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Abgas-Skandal Hat VW auch neuere Dieselmotoren manipuliert?

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Wusste Winterkorn bereits 2014 von der Manipulation?

Am 3. September soll VW gegenüber den US-Behörden Manipulationen von Abgaswerten bei Dieselwagen eingeräumt haben – nachdem die EPA gedroht hatte, die Zulassung neuer Modelle zu verweigern. Am 18. September machten die Amerikaner dann den Fall öffentlich.

So könnte VW die "Dieselgate"-Kosten schultern

Auch zu dem Rückruf gibt es neue Informationen: Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Kreise des VW-Konzerns und eines Zulieferers berichtet, sind drei Millionen Motoren mit dem 1,6 Liter-Diesel betroffen, weitere 4,5 Millionen entfallen auf den Zwei Liter Diesel. Der Rest des für 2016 angekündigten Rückrufes von 8,5 Millionen Autos entfällt demnach auf die kleineren 1,2 Liter-Motoren. VW wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Details des Rückrufes äußern.

Für VW und seine Töchter Audi, Skoda und Seat sind insbesondere die 1,6 Liter Diesel ein Problem. Während die kleineren und größeren Dieselmotoren per Software-Update nachgerüstet werden können, müssen an dem 1,6-Liter-Motor die zu kleinen Stickoxid-Filter durch größere ersetzt werden. Da dieser Motor über die Konzernmarken in unterschiedlichen Konfigurationen eingesetzt wurde, gibt es bislang noch keinen fertigen Plan zur Umrüstung. Daher können die Zulieferer bislang auch nicht mit der Produktion neuer Filter beginnen heißt es in Konzernkreisen. Die Umrüstung wird deshalb auch nicht vor September 2016 beginnen.

Derweil sorgt sich die Konzerntochter Audi um die Restwerte seiner Leasing-Rückläufer mit den betroffenen Motoren. Audi-Händler dürfen auf Kosten des Konzerns seit dieser Woche Autos mit den manipulierten Motoren EA 189 mit verlängerten Garantien, Null-Prozent-Finanzierung und kostenlosen Serviceleistungen auf Kosten des Konzerns anbieten. Audi erklärte auf Anfrage, dass die Maßnahmen zunächst bis Ende Januar 2016 gelten.

Die VW-Mitarbeiter müssen nach Aussage des neuen Konzernchefs Matthias Müller derzeit keine Folgen fürchten. „Im Moment haben wir keinen Anlass, über Kurzarbeit auch nur nachzudenken“, hatte Müller am Mittwoch im Wolfsburger Stammwerk gesagt. Der Abgas-Skandal hat laut Betriebsrat zudem noch nicht auf die Verkäufe durchgeschlagen.

Müllers Vorgänger Martin Winterkorn war wenige Tage nach Bekanntwerden des Skandals zurückgetreten.

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