Absatz Schlechtes Jahr für Autohändler

Für Autobauer und -händler wird 2012 kein schönes Jahr. Nur zehn Prozent der Deutschen wollen sich in diesem Jahr ein Gefährt zulegen. Besonders das Neuwagengeschäft leidet: Wer ein Auto möchte, kauft Gebrauchte.

Die neuen Kleinwagen 2012
Volkswagen propagiert auf seinem Messestand auf der North American International Auto Show in Detroit die Kleinwagen der Zukunft. Quelle: dpa
VW Up! Quelle: Pressebild
PeugeotAb 9.650 Euro ist ab März der neue Peugeot 107 erhältlich. Der 68PS-Flitzer verbraucht 4,3 Liter auf 100 Kilometern. Quelle: dapd
Peugeot 208 Quelle: Pressebild
Audi A1Im ersten vollen Absatzjahr des A1 lieferte Audi rund 118.200 Modelle des Premium-Kleinwagens aus – zum überwiegenden Teil in Europa. Im zweiten Halbjahr 2012 wird Audi den A1 quattro einführen. Die auf 333 Exemplare limitierte Baureihe, rangiert jedoch schon im Segment der Kompaktklassen-Fahrzeuge Quelle: obs
Suzuki Swift SportAuf Sportlichkeit im Kleinwagensegment setzt Suzuki. Seinen neuen Swift Sport präsentierte der japanische Autobauer auf der Belgium Auto Show, wo es derzeit neben Detroit ebenfalls heiß her geht. Quelle: dapd
Fiat PandaFormel1-Pilot Felipe Massa posiert am 9. Januar vor einem Fiat Panda. Die neue Panda-Version, ist um ein paar Zentimeter gegenüber ihren Vorgängern gewachsen und besticht durch ein großzügigeres Platzangebot. Quelle: dapd
Smart for-us Quelle: REUTERS
Smart Fortwo Electric Drive Quelle: AP
Tata Nano Quelle: REUTERS
Renault TwizyNoch billiger ist der Renault Twizy. Das Elektro-Auto soll ab Mitte des Jahres für rund 7.000 Euro zu haben sein. Wer so wenig hinlegen möchte, muss in der Basisversion aber auch auf Türen verzichten. Quelle: dapd
QorosAuch die Chinesen springen auf den Kleinwagen-Trend auf. Ab 2013 will der Hersteller Chery Quantum Auto seinen Qoros in Asien und Europa auf den Markt bringen. Hier präsentiert der Vorstandsvorsitzende Guo Qian den Qoros in Shanghai im November 2011. Hinter dem Unternehmen steckt ein Joint Venture aus dem chinesischem Autobauer Chery Automobile und der Investmentfirma Israel Group. Quelle: REUTERS

Das Autojahr 2012 scheint kein gutes Jahr zu werden. "Wirft man einen Blick auf die Zulassungszahlen von Januar bis Mai und auf weitere wichtige Kennzahlen wie die Werkstattauslastung, scheint die Welt im Kfz-Gewerbe in Ordnung", sagt Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Die Zahl der Neuzulassungen sei um 0,2 Prozent gestiegen, die Besitzumschreibungen seien um zwei Prozent gestiegen und die KfZ-Werkstätten freuen sich über ein stabile Auftragslage. Nur: Die Zahlen spiegeln nicht die Realität wieder, so Rademacher.

"Das Neuwagengeschäft wird im bisherigen Jahresverlauf – noch stärker als bereits im vergangenen Jahr – von den gewerblichen Zulassungen getragen mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent", sagt er. Die ganzen Neuzulassungen sind Vorführwagen und Tageszulassungen. Diese blähen den Markt unnötig auf und werden spätestens nächstes Jahr als "junge Gebrauchtwagen", Vorführmodelle oder Jahreswagen verkauft und bringen die Preise durcheinander, wie Rademacher moniert.

Deutsche Markt ist gesättigt

Das echte Geschäft mit Kraftfahrzeugen sei eher getrübt. So liege der Index zur Bewertung der aktuellen Geschäftslage im zweiten Quartal 2012 derzeit bei 129,6 Punkten und damit um 16,8 Punkte unter dem Wert des zweiten Quartals 2011, als mit 146,4 Punkten der bisherige Höchstwert gemessen worden war. Der Index zur erwarteten Geschäftslage der Kfz-Betriebe für das dritte Quartal 2012 erreichte mit 99,6 Punkten den bisher zweitschlechtesten Wert seit Erhebungsbeginn im Februar 2010 und fiel im Vergleich zum Vorquartal um 18,4 Punkte.

Rademacher hält den Pkw-Markt in Deutschland für gesättigt. "Der Normalmarkt liegt nun einmal bei etwa 3 Millionen Neuzulassungen – mit den üblichen kleinen konjunkturellen Abweichungen nach oben und unten." Die drei Geschäftsbereiche Gebrauchtwagen, Neuwagen und Werkstätte befänden sich in einer Art „Zufriedenheitsgefälle“, sagt ZDK-Präsident Rademacher. Die Auftragslage der KfZ-Werkstätte sei gut, das Gebrauchtwagengeschäft befriedigend und das Neuwagengeschäft schlecht. Gerade der Neuwagenmarkt werde gegenüber dem Vorjahr mengenmäßig zurückgehen, falls er nicht durch noch mehr Kurzzulassungen geschönt werden sollte. Das bestätigt auch eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des ZDK. Demnach wollen nur zehn Prozent der Deutschen im Jahr 2012 ein Auto kaufen, sechs Prozent wollen einen Gebrauchtwagen.

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