ADAC Reformpläne für den ADAC nehmen Gestalt an

Auf einer außerordentlichen Sitzung in Köln beschlossen Präsidium und Verwaltungsrat ein 10-Punkte-Programm für den Umbau des Automobilclubs.

ADAC-Manager wegen Veruntreuung unter Verdacht
Die Last der Krisen liegt noch immer auf dem ADAC. Quelle: dpa
02. Dezember 2014Der ADAC hat sich nach monatelangen Auseinandersetzungen mit seinem fristlos gekündigten Pressechef Michael Ramstetter geeinigt. Ramstetter habe Schadenersatz geleistet, sagte eine ADAC-Sprecherin Anfang Dezember in München und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Damit sei eine außergerichtliche Einigung erreicht worden. Zu der Höhe des geleisteten Schadenersatzes äußerte sich der ADAC nicht. "Im Übrigen wurde Stillschweigen vereinbart." Ramstetter hatte im Januar Manipulationen beim ADAC-Preis "Gelber Engel" zugeben und den ADAC damit in eine tiefe Krise gestürzt. Nachdem ein Prüfbericht der Beratungsfirma Deloitte den Verdacht auf Fälschungen bestätigt hatte, wurde Ramstetter fristlos gekündigt. Er wehrte sich aber vor Gericht gegen Schadenersatzforderungen und die Kündigung. Quelle: dpa
22. November 2014Der ADAC steht nach dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" und Kritik an seinen wirtschaftlichen Aktivitäten vor einer grundlegenden Strukturreform. Dabei will der Autoclub seinen steuermindernden Vereinsstatus behalten. Ein entsprechender Reformplan, der aus mehreren Entwürfen ausgewählt wurde, soll der außerordentlichen ADAC-Hauptversammlung am 6. Dezember in München vorgelegt werden. Neben mehr Transparenz und besserer Nachvollziehbarkeit der Struktur soll die Reform auch der "erforderlichen und sinnvollen Trennung zwischen Vereins- und Wirtschaftsaktivitäten besser Rechnung tragen", wie ADAC-Sprecher Christian Garrels erklärte. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und von NDR Info favorisiert der kommissarische ADAC-Präsident August Markl (66) ein Modell, das eine Ausgliederung der ADAC-Firmenholding in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Diese Berichte wollte der Sprecher des Autoclubs nicht bestätigen und nicht kommentieren. Quelle: dpa
10. November 2014Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG wird die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden. Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt hatte zuletzt auch andere Anbieter hart getroffen: Anfang November war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden muste. Quelle: dpa
22. Oktober 2014August Markl, der kommissarische Präsident des ADAC, will auch in Zukunft auf dem Chefposten bleiben. Wie der Autoclub im Oktober mitteilte, wird Markl sich im Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung des ADAC als Präsident zur Wahl stellen. Der 66-Jährige, offiziell Erster Vizepräsident, war im Februar Interimschef geworden, nachdem Peter Meyer vom Präsidentenamt zurückgetreten war. "Ich fühle mich dem ADAC und seinem zutiefst solidarischen Grundgedanken von Hilfe, Rat und Schutz seit mehr als 40 Jahren so sehr verpflichtet, dass ich meine ursprüngliche persönliche Planung noch einmal hinten anstelle", erklärte Markl. Quelle: dpa
23. April 2014Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ werden liegengebliebene Kunden großer Autohersteller bei der Pannenhilfe bevorzugt. Mehrere ADAC-Insider hätten demnach berichtet, dass die „Gelben Engel“ häufig zunächst den Autofahrern helfen, die über die Hersteller ihrer Fahrzeuge versichert seien. Mehrere Autokonzerne haben den ADAC mit solchen Dienstleistungen beauftragt. Der ADAC hat den Vorwurf zurückgewiesen. „Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet“, sagte ein Sprecher des Autoclubs. Quelle: dpa
