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A72 in Sachsen Wie baut man Autobahnen auf einen früheren Tagebau?

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Einer der teuersten Autobahn-Abschnitte Deutschlands

Mit seinem Kilometerpreis von gut 31 Millionen Euro kommt der Abschnitt schon nah ran an die Top Ten der teuersten Autobahnprojekte Deutschlands bis 2030. Platz zehn belegt laut dem Statistikportal „Statista“ der Ausbau der A52 bei Gladbeck für rund 50 Millionen Euro pro Kilometer. Am teuersten ist der Tunnelausbau auf der A860 in Freiburg mit einem Kilometerpreis von rund 163 Millionen Euro.

In Brandenburg – ebenfalls Kohlerevier – gibt es nach Angaben der dortigen Baubehörde keine Straßen über Grubengrund. Dafür hat man aber im Kölner Becker und in Sachsen-Anhalt Erfahrungen gemacht.

In Nordrhein-Westfalen wird derzeit an der A44n gebaut. Die liege zwischen dem Kreuz Jackerath und dem Kreuz Holz streckenweise über altem Grubengelände, erklärt Christoph Dröge, Referatsleiter Bau bei Straßen NRW. Doch hier mache der Untergrund kaum Probleme. Das habe sicher damit zu tun, dass der Boden in der einst 190 Meter tiefen Grube gut verdichtet worden sei. Vor etwa 15 Jahren sei außerdem die A540 fertiggestellt worden. Auch sie führe über Grubengebiet – und weise heute keine besonderen Schäden auf.

In Sachsen-Anhalt kamen für den Bau der B183 zwischen Bitterfeld und Köthen gleich mehrere Verfahren zum Einsatz. Der Abschnitt führe am Rand einer aufgefüllten Grube entlang, sagt der Chef der Landesstraßenbaubehörde, Uwe Langkammer. Teils sei der Autobahndamm deutlich höher aufgeschüttet und dann ein Jahr liegen gelassen worden. „Durch die Last presst sich der Untergrund zusammen, ein paar Meter geht das schon.“ Daneben kamen auch bei der B183 Rüttelstopfsäulen zum Einsatz. „Dieser Abschnitt hält schon mindestens 15 Jahre, und ich habe noch nie gehört, dass da was verrutscht ist“, berichtet Langkammer.

Ob man das auch einmal von dem letzten Abschnitt der A72 bei Leipzig sagen kann? Noch ist von der künftigen Strecke nicht viel zu sehen. Wann hier einmal Autos fahren können, weiß bislang niemand.

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