Abgasskandal VW will Milliarden-Rückstellungen steuerlich absetzen

Der Autobauer hat wegen millionenfacher Rückrufe 6,7 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt. Jetzt hofft der Konzern, den Betrag steuerlich absetzen zu können.

VW Quelle: AP

Volkswagen will die milliardenschweren Rückstellungen für Rückrufe im Zusammenhang mit der Manipulation von Abgaswerten dem Steuerzahler aufbürden. Er gehe davon aus, dass die Beträge steuerlich absetzbar seien, sagte Finanzvorstand Frank Witter bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Anders sei dies bei Strafzahlungen oder Bußgeldern, die dem Konzern wegen Umweltvergehen drohen.

Volkswagen hatte wegen millionenfacher Rückrufe 6,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Dies hatte dem Wolfsburger Autobauer auf Quartalsebene den ersten Verlust seit mindestens 15 Jahren eingebrockt.

Volkswagen hatte zugegeben, Abgaswerte durch eine Betrugssoftware manipuliert zu haben. In den USA muss der Konzern deswegen mit Strafzahlungen von umgerechnet bis zu 16 Milliarden Euro rechnen. Auch in anderen Ländern ermitteln die Behörden gegen das Unternehmen. Auf den niedersächsischen Konzern rollt zudem eine Prozesslawine zu: Anwälte sammeln Munition für Schadensersatzklagen, Investoren wollen erlittene Kursverluste erstattet haben. Hinzu kommen Kosten für die Rücknahme beanstandeter Fahrzeuge. Die Gesamtkosten des Skandals könnten nach Schätzungen von Experten am Ende in einer Größenordnung von 20 bis 30 Milliarden Euro liegen.

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