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Auch Kunde beim Doping-Arzt Fuentes Radprofi Jörg Jaksche löst Lawine aus

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Der lange Franke beschuldigte ebenfalls direkt einen Mediziner aus Bad Sachsa, gegen den die Staatsanwaltschaft Göttingen wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittel-Gesetz bereits ermittelt. Der Arzt hätte ihm im Auftrag von Fuentes bei der Tour-de- France-Etappen-Station 2005 in Karlsruhe Epo auf dem Hotelzimmer gespritzt. „Wenn wir alle Jaksche-Vorwürfe genau kennen, werden wir mit Stanga reden und dann entscheiden, wie wir vorgehen“, sagte am Samstag Martin Mischel vom Milram-Sponsor Nordmilch. Einen kompletten Tour-Rückzug seines Teams - Petacchi wartet auf sein für Montag avisiertes Doping-Urteil - schloss Mischel am Samstag aus. Jaksche will sich nun den Sportverbänden und deutschen Ermittlungsbehörden als Kronzeuge zur Verfügung stellen. Er will von der in den Statuten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA festgelegten Kronzeugen-Regelung auf eine Straf-Reduzierung von einem Jahr Sperre profitieren. Er wolle seine Karriere 2008 fortsetzen, erklärte Jaksche im „Spiegel“. Sein Anwalt Michael Lehner will auf ein Jahr Sperre plädieren. Jaksche soll auch vor der Anti-Doping-Kommission des BDR aussagen. „Wir werden ihn übernächste Woche einladen“, sagte Verbands-Präsident Rudolf Scharping, der zu Jaksches Beichte erklärte: „Gut, dass er ausgepackt hat, wenn auch spät. Ich predige seit zwei Jahren: Wir müssen endlich an die kriminellen Hintermänner heran.“ Der BDR-Chef berichtete einen Tag vor den deutschen Straßenmeisterschaften in Wiesbaden von Zielkontrollen, die der Verband zusammen mit der NADA seit 18. Juni bei rund 40 deutschen Profis vorgenommen habe. Zum Teil handelte es sich um kombinierte Blut- und Urin-Kontrollen. Erste Ergebnisse sollen zu Beginn der nächsten Woche vorliegen, sagte Scharping. „Ich glaube, dass es wichtig ist für die Zukunft dieses Sports, dass einer mal sagt: Okay, so läuft das hier“, sagte Jaksche, der für sein Geständnis sicher mehr als gute Worte und Schulterklopfen erhielt - es ist die Rede von rund 100 000 Euro. In den Rennställen Polti, Team Telekom, Once, CSC und Liberty Seguros, für die Jaksche seit 1997 fuhr, sei das Doping teilweise aktiv von der Mannschaftsführung betrieben oder geduldet worden. Jaksche lebt seit sieben Jahren in Kitzbühel und ist im Nachbarland auch lizenziert. Er steht seit April unter Vertrag beim italienisch-russischen Zweitliga-Team Tinkoff, für das er trotz Suspendierung im Mai sporadisch weiter Rennen fährt und sogar zuletzt die Lothringen-Rundfahrt in Frankreich gewann. Seine größten Erfolge als Radprofi feierte er 2004 mit dem Sieg beim Klassiker Paris-Nizza und der Mittelmeer-Rundfahrt.

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