WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

ADAC-Affäre Wie ein Präsident sich verrennt

Der Rücktritt des Schatzmeisters erschüttert den ADAC bis hinauf zu Präsident August Markl. Dessen Umgang mit dem Problem hat die Provinzangelegenheit erst richtig schlimm gemacht. Die Sache birgt noch mehr Sprengstoff.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Kritik an ADAC-Präsident Markl nimmt zu. Quelle: dpa

Die Empörung ist groß im ADAC nach dem Rücktritt von Finanz-Vizepräsident Klaus-Peter Reimer. Doch sie richtet sich keineswegs alleine gegen den 62 Jahre alten Funktionär, der über Vetternwirtschafts-Vorwürfe in seinem Regionalclub Westfalen stolperte – dessen erster Vorsitzender Reimer zugleich ist. Vor allem nimmt die Kritik an ADAC-Präsident August Markl zu.

Markl hatte persönlich ein Gutachten bei der Großkanzlei Freshfields in Auftrag gegeben, um die Vorgänge in Westfalen zu untersuchen. Bei der Hauptversammlung Anfang Mai in Bochum, so berichten mehrere Delegierte, sagte Markl allerdings kein Wort, als Reimer den Delegierten verkündete, Freshfields habe alle Vorwürfe gegen ihn entkräftet – obwohl im Gutachten der Juristen etwas ganz anderes steht. In dem Dokument, das der WirtschaftsWoche vorliegt, stellen die Anwälte unter anderem eine „Pflichtverletzung des Vorstands des ADAC Westfalen“ fest.

Das Brisante dabei: In Bochum musste sich Reimer den Delegierten zur Wiederwahl als Schatzmeister stellen. „Das ist eine Schweinerei. Markl hätte einschreiten müssen“, sagt ein Delegierter, „für mich ist das Wahlmanipulation.“ Reimer siegte anschließend bei der Wahl mit 130 zu 80 Stimmen gegen seinen Herausforderer Volker Schwarz aus dem Regionalclub Württemberg.

Delegierte fühlen sich hinters Licht geführt

Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche meldet sich ein weiterer Delegierter. Er fühle sich „getäuscht“, hält Markls Schweigen für „skandalös“ und „wenig weitsichtig“. Angesichts der Schwere der Vorwürfe sei absehbar gewesen, dass „diese tickende Zeitbombe früher oder später hochgehen muss“. Markl, so sagt der Delegierte, hätte Reimer deshalb von einer erneuten Kandidatur abbringen müssen.

Doch der Präsident habe Gespür und Geschick vermissen lassen. „Dass der ADAC jetzt mit dem Rücktritt des Schatzmeisters nur zwei Monate nach dessen Wahl wieder in den Negativschlagzeilen ist, hat auch Markl zu verantworten.“

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V.


Da die Vorwürfe gegen Reimer allesamt Vorgänge im Regionalclub Westfalen betreffen und nicht seine Tätigkeit als Schatzmeister des bundesweiten Dachverbands, hätte die Sache auch als Provinzaffäre enden könnten. Der Kernvorwurf lautet: Bei zwei zusammen 14 bis 15 Millionen Euro teuren Bauprojekten des Regionalclubs in Hagen und Gelsenkirchen hat der ADAC Westfalen keine Vergleichsangebote für Architektenleistungen eingeholt, sondern die Aufträge einem Schulfreund von Reimer zugeschanzt.

Der Saubermann im Sog der Affäre

Erst Markls desaströser Umgang mit dem Problem sorgt dafür, dass nun auch die Zentrale in München tief mit in den Schlamassel gezogen wird. Markl, der Saubermann, der stets die neue Transparenz und Wahrhaftigkeit beim ADAC predigt, hat nun selbst ein Problem. Erst im vergangenen Jahr hatte Markl das Spitzenamt nach dem Rücktritt von Peter Meyer übernommen, der im Zuge des Skandals wegen manipulierter Abstimmungsergebnisse beim Autopreis „Gelber Engel“ zurückgetreten war. Markls Mission: Den Pannen-Club wieder flott machen.

Nicht nur Delegierte werfen Markl nun jedoch vor, mit seinem Schweigen in der Hauptversammlung Reimer gedeckt und die Affäre vertuscht zu haben. Auch im Verwaltungsrat regt sich Unmut, dort sind die 18 Regionalclubs vertreten. „Wir haben bisher Null Informationen zu den Vorgängen in Westfalen und dem Gutachten von Freshfields erhalten“, sagt ein Verwaltungsratsmitglied der WirtschaftsWoche. „Das hat nichts mit dem Anspruch von Klarheit, Wahrheit und Transparenz zu tun.“

Auf die Frage der WirtschaftsWoche, ob und falls ja wann er das Präsidium und den Verwaltungsrat über die Untersuchungsergebnisse zu den Vorgängen in Westfalen unterrichtet hat, geht Markl in einer Stellungnahme nicht ein. Stattdessen verweist der Sprecher des ADAC-Bosses darauf, dass Markl im Februar dieses Jahres nach dem Eingang eines anonymen Hinweises über das Compliance-Meldesystem des Clubs „sofort die rückhaltlose Aufklärung beauftragt“ habe. Was in erster Linie bedeutete, dass Markl die Kanzlei Freshfields für die Aufarbeitung mandatierte.

Anwälte rieten Markl zu Mauertaktik


Doch es deutet einiges darauf hin, dass Markl in der Affäre gezielt auf eine Mauertaktik setzte. Die eigenen Anwälte haben ihrem Auftraggeber jedenfalls dazu geraten. Am Ende des Gutachtens gibt Freshfields „Empfehlungen zum weiteren Vorgehen (Dr. Markl)“ ab. Die Juristen schreiben: „Wir empfehlen, diesen Bericht vorerst nicht innerhalb des Präsidiums oder des Verwaltungsrates des ADAC e.V. zu verteilen.“ Allenfalls sollten wesentliche Inhalte vorgestellt werden – was im Verwaltungsrat aber offenbar bis heute nicht geschehen ist.

ADAC-Manager wegen Veruntreuung unter Verdacht
Die Last der Krisen liegt noch immer auf dem ADAC. Quelle: dpa
02. Dezember 2014Der ADAC hat sich nach monatelangen Auseinandersetzungen mit seinem fristlos gekündigten Pressechef Michael Ramstetter geeinigt. Ramstetter habe Schadenersatz geleistet, sagte eine ADAC-Sprecherin Anfang Dezember in München und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Damit sei eine außergerichtliche Einigung erreicht worden. Zu der Höhe des geleisteten Schadenersatzes äußerte sich der ADAC nicht. "Im Übrigen wurde Stillschweigen vereinbart." Ramstetter hatte im Januar Manipulationen beim ADAC-Preis "Gelber Engel" zugeben und den ADAC damit in eine tiefe Krise gestürzt. Nachdem ein Prüfbericht der Beratungsfirma Deloitte den Verdacht auf Fälschungen bestätigt hatte, wurde Ramstetter fristlos gekündigt. Er wehrte sich aber vor Gericht gegen Schadenersatzforderungen und die Kündigung. Quelle: dpa
22. November 2014Der ADAC steht nach dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" und Kritik an seinen wirtschaftlichen Aktivitäten vor einer grundlegenden Strukturreform. Dabei will der Autoclub seinen steuermindernden Vereinsstatus behalten. Ein entsprechender Reformplan, der aus mehreren Entwürfen ausgewählt wurde, soll der außerordentlichen ADAC-Hauptversammlung am 6. Dezember in München vorgelegt werden. Neben mehr Transparenz und besserer Nachvollziehbarkeit der Struktur soll die Reform auch der "erforderlichen und sinnvollen Trennung zwischen Vereins- und Wirtschaftsaktivitäten besser Rechnung tragen", wie ADAC-Sprecher Christian Garrels erklärte. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und von NDR Info favorisiert der kommissarische ADAC-Präsident August Markl (66) ein Modell, das eine Ausgliederung der ADAC-Firmenholding in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Diese Berichte wollte der Sprecher des Autoclubs nicht bestätigen und nicht kommentieren. Quelle: dpa
10. November 2014Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG wird die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden. Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt hatte zuletzt auch andere Anbieter hart getroffen: Anfang November war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden muste. Quelle: dpa
22. Oktober 2014August Markl, der kommissarische Präsident des ADAC, will auch in Zukunft auf dem Chefposten bleiben. Wie der Autoclub im Oktober mitteilte, wird Markl sich im Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung des ADAC als Präsident zur Wahl stellen. Der 66-Jährige, offiziell Erster Vizepräsident, war im Februar Interimschef geworden, nachdem Peter Meyer vom Präsidentenamt zurückgetreten war. "Ich fühle mich dem ADAC und seinem zutiefst solidarischen Grundgedanken von Hilfe, Rat und Schutz seit mehr als 40 Jahren so sehr verpflichtet, dass ich meine ursprüngliche persönliche Planung noch einmal hinten anstelle", erklärte Markl. Quelle: dpa
23. April 2014Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ werden liegengebliebene Kunden großer Autohersteller bei der Pannenhilfe bevorzugt. Mehrere ADAC-Insider hätten demnach berichtet, dass die „Gelben Engel“ häufig zunächst den Autofahrern helfen, die über die Hersteller ihrer Fahrzeuge versichert seien. Mehrere Autokonzerne haben den ADAC mit solchen Dienstleistungen beauftragt. Der ADAC hat den Vorwurf zurückgewiesen. „Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet“, sagte ein Sprecher des Autoclubs. Quelle: dpa
16. April 2014Der frühere ADAC-Geschäftsführer Alfons Kifmann gibt in seinem Enthüllungsbuch "Die gelbe Gier" noch einmal Zunder ins Feuer der Wut auf den ADAC. So deckt Kifmann, der zwischen 1995 und 1998 Mitglied der Geschäftsführung sowie Chefredakteur der Clubzeitung "Motorwelt" war, etwa auf, dass die 650 Vertragsanwälte, die für den ADAC arbeiten, ein Auftragsvolumen von 460.000 Euro pro Kopf und Jahr erhalten. Die Anwaltslizenzen nennt er eine Lizenz zum Gelddrucken. Nahezu ebenso gut würden die Sachverständigenbüros und Abschleppdienste des ADAC verdienen. Quelle: Fotolia


Wegen der bevorstehenden Wahlen in Bochum drängt Freshfields in den Empfehlungen an Markl darauf, „diesen Bericht zeitnah und jedenfalls noch vor der anstehenden Hauptversammlung des ADAC e.V. Anfang Mai 2015 mit dem Vorstand des ADAC Westfalen zu erörtern.“ Nach einer Besprechung mit Westfalen solle „über eine etwaige weitere Verteilung und den betreffenden Adressatenkreis“ entschieden werden.

Markl aber entschied sich, sein Wissen erst mal für sich zu behalten und gab das Gutachten nicht an seien Gremien weiter, widersprach auch Reimer nicht auf der Hauptversammlung. Wegen der noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen, so lässt Markl einen Sprecher mitteilen, bestand „kein Grund auf der Delegiertenversammlung Stellung zu den Ausführungen von Herrn Reimer zu nehmen“. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG sollen jetzt erst noch herausfinden, ob die millionenschweren Immobilieninvestitionen überhaupt wirtschaftlich sind oder dem ADAC Westfalen sogar Verluste einbringen.