16. April 2014Der frühere ADAC-Geschäftsführer Alfons Kifmann gibt in seinem Enthüllungsbuch "Die gelbe Gier" noch einmal Zunder ins Feuer der Wut auf den ADAC. So deckt Kifmann, der zwischen 1995 und 1998 Mitglied der Geschäftsführung sowie Chefredakteur der Clubzeitung "Motorwelt" war, etwa auf, dass die 650 Vertragsanwälte, die für den ADAC arbeiten, ein Auftragsvolumen von 460.000 Euro pro Kopf und Jahr erhalten. Die Anwaltslizenzen nennt er eine Lizenz zum Gelddrucken. Nahezu ebenso gut würden die Sachverständigenbüros und Abschleppdienste des ADAC verdienen. Quelle: Fotolia
Laut Kifmann gibt der ADAC jährlich mehr als 50 Millionen Euro für den Motorsport aus, obwohl sich seit Jahren eine Mehrheit der Mitglieder dagegen ausspreche, dass Mitgliedergelder für den Motorsport verwendet werden. Eine weitere Anschuldigung: da der ADAC ein "Idealverein" ist, dürfte er kein Vermögen anhäufen - das tue er aber trotzdem. Laut Kifmann sitzt der ADAC auf "liquiden Vermögenswerten von mindestens drei Milliarden Euro". Quelle: Fotolia
Auch Partys auf Kosten der Mitglieder gibt es laut Kifmann. Jährlich würde für "die obersten 189 Ehrenamtlichen des Vereins" auf der Hauptversammlung eine "Party mit Damen" gefeiert, samt Gala-Dinner und Besuch einer Spielbank. Die Rechnung dafür schätzt Kifmann auf einen siebenstelligen Betrag, der aus den Mitgliedsbeiträgen gezahlt werde. Quelle: Fotolia
Auch bei den Mitgliederzahlen geht es laut Alfons Kifmann nicht mit rechten Dingen zu. Laut seinen Insiderinformationen sind die Zahlen geschönt, weil auch beitragsfreie Mitglieder eingerechnet würden. Dabei handele es sich um junge Menschen, die im ersten Jahr nach dem Wechsel von der beitragsfreien Jugendmitgliedschaft in die ordentliche Mitgliedschaft noch keinen Beitrag zahlen. Kifmann beziffert diese Gruppe auf rund 389.000. Quelle: Fotolia
14. April 2014TV- und Hörfunk-Werbespots sollen das ramponierte Image des ADAC wiederherstellen. Im Mittelpunkt sollen die "klassischen Serviceleistungen" des Clubs stehen, nämlich "Rat, Service und Hilfe", wie das 'Handelsblatt' schreibt. Ab Mai sollen die Spots anlaufen, die mehrere Millionen Euro kosten sollen. Die Idee, so berichtet das 'Handelsblatt', soll von der Münchener Kreativagentur Serviceplan entwickelt werden. Mediaplus, eine Tochter, vermarktet die Spots. Quelle: REUTERS
4. April 2014Der ADAC hat in der Aufarbeitung seiner Manipulationsaffäre weitere Konsequenzen gezogen und sich von seinem langjährigen Geschäftsführer Karl Obermair getrennt. Über die vertraglichen Details hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, teilte der ADAC mit. „Es gibt eine einvernehmliche Trennungsvereinbarung, die von beiden Seiten unterschrieben worden ist“, sagte ADAC-Sprecher Christian Garrels. Erste Ergebnisse der entsprechenden Arbeitsgruppen könne es eventuell im Mai bei der Hauptversammlung geben. Obermair war zunehmend unter Druck geraten, nachdem er bei der Feier zur Wahl des Lieblingsautos der Deutschen im Januar Manipulationsvorwürfe harsch zurückgewiesen hatte. Tatsächlich aber bestätigten sich später die Vorwürfe. Der kommissarische ADAC-Präsident August Markl hatte schon Ende Februar angekündigt, dass sich der Club auch von Obermair trennen wolle. Wann Obermair den ADAC offiziell verlässt, blieb offen. Quelle: dpa
