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Atomkatastrophe Industrie bangt um japanische Zulieferungen

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Taiwan Semiconductor Manufacturing und United Microelectronics, die weltgrößten Auftragsfertiger von Computerchips, dürften die Gewinnschätzungen für das zweite und dritte Quartal verfehlen, heißt es in einem am 14. März erschienenen Bericht von Goldman Sachs. Die für die Halbleiterherstellung nötigen Siliziumwafer aus japanischer Fertigung fehlten, schreiben die Analysten Donald Lu, Evan Xu und Hu Lingling. Der südkoreanische Elektronikanbieter Samsung und der taiwanesische Smartphonehersteller HTC suchen Unternehmensangaben zufolge nach alternativen Bezugsquellen, um Engpässe in der Produktion zu vermeiden.

Bei großen Unternehmen wie Taiwan Semiconductor Manufacturing reichen die Vorräte der in der Chipherstellung eingesetzten chemischen Produkte gewöhnlich für vier bis sechs Wochen. Sollten Lieferungen aus Japan ausfallen, wäre dies daher vorerst kein Unglück. Doch niemand weiß, wann die Unternehmen dort die Probleme überwunden haben. Warren Lau, Analyst bei Samsung Securities in Hongkong, warnt davor, dass Apple und andere Unternehmen länger anhaltende Verzögerungen zu spüren bekämen. „Wenn die Japaner nicht liefern können“, sagt Lau, „dann bekommt niemand das iPad 2.“

Autobauer sind noch auf der sicheren Seite

Die Lage bei hochwertigen Autoteilen aus Japan ist momentan weniger besorgniserregend. Bei Ford läuft die Belieferung mit Nickel-Metallhydrid-Akkus durch den japanischen Hersteller Sanyo bisher problemlos, teilte das Unternehmen mit. Die Akkus werden für die Fertigung der Hybridvariante des US-Modells des Ford Fusion in Mexiko benötigt. Der schwedische Autohersteller Volvo, der inzwischen zur chinesischen Zhejiang Geely Holding Group gehört, kauft rund zehn Prozent seiner Teile in Japan ein. Zunächst sei die Produktion nicht beeinträchtigt, sagt Unternehmens-sprecher Per-Ake Froberg. „Aber für später müssen wir sehen“

Die Lieferung von Batterien, Blu-ray-Discs und Magnetköpfen für Festplattenlaufwerke könnte durch das Erdbeben und Stromabschaltungen ebenfalls beeinträchtigt werden, schreibt das Marktforschungsunternehmen TrendForce. „Aber in Wirklichkeit wissen die Unternehmen nicht in vollem Umfang, was passiert ist“, sagt der Volkswirt Kim Hill vom Center for Automotive Research in Ann Arbor, Michigan. „Ein Auto lässt sich nicht aus 97 Prozent der Teile bauen. Man braucht so ziemlich alle.“

Fazit: Nach dem großen Erbeben in Japan befürchten Technologie- und Autounternehmen weltweit Preiserhöhungen und Lieferunsicherheit.

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