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Absatzprognose Volkswagen wird General Motors überholen

VW verkauft einer Prognose zufolge im kommenden Jahr mehr Autos als der US-Konkurrent GM. Dadurch werden die Wolfsburger zur neuen Nummer zwei der Welt. Doch Toyota bleibt vorerst unerreichbar.

Volkswagen ist auf dem Weg, der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt zu werden. Seinen Rivalen General Motors lässt er hinter sich. Quelle: dpa

Volkswagen dürfte einer aktuellen Prognose zufolge 2013 weltweit zweitgrößter Autobauer werden. Europas Marktführer profitiert im Vergleich zum US-Rivalen General Motors (GM) von einer deutlich höheren Wachstumsdynamik. Das gilt besonders für die weltweit größten Automärkte China und USA.

Die innovativsten Automarken
Produktion bei VW Quelle: dpa
Platz 15 - HondaDer japanische Autohersteller erholt sich langsam von den Folgen des Erdbebens und der Atomkatastrophe. Zuletzt legt der Gewinn wieder deutlich zu. Im Innovationsranking geht es für die Japaner trotzdem einen Platz nach unten. Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung wollen die Japaner auf die Sicherheit und Umweltverträglichkeit legen. Für den Legend, Accord und im CR-V wurde beispielweise erfolgreich das präventive Fahrerassistenzsystem CMBS (Collision Mitigation Brake System) entwickelt. Durch einen Millimeterwellen-Radar wird damit der Abstand zu anderen Fahrzeugen gemessen. Quelle: dapd
Platz 14 - Land Rover (Großbritannien)Seit vier Jahren gehört der britische Offroad-Spezialist zum indischen Autokonzern Tata Motors. Im Innovationsranking können die Geländewagen einige Plätze gutmachen. Nach Platz 21 im Vorjahr schneidet Land Rover mittlerweile besser ab. Mit dem Range_E überraschte Land Rover beispielsweise auf dem Autosalon in Genf mit der Parallel-Hybrid-Technik. Der zusätzliche Elektroantrieb soll den Verbrauch der Geländewagen senken. Quelle: Reuters
Platz 13 - Lancia (Italien)Die unbeliebte Tochter der Fiat-Familie ist der große Gewinner des diesjährigen Innovationsranking. Satte 24 Plätze machen die Turiner gut und sichern sich damit einen Platz in der Top 15. Lange galt die Marke als sehr Rallye-fixiert. Mittlerweile setzt man auf außergewöhnliche Materialien und Design. Quelle: dapd
Mann begutachtet einen Neuwagen beim Peugeot-Händler Quelle: AP
Platz 11 - Opel (Deutschland)Gute Nachrichten sind selten für die GM-Tochter. Zuletzt kursierten Gerüchte über eine Werksschließung in Bochum, auch das Werk in Rüsselsheim verliert mit dem Astra ein wichtiges Modell. Im Innovationsranking rutscht Opel um zwei Plätze nach unten und damit aus der Top 10. Zu den Innovationen des Konzerns gehört beispielsweise das adaptive Sicherheitsfahrlicht AFL+ . Bewegliche Elemente in den Scheinwerfern stellen sich dabei automatisch auf unterschiedliche Fahrbedingungen ein. Quelle: obs
Platz 10 - Volvo (Schweden)Der schwedische Autobauer will in diesem Jahr weltweit und insbesondere in China schneller als der Markt wachsen. Volvo gilt als Erfinder des Dreipunktgurtes. Doch 2011 ging es im Innovationsranking um zwei Plätze abwärts. Quelle: Reuters

Hält der VW-Konzern Kurs, dürften die Deutschen kommendes Jahr an GM vorbeiziehen und auf Rang zwei der globalen Autobauer vorrücken. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Prognose des Center of Automotive Management (CAM) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach verkauft der VW-Konzern 2013 rund 9,4 Millionen Autos. GM kommt auf 9,3 Millionen Pkw. „Volkswagen greift mit den wichtigen Marken Audi, VW, Škoda und Porsche auf ein breiteres und hochwertigeres Produktportfolio zurück als General Motors“, sagte CAM-Chef Stefan Bratzel dem Handelsblatt.

Der Weg zu Branchenprimus Toyota, den die Wolfsburger bis zum Jahr 2018 ablösen wollen, ist jedoch noch weit. Von Januar bis September verkauften die Japaner mit weltweit 7,4 Millionen Fahrzeugen mehr als VW und General Motors. Toyota war von 2008 bis 2010 beim Absatz Weltmarktprimus, büßte diese Position nach Finanzmarktkrise, imageschädigenden Rückrufaktionen und Naturkatastrophen in Serie aber ein.

„Toyota kommt mit hoher Dynamik aus den Krisenjahren zurück und distanziert GM und VW deutlich“, so Bratzels Analyse. Die wieder erstarkten Japaner sollen den CAM-Berechnungen nach 2013 rund 10,2 Millionen Autos verkaufen. Daran ändern offenbar auch die jüngsten Rückrufaktionen der Japaner nichts. „Aber Toyota muss das im Auge behalten“, sagte Bratzel.