04. März 2014Nach dem Manipulationsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ sind dem ADAC weitere Mitglieder davongelaufen. Die Zahl der zusätzlichen Kündigungen aufgrund der aktuellen Entwicklungen sei auf 186.000 angewachsen, teilte der Automobilclub am Montag mit. Die Zahl ergebe sich durch den Vergleich mit den „normalen“ Monaten Januar und Februar des Vorjahres. Weitere 26.000 Kündigungen seien noch nicht bearbeitet - damit dürfte sich die Zahl der Austritte wegen der Affäre bisher auf über 200.000 belaufen. Im gesamten Jahr 2013 hatte der Club rund 490.000 Kündigungen verzeichnet. Dennoch lag der Netto-Zuwachs damals bei rund 528.000. Erstmals seit langem sank nun im Februar die absolute Zahl der Mitglieder leicht, nämlich um knapp 2500. In den vergangenen zehn Jahren hatte der mit 18,99 Millionen Mitgliedern zweitgrößte Autoclub der Welt stets dazugewonnen. Quelle: dpa
17. Februar 2014Beim Autopreis „Gelber Engel“ des ADAC hat es schon seit Jahren Manipulationen bei der Wahl zum Lieblingsauto gegeben. Wie der Automobilclub am Montag in München mitteilte, wurde dabei zwischen 2009 und 2013 neben der Teilnehmerzahl auch die Rangfolge gefälscht. Quelle: dpa
12. Februar 2014Wie die Zeitung " Die Welt" berichtet, gibt es den Verdacht, dass ein ADAC-Funktionär sich für den Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke in Dresden eingesetzt hat. Die Dresdner Grünen haben demnach eine entsprechende Anfrage an die Oberbürgermeisterin gestellt, in der sie wissen wollen, "ob und welche Projekte es zwischen ADAC und der Landeshauptstadt seit 1990 gab, ob darüber Verträge bestanden und Kosten für Dresden entstanden sind." Zudem wird gefragt, "ob die Stadt (auch kostenlose) Angebote des ADAC erhalten und angenommen hat und ob damit zu rechnen ist, dass es in diesem Zusammenhang eine Presseberichterstattung zulasten der Landeshauptstadt geben könnte".Die Waldschlößchenbrücke ist vielen ein Dorn im Auge. Das 180 Millionen Euro teure Bauwerk wird nicht nur etwa halb so viel genutzt, als vorausgesagt. Auch brockte der Bau der Stadt Dresden den Verlust des Welterbetitels der Unesco ein. Es schwelt der Verdacht, dass Statistiken gefälscht wurden, um den Bau durchzusetzen. Dem Bericht nach war ein führender Funktionär des ADAC maßgeblich an der Propaganda zugunsten der Brücke beteiligt und trat zudem a ls Sponsor und Organisator des Bürgerentscheids von 2005 auf, durch den der Bau letztendlich abgesegnet wurde. Quelle: dapd
10. Februar 2014ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Der 64-Jährige legte nach einem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Die in den letzten Tagen erfahrenen Angriffe und Diffamierungen seiner Person belasteten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie. Die Entscheidung zur Demission wurde von ihm allein und sorgfältig überlegt gefällt, sagte er in einer Mitteilung. „Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC-Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden“, erläuterte er in der Mitteilung. Zuvor hatte Meyer einen Rücktritt mehrfach ausgeschlossen. Quelle: dpa
07. Februar 2014Bei der Vergabe des ADAC-Preises „Gelber Engel“ für die Lieblingsautos der Deutschen sollen nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ nicht nur die Abstimmungszahlen manipuliert worden sein, sondern auch die Rangfolge der Sieger. Danach hätten die ADAC-Mitglieder eigentlich den VW Tiguan auf Platz fünf gewählt. Aber der Autoclub habe den 5er BMW auf Platz fünf gehoben, der bei der Abstimmung eigentlich nur auf Platz sieben gekommen sei, berichtete die Zeitung. ADAC-Sprecher Christian Garrels sagte, er könne den Bericht nicht bestätigen und verwies auf die Untersuchungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem ADAC sind bisher keinerlei Ergebnisse bekannt“, sagte Garrels. BMW und VW teilten auf Anfrage mit, sie wollten das offizielle Untersuchungsergebnis abwarten. BMW-Sprecher Kai Lichte kündigte aber an, wenn der Zeitungsbericht zutreffen sollte, „dann wären die Preise für uns wertlos, und wir würden sie zurückgeben“. Quelle: dpa
