67. Internationale Automobilausstellung Was Sie zur IAA 2017 wissen müssen

Die Autobranche feiert sich in Frankfurt wieder selbst. Doch das IAA-Motto „Zukunft erleben“ kann nicht verbergen, dass sich VW, Daimler und Co in einem Umbruch befindet, dessen Ausgang nicht klar absehbar ist.

Was bringt die IAA 2017? Quelle: dpa Picture-Alliance

September 2015: Die IAA-Besucher strömen noch durch die Messehallen in der Ludwig-Erhard-Anlage in Frankfurt, da braut sich fernab in den USA der größte Skandale der Branche zusammen: Dieselgate.

Die Fakten zur 67. Internationalen Automobilausstellung

Auf der Messe selbst ließ sich Volkswagen um den damaligen Chef Martin Winterkorn vor zwei Jahren nichts anmerken. Schließlich sollte das Unternehmen nach dem Machtkampf mit Ferdinand Piëch in ruhigeres Fahrwasser manövriert werden. Nichts kam da gelegener als die Leistungsschau in Frankfurt und die dortige Premiere des neuen Tiguan, ein Bestseller der Marke VW. Dabei war im Hintergrund klar, dass VW Abgaswerte manipuliert und die Vorgänge vertuscht hatte. Kurz darauf platzte die Bombe.

Seit der 66. IAA und dem Abgasskandal ist die Autobranche im Umbruch. Abgas-Tricksereien, mögliche Fahrverbote für Diesel und die Zukunft der E-Mobilität bestimmen die Diskussionen. Was Sie zur IAA 2017 über den Diesel, Elektroautos und die Messe selbst wissen müssen.

Die Neuheiten von A bis Z
Mercedes-AMG Project One Quelle: Daimler
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Bentley Continental GT Quelle: Bentley Motors Limited
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Wird der Diesel das beherrschende Thema der Messe sein?
Jein. Bei ihren Präsentationen werden Volkswagen, Daimler und Co natürlich die für sie angenehmeren Themen in den Vordergrund rücken – und sich höchstens in einem Nebensatz mit Stickoxiden und Flottenverbräuchen beschäftigen. Im Zentrum der Shows werden Fahrzeuge wie der Smart Vision EQ Fortwo und das Mercedes-Maybach Vision 6 Cabriolet bei Daimler, der gerade überarbeitete i3 und die Studie eines Elektro-Mini bei BMW oder bei VW die weiterentwickelte Version der Elektro-Studie ID Crozz stehen.
Elektroautos, die vernetzt sind, autonom fahren und sich mit anderen Nutzern teilen lassen, sind ganz nach dem Geschmack von Dieter Zetsche, Matthias Müller und ihren Marketing-Strategen. BMW-Chef Harald Krüger will noch mit einem neuen Modell überraschen, dass er als „die Vision eines rein elektrischen Viertürers, angesiedelt zwischen dem i3 und dem i8“ bezeichnete. Details, wann das Auto auf den Markt kommen soll und mit welcher Reichweite, wurden im Vorfeld der Messe aber noch nicht genannt.

Verbrenner, Elektro, Brennstoffzelle: Antriebstechniken im Vergleich

Doch es wird auch andere Stimmen geben. Warum die deutschen Autobauer immer noch Elektro-Showcars präsentieren, während Tesla das Model 3 bringt und Nissan bereits die zweite Generation des Leaf, von dem die Japaner über 300.000 Exemplare verkauft haben?
Dazu kommt, dass andere Autobauer die Probleme der deutschen Konzerne ausnutzen und sich profilieren. „Die Importeure werden auf der Messe die aktuelle Lage in Deutschland nutzen“, sagt Norbert Dressler, Partner und Automotive-Experte bei Roland Berger. „Sie werden zeigen, in welchen Punkten sie weiter sind, etwa beim Hybrid.“

Die wichtigsten Premieren der IAA


Volvo hat unlängst angekündigt, den Verbrenner nach und nach auslaufen zu lassen und bald in jedem Auto einen Elektromotor zu verbauen – auch wenn am Anfang noch ein Benziner oder Diesel mit an Bord ist. Im Vorfeld der IAA legte Jaguar Land Rover mit einem ähnlichen Versprechen nach. Die beiden Hersteller haben natürlich den Vorteil, dass sie deutlich weniger Autos verkaufen als Mercedes oder BMW und damit eine nicht so breite Kundschaft ansprechen müssen.

Spätestens wenn die Tore der Messehallen am 16. September für das Publikum geöffnet werden, rücken aber auch wieder jene Modelle in den Vordergrund, mit denen die Autobauer heute ihr Geld verdienen. SUV, Limousinen, Kombis und Sportwagen – bis auf die letztgenannten oft mit Dieselmotor.

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