„Pflichtverletzung des Vorstands“

Allerdings: Die Hauptversammlung gänzlich im Unklaren zu lassen, schien selbst den Anwälten von Freshfields zu weit zu gehen. Sie legen Markl im Empfehlungsteil ihres Gutachtens nahe, die Sache hinter verschlossenen Türen quasi schönzureden. Es sei zu überlegen, schreiben die Juristen, „das Thema in der nicht-öffentlichen Delegiertenversammlung proaktiv anzusprechen und positiv herauszustellen, dass das Thema Compliance ernst genommen wird und die schon getroffenen Maßnahmen erste Wirkung zeigen.“

ADAC Kundenbarometer 2014


Das entspricht exakt der Lesart, die der ADAC jetzt verbreitet: Das Compliance-System wirkt. Doch der Hinweis dort ging erst im Februar dieses Jahres ein, die Affäre ist nicht durch das Compliance-System des ADAC ans Licht gekommen, sondern durch die Hartnäckigkeit der Rechnungsprüfer im Regionalclub Westfalen. In ihrem Prüfbericht, der der WirtschaftsWoche ebenfalls vorliegt und der auch eine zentrale Grundlage des Freshfields-Gutachtens ist, haben sie bereits Ende 2014 die Vorgänge erstmals zum Thema gemacht.
Reimer versuchte lange, alles abzustreiten. Am Rande der Hauptversammlung in Bochum ließ er gegenüber der WirtschaftsWoche noch verbreiten, Opfer schäbiger anonymer Vorwürfe geworden zu sein. Von Freshfields, so hieß es in seinem Umfeld, liege noch gar kein schriftlicher Bericht vor. Mündlich habe die Kanzlei jedoch schon mitgeteilt, dass an den Vorwürfen nichts dran sei – was offensichtlich genauso falsch war wie die Behauptung gegenüber den Delegierten. Denn die Juristen schreiben unter anderem: „Die Vergabe von Aufträgen in Millionenhöhe ohne ausreichende Vergleichsmöglichkeit bzw. eigenständige Überprüfung stellt einen Verstoß gegen die gebotene Sorgfalt bei der Entscheidungsfindung dar.“ Auf Fragen dazu will Reimer nun keine Stellung mehr nehmen, auch er verweist auf die noch laufenden Untersuchungen.

Gesamter Westfalen-Vorstand im Kreuzfeuer

Im Gutachten kritisiert Freshfields nicht nur Reimer, sondern die Arbeit des kompletten Vorstands in Westfalen im Zusammenhang mit den Immobilieninvestitionen. Die Dokumentation der Beschlüsse und deren Grundlagen sei problematisch, die behauptete „sorgfältige Prüfung“ lasse sich nicht belegen, selbst wenn sie stattgefunden haben sollte. Peinlich für den ADAC: Freshfields stellt auch fest, dass sich die Westfalen für die Bauprojekte alleine auf die Renditeberechnungen des Architekten gestützt haben, der ihnen die Projekte vorgeschlagen hat. Unabhängige Renditeberechnungen konnten sie bei ihrer Untersuchung nirgends finden.

Die Verfehlungen sind für die Freshfields-Anwälte so eklatant, dass sie auch mögliche Schadenersatzforderungen gegen den Vorstand und sogar strafrechtliche Konsequenzen diskutieren. „Herr Reimer und weitere Vorstandmitglieder haben sich im Zusammenhang mit den Bauvorhaben Gelsenkirchen und Hagen gegenüber dem Verein pflichtwidrig verhalten“, stellen sie fest. Nach den derzeitig vorliegenden Informationen könne „auch nicht ausgeschlossen werden, dass sich Herr Reimer und weitere Vorstandsmitglieder diesbezüglich gegebenenfalls schadenersatzpflichtig gemacht haben.“

Für eine abschließende Bewertung, darauf weisen die Juristen allerdings ebenfalls hin, seien erst noch die vertiefenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen von KPMG abzuwarten. Erst dann lasse sich sagen, ob dem ADAC Westfalen ein Schaden entstanden sei oder künftig drohe sowie in welcher Höhe. Auch die Beurteilung der strafrechtlichen Frage, ob eine Untreue vorliegen könnte, hängt hiervon ab. Der Sprecher des ADAC Westfalen will sich zu diesem Punkt des Gutachtens ebenfalls nicht äußern und verweist wiederum auf die noch laufenden Untersuchungen. Dass der gesamte Vorstand in Westfalen in der Kritik steht, könnte wiederum bis nach München durchschlagen.