05. Februar 2014Der ADAC hat den Vorwurf von Tricksereien bei Reifentests zurückgewiesen. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter eines Reifenherstellers sowie die "WDR"-Sendung "Servicezeit" berichtet, die Hersteller hätten vorab erfahren, welches Reifenmodell ADAC und die Stiftung Warentest überprüfen wollten. Daraufhin hätten die Hersteller ihre Techniker zur Überarbeitung an genau jenes Modell gesetzt. Mit enormem Aufwand - behauptet der Insider laut den Berichten - würden die Pneus verbessert und für die jeweiligen Testbedingungen sogar speziell präpariert. ADAC-Sprecher Christian Garrels wies die Vorwürfe zurück: "Hersteller haben zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf die Tests. Die Hersteller wissen nicht, welche ihrer Reifen getestet werden." Es sei aber Standard, dass die Hersteller die Testbedingungen kennen. Zugleich wurde bekannt, dass am 10. oder 11. Februar erste Ergebnisse der externen Kontrolle durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zu Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" bekanntgegeben werden sollen. Quelle: dpa
01. Februar 2014Der ADAC in Nordrhein-Westfalen hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge ein größeres Geschäft mit der Firma eines hochrangigen Club-Funktionärs abgeschlossen. Eine Sprecherin des ADAC Nordrhein bestätigte am Samstag den Sachverhalt. Das Geschäft sei aber völlig einwandfrei gewesen. Demnach hatte der von ADAC-Präsident Peter Meyer geleitete Regionalverband im Jahr 2009 dem Unternehmen eines Vorstandskollegen 200.000 Euro „Werbekostenzuschuss“ für ein Fernsehstudio am Nürburgring gezahlt. Als Gegenleistung wurde für den Autoclub an der Eifelstrecke geworben. Wegen der späteren Pleite der Rennstrecke wurde schließlich die Hälfte der Summe an den ADAC zurückgezahlt. Quelle: dpa
31. Januar 2014Angeblich zahlt der größte Autoclub Europas den Pannenhelfern für den Wechsel von defekten oder leeren Batterien eine Prämie. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" und der "NDR". Offenbar sollen die "Gelben Engel" Autofahrern Batterien aufschwatzen, die diese gar nicht brauchen. Nach Medien-Recherchen übt der Autoclub massiven Druck auf seine Pannenhelfer aus. Damit verbindet der ADAC wirtschaftliche Interessen mit der Pannenhilfe. Zum Umsatz macht der ADAC bisher keine Angaben. Quelle: dpa

Pannenhelfer erhalten künftig keine Prämie mehr, wenn sie ADAC-Mitgliedern eine neue Starterbatterie verkaufen, Rettungsflieger und -hubschrauber dürfen künftig nur noch Kranke oder Verletzte transportieren. Alle Organisationsstrukturen und sämtliche Geschäfte werden überprüft, und im Internet richtet der Club eine externe Beschwerdestelle ein. Zudem achtet künftig ein hauptamtlicher Chief Compliance Officer (CCO) darauf, dass in der Clubzentrale und auch in den Regionalkreisen alles mit rechten Dingen zugeht: Das sind einige Details eines Zehn-Punkte-Programms, mit dem der von Affären schwer erschütterte Automobilclub Vertrauen zurückgewinnen und die massenhaften Austritte von Mitgliedern stoppen will.

Beschlossen wurde es am Donnerstagnachmittag auf einer außerordentlichen Sitzung von Präsