ende noch ökonomisch ein Plus heraus – zumindest bei 90 Prozent der Maßnahmen.

Im Gegensatz dazu sind die erneuerbaren Energien wahre Kostenmonster. Die so erfolgreich gepuschte Fotovoltaik auf den Hausdächern kostet laut McKinsey-Studie pro eingesparter Tonne Kohlendioxyd mehr als 200 Euro, bei Aufstellung auf Ackerflächen immerhin noch gut 150 Euro. Günstiger, aber immer noch kostspielig ist die Windkraft (Onshore) mit knapp 60 Euro (siehe Shortfacts). Ein Beleg dafür, wie wenig sich die Politik hierzulande von Fakten leiten lässt. Und wie erfolgreich Lobbyisten in einem gefühlsgeschwängerten Politikumfeld agieren können.

Gefahr für Brandgänse

Für den 15. April hat Regierungschefin Merkel zum nächsten Nach-Japan-Treffen ins Kanzleramt geladen. Dann will sie mit den Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer erneut die Energiewende beraten. Über einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze sowie über mehr Energieeffizienz.

Bis dahin wird in Ministerien und im Bundestag antichambriert und souffliert, und es werden Allianzen geschmiedet. Die Windradleute treffen sich zum Beispiel mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, man bespricht die Gefahren der Stromspargel für Brandgänse und Fledermäuse. Und das Bundesumweltministerium versucht umgekehrt, in der Nationalen Plattform Elektromobilität das Thema Stromspeicher stärker zu positionieren.

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    Viele dieser Interessengruppen scheinen Fukushima nicht als Katastrophe, sondern als Glücksfall zu verstehen. Und „Japan“ heißt das Simsalabim-Wort für all ihre Wünsche. 

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