Die Verquickungen von ADAC-Chefjurist Kaessmann

Denn Reimer ist für Markl nicht das einzige Problem. Aus dem Vorstand des ADAC Westfalen kommt nicht nur der bisherige Schatzmeister, mit Werner Kaessmann hat noch ein weiterer Westfalen-Grande eine Schlüsselposition in München inne: Er ist Generalsyndikus des ADAC e.V., also der oberste Jurist im ADAC. „Seine Aufgabe ist die juristische Beratung der Führungsgremien des ADAC und die Leitung der Syndikusorganisation“, heißt es in der ADAC-Satzung. Im Regionalclub Westfalen ist Kaessmann ebenfalls Syndikus.

Als solcher spielte er für Reimer bisher den obersten Feuerwehrmann, versuchte im Vorstand und im Vorstandsrat die Brände zu löschen, die der interne Rechnungsprüferbericht und später das Freshfields-Gutachten entfacht hatten. Kaessmann ist aber auch geschäftlich so eng mit dem ADAC Westfalen verbunden, dass dies den Argwohn mancher Mitglieder weckt.

Der Rechtsanwalt ist selbst Vertragsanwalt des ADAC, übernimmt also auf Kosten des ADAC die Beratung von Mitgliedern bei der für diese kostenlosen Erstberatung. Unter den sechs Anwälten seiner Kanzlei ist noch ein weiterer ADAC-Vertragsanwalt. Die Kanzlei hat zwei Standorte in Dortmund: Den Hauptsitz in der früheren Geschäftsstelle des ADAC Westfalen – einer Immobilie, die nach Informationen der WirtschaftsWoche nach wie vor im Besitz des Vereins ist – sowie einen zweiten Sitz in der aktuellen ADAC-Geschäftsstelle.

Verflechtungen sollen aufgelöst werden

Die Verquickung von Vertragsanwaltstätigkeit und ADAC-Führungspositionen hatte schon im vergangenen Jahr im Zuge des ADAC-Skandals Wellen geschlagen. Auch beim ADAC Westfalen ist man sich offensichtlich bewusst geworden, dass eine derart enge Verbindung wie die mit Kaessmann pikant ist.

Auf eine Anfrage der WirtschaftsWoche an Kaessmann und den ADAC Westfalen teilt der Pressesprecher mit, dass die Kanzlei Kaessmann die Büroräume in der neuen ADAC-Geschäftsstelle „auf ausdrücklichen Wunsch“ des ADAC Westfalen angemietet habe – dort aber zum Jahresende ausziehen werde. Die Tätigkeit als Vertragsanwalt beendet Kaessmann ebenfalls, ab 1. September dieses Jahres wird er sie aufgeben. In der alten Geschäftsstelle werde die Kanzlei künftig sogar größere Flächen anmieten, dort zahle sie „eine ortsübliche Miete“ – wie die ermittelt wurde, sagt der Sprecher allerdings nicht.

Ein Westfalen-Mitglied sieht dagegen in den Geschäftsbeziehungen zwischen dem ADAC und Kaessmann den nächsten Punkt, der nach den Vorwürfen gegen Reimer nun aufgeklärt werden müsse. „Die sauberste Lösung für den ADAC Westfalen wäre in meinen Augen, dass der Gesamtvorstand inklusive Geschäftsführer und Syndikus zurücktritt“, sagt er der WirtschaftsWoche. Sollte es dazu kommen, würde Markl nach dem Schatzmeister mit dem Generalsyndikus eine zweite Schlüsselfigur verlieren. Und selbst noch weiter in die Klemme geraten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%