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Ausschreibung Fliegendes Drama um US-Militärtankflugzeuge

Der Wettbewerb um den Milliardenauftrag zum Bau der US-Militärtankflugzeuge wird spannender denn je – und bringt den amerikanischen Präsidenten Barak Obama in eine Zwickmühle.

Eine Computergrafik der Firma Quelle: dpa

Die Ausschreibung zum Bau der Tankflugzeuge für das US-Militär hat eigentlich alle Züge eines Dramas: Bestechung, Intrigen und Verrat. Doch auch nach zehn Jahren bleibt es im Ringen um den mit umgerechnet fast 30 Milliarden Euro derzeit größten Militärauftrag spannend. Denn gestern Abend hat Europas Luft- und Raumfahrtriese EADS verkündet, nun doch ein Angebot abzugeben. Und damit gibt es drei Anbieter, die letztlich auch Charaktere eines Seifenoper sein könnten. D

a ist der gestrauchelte Favorit Boeing, der wild entschlossene Angreifer EADS und schließlich der unbekannte Außenseiter US Aerospace, hinter dem Antonow aus der Ukraine steht. Und für alle drei wäre der Auftrag eine Art Silberkugel, die viele ihrer dringendsten Probleme löst.

Dreimal starke Rückendeckung

Boeing hat sich im Zivilgeschäft mit seinem verkorksten Leichtbauflieger 787 verstolpert. Im Rüstungsgeschäft schlagen sich die Amerikaner schlechter als ihre großen Konkurrenten – und dabei wird es hier angesichts der bevorstehenden Sparrunden beim Hauptauftraggeber US-Militär noch erst so richtig ungemütlich. Da gibt es nichts Besseres als das derzeit einzige große Rüstungsprojekt.

Für die EADS ist die Lage noch ein wenig unangenehmer. Hier gibt es mit dem Superjumbo A380 und dem desaströsen Militärtransporter A400M nicht nur gleich zwei teure Fehlgriffe. Die europäischen Verteidigungsminister und allen voran Deutschland wollen nach Kräften die Bestellisten kürzen. Weil EADS in vielen Teilen sowohl bei den Terminen als auch bei den versprochenen Leistungen der Hubschrauber und Kampfflieger gepatzt hat, ist ihre Verhandlungsposition nicht gut. Dazu leidet der Konzern darunter, dass er viel in Europa fertigt, was bei jeder Dollarschwäche die Bilanz verdirbt. Der Tankerauftrag würde das Problem lösen, denn dann könnte die EADS endlich eine Flugzeugfabrik in den USA bauen.

Das Team um Antonow aus der Ukraine schließlich brauchen dringend Aufträge aus dem Westen, wenn sie weiter wachsen wollen.

Das bedeutet: alle drei Wettbewerber dürfen auf kräftige Rückendeckung durch ihre Regierungen hoffen und was immer das US-Verteidigungsminsterium entscheidet, es kommt unter Feuer. Darum kann letztlich nur US-Präsident Barak Obama die Sache entscheiden. Aber da ist er in einer Zwickmühle.

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