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Auto, Logistik, Maschinenbau Diesen Branchen stehen 2011 goldene Zeiten bevor

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Logistik: Volle Fracht voraus

Michael Behrendt Quelle: Pressefoto Hapag-Lloyd

Michael Behrendt steuert zu neuen Ufern. Vor einem Jahr noch rettete der Chef von Hapag-Lloyd die Reederei über Staatsbürgschaften vor dem Untergang. In 2010 glänzte er bereits mit dem besten Ergebnis der Firmengeschichte, orderte in Südkorea vier Großschiffe für 2012 und kaufte die ehrwürdige Zentrale am Ballindamm zurück. Das Haus habe einen „großen symbolischen Wert“, sagt Behrendt.

Die Auferstehung der Hamburger ist ein Symbol für die Branche: Speditionen wie Kühne + Nagel, Güterbahnen wie DB Schenker Rail, Luftfrachtunternehmen wie Lufthansa Cargo sowie Paket- und Expressdienste wie DHL setzen – nach 18 Monaten Unterbrechung – ihre Wachstumsgeschichten fort. Gelang der Branche 2010 im Schnitt ein Umsatzplus von neun Prozent, erwarten Experten von Deutsche Bank Research für 2011 ein Plus von fünf Prozent — See- und Luftfracht profitieren besonders. Damit wäre das Vorkrisenniveau von 2008 mit 218 Milliarden Euro erreicht, und Deutschland hätte seinem 2010 von der Weltbank verliehenen Titel als weltweit führender Logistikstandort alle Ehre gemacht.

Der Boom wirkt sich auch auf die Gewinne aus. Unternehmen haben ihre Schiffs-, Frachtflieger- und Lkw-Flotten modernisiert. Intensiver Wettbewerb zwang sie schon immer zu hohem Kostenbewusstsein. Das Rekordergebnis der Reederei Hapag-Lloyd, die in neun Monaten operativ rund eine halbe Milliarde Euro verdiente, dürfte Nachahmer finden.

Doch Risiken bleiben, etwa höhere Sicherheitsauflagen wegen Terrorgefahr sowie steigende Umweltstandards in der Luftfahrt. Allen voran gelten die Unsicherheiten über den Euro als Damoklesschwert. Ein Währungskrieg könnte protektionistischen Tendenzen Auftrieb geben und den Welthandel eindämmen.

Da die Logistik seit jeher überproportional von Auf- und Abschwüngen beeinflusst ist, wäre das bitter. Doch an konjunkturelle Dämpfer glauben Manager noch nicht. Die Erwartungen für 2011 sind so optimistisch wie seit 2007 nicht mehr, heißt es bei der Bundesvereinigung Logistik, die sich verstärkt dem Fachkräftemangel widmet.

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