VW-Konkurrenz in der Defensive
PSA Peugeot Citroen: Wankender Riese ohne echte PerspektiveÜberkapazitäten, unrentable Werke, eine ungesunde Konzentration auf den europäischen Massenmarkt, eine Banktochter, die sich doppelt so teuer refinanzieren muss wie die Konkurrenten von VW – um den PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot und Citroën steht es nicht gut. Als Gegenleistung für eine Bürgschaft über sieben Milliarden  Euro sitzt demnächst der Staat mit im Verwaltungsrat, zudem ein Mitarbeitervertreter. Dividenden sind vorerst gestrichen. Bei Redaktionsschluss notierte die Aktie unter fünf Euro und damit auf dem tiefsten Stand seit 1985. Die angekündigte Zusammenarbeit mit der General-Motors-Tochter Opel bei vier Modellen wird für eine Kehrtwende und für die Abwehr gegen VW nicht reichen. Immerhin: An der notwendigen Streichung von 8.000 Stellen will PSA trotz Protesten der Gewerkschaften festhalten. Quelle: dpa
Renault: Durch internationales Geschäft und die Allianz mit Nissan abgesichertBei Renault läuft es nur in der Formel 1 rund, wo Sebastian Vettel mit einem Renault-Motor Richtung WM-Titel rast. Ansonsten fahren die Franzosen im Rückwärtsgang. In einem weltweit wachsenden Automobilmarkt verkaufte der Konzern im dritten Quartal dieses Jahres 596.000 Autos – ein Minus von 5,8 Prozent. In Europa betrug der Rückgang sogar 18,4 Prozent. Renault rechnet nicht nicht mehr damit, 2012 wie geplant ebenso viele Autos zu verkaufen wie 2011. Beim Kundenmonitor des Automobilklubs ADAC, an dem sich 20.000 Autofahrer in Deutschland beteiligten, habe Renault zwar Bestwerte im Service bekommen, sagt Reinhard Kolke, Leiter Test und Technik beim ADAC. "Unterm Strich hilft das Renault wenig, denn die Bindung der Kunden an die Marke ist ausgesprochen schwach." VW ist hier weit voraus. Quelle: AP
General Motors: Hohe Kampfmoral, aber viele ProblemeVon der US-Mutter General Motors (GM) gegängelt und in Deutschland immer wieder totgesagt, macht Opel einfach rotzig weiter und serviert ordentliche Modelle: erst der vielfach preisgekrönte Mittelklassewagen Insignia, jetzt der pfiffige Kleinwagen Adam, der kleine Geländewagen Mokka und das geschmackvolle Cabrio Cascada. Trotzdem sei Opel „das Sorgenkind des Markts“, urteilt ADAC-Experte Kolke. „Die Nachrichtenlage zu dem Unternehmen scheint auf die Marke abzustrahlen.“ Ob der Blitz ausgerechnet in der aufziehenden Krise die Wende schafft, dürfte davon abhängen, ob es Opel gelingt, dass die Leute wieder über die Fahrzeuge und nicht über die Turbulenzen im Unternehmen reden. In Bochum gründete der Autobauer zusammen mit dem Land Nordrhein-Westfalen eine Arbeitsgruppe, die sich nach eigenen Angaben „mit der künftigen Nutzung“ des dortigen Opel-Standortes befassen soll. Das klingt nach Schließung des Bochumer Opel-Werks, nach Arbeitskampf und jeder Menge Negativschlagzeilen – VW-Chef Martin Winterkorn kann sich freuen. Quelle: dapd
Fiat: Hoffnungsschimmer ChryslerHätte Fiat 2011 nicht den US-Autobauer Chrysler übernommen, sähe es heute düster aus für den Autokonzern. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete die Fiat-Chrysler-Gruppe einen Nettogewinn von gut einer Milliarde Euro – ohne Chrysler wäre ein Verlust von 800 Millionen Euro angefallen. Ein tiefer Absturz, verglichen mit dem Vorjahr: Da lag die Marke Fiat noch mit 1,2 Milliarden Euro im Plus. Der Ausblick des Konzerns in der vergangenen Woche war so düster, dass die Aktie einbrach und zeitweise vom Handel ausgesetzt werden musste. Nun berät Fiat-Chef Sergio Marchionne mit Gewerkschaftern, wie es weitergehen kann. Gut möglich, dass er dem Vorbild von Ford folgt und ein Werk dichtmacht. Marchionne verfolgt zudem einen radikalen Plan: den Zusammenschluss von Fiat, PSA und Opel zu einem mächtigen VW-Gegenspieler. Bislang blitzte er damit aber bei PSA und GM ab. Quelle: REUTERS
Ford: Starker US-MutterkonzernIm dritten Quartal 2012 verbuchte Ford mit 1,7 Milliarden Euro so viel Gewinn wie noch nie in einem dritten Quartal. Und das, obwohl das Europa-Geschäft allein in diesen drei Monaten 468 Millionen Dollar Verlust einfuhr. Konzernchef Alan Mulally zieht nun die Reißleine. Drei Werke in Belgien und Großbritannien mit insgesamt 5.700 Mitarbeitern wird er dichtmachen. Mulally geht bei dem Abbau von Überkapazitäten in Europa nicht nur mutig voran. Er zeigt auch dem Wettbewerber GM, wie er Opel sanieren könnte, ohne ständig die Marke zu ramponieren. Denn anders als GM bekannte sich Mulally stets zu seinem Europa-Geschäft und brachte die Schließungen erst ins Spiel, als sie unabwendbar waren. So blieben lange, imageschädigende Debatten über Sanierungspläne und Werkschließungen aus. Nach den harten Einschnitten könnte Ford schnell wieder in die Erfolgsspur zurückkehren und sich gegen VW behaupten. Quelle: REUTERS

Die 16 globalen Automobilkonzerne werden der CAM-Prognose zufolge im Gesamtjahr 2012 etwa 68 Millionen Pkw verkaufen. Das entspricht trotz der Krise in Europa gegenüber 2011 einem Zuwachs von rund sieben Prozent.

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