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Australien Das Hochwasser und die steigenden Stahlpreise

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Deutsche Steuerzahler profitieren

Eingang der Zeche Walsum Quelle: dpa

Allerdings muss Asien eher zittern. Der chinesische Markt für Kokskohle ist dicht, von dort wird nichts mehr exportiert. China braucht seinen Stahl-Grundstoff infolge des großen Stahlhungers selber. Die Handelsströme kamen aus Australien. So heißt es im aktuellen Bericht des deutschen Gesamtverbandes Steinkohle: "Die starke Nachfrage Chinas und Indiens nach Kokskohle hat seit der ersten Hälfte des Jahres 2010 vor den australischen Häfen zu langen Staus von Massengutfrachtschiffen geführt, die auf Beladung warten". Diese Schiffe gehen zur Zeit leer aus. Das macht die Kokskohle-Krise von down under eher zur Asien-Krise.  Gibt es Profiteure der Kokskohlen-Knappheit aus Australien? Absurderweise ja, außer den Bergwerken der Ersatz-Lieferländer. Es ist der deutsche Steuerzahler. Wie das? In deutschen Bergwerken werden noch zwei Millionen Tonnen Kokskohle im Jahr gefördert, hoch subventioniert durch den Steuerzahler. 2018 soll damit endgültig Schluss sein, so will es die Bundesregierung, so will es auch die EU-Kommission. Da aber die Bergwerke durch die steigenden Preise nun mehr Geld für die Kokskohle erhalten und der Erlös der Ruhrkohle AG (RAG) steigen wird, sinken die staatlichen Zuschüsse. Martin Wedig vom Gesamtverband Steinkohle sagte heute der Westfälischen Rundschau: "Ich bin nicht böse darum, dass so die Verknappungstendenzen von Kohle in die Köpfe getragen wird."

Nicht nur die Stahlindustrie wird betroffen sein

Soll heißen: Der Ausstieg aus der deutschen Steinkohle war voreilig. Auch im Ausland, wo Kohle im Tagebau wesentlich billiger gefördert wird als die in tausend Meter tiefen Bergwerke in Deutschland, kann Kohle manchmal knapp werden. Erst im Spätherbst vergangenen Jahres war die große Kokskohle-Zeche des Bergwerks Ost im westfälischen Hamm geschlossen worden, so schreibt es der Kohlekompromiss vor. Noch 2005 ließ der damalige RAG-Chef Werner Müller, früher parteiloser Bundeswirtschaftsminister im Kabinett Schröder, eine Erschließungsgenehmigung für ein weiteres Bergwerk in Hamm beantragen, um mehr Kokskohle zu fördern. 2013 sollte dort der erste Kumpel einfahren.

Wenn dieser Plan eher einer politischen Symbolhandlung für den Bergbau entsprach denn einer ernst gemeinten Erweiterung des deutschen Steinkohlebergbaus, so hatte sich die Energie- und Bergbaugewerkschaft IGBCE, mächtiger Einflussfaktor der RAG, immer für den Erhalt des deutschen Steinkohlebergbaus eingesetzt - pro Versorgungssicherheit, um Ausfälle wie die in Australien oder größere Schreckensszenarien immer mit einem heimischen Energieträger ausgleichen zu können.

In diese Richtung äußert sich auch gegenüber wiwo.de der Vorstandssekretär der IGBCE, Bernd Westphal: "Es konnte den konservativ-liberalen Politikern ja nicht schnell genug gehen, wenn es darum ging, die Kohlezechen in Deutschland zu schließen. Die IGBCE hat immer auf die Risiken einer hohen Importabhängigkeit bei Energie und Rohstoffen hingewiesen.

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    Die Bedeutung der nationalen Versorgung mit Stein- und Kokskohle wird jetzt durch das Hochwasser in Australien deutlich. Und Westphal sieht noch weitere Preissteigerungs-Schwemmen auf die deutsche Wirtschaft zukommen: "Nicht nur die Stahlindustrie direkt, sondern auch die Automobilindustrie, Maschinen-, Anlagen- und Schiffbau sind durch steigende Preise ihrer Vorprodukte betroffen." Ob eine heimische Kohleförderung das ausgleichen könnte? Westphal sagt trotzig: "Jedes andere Land wäre froh, über solch eine große heimische Energielagerstätte wie in Deutschland verfügen zu können". Fragt sich nur, ob das australische Hochwasser den Kohlekompromiss auf Bundes- und EU-Ebene noch unterhöhlen könnte. Die Subventions-Begehrlichkeiten der Kohleförderer wird es auch bald fortgeschwemmt haben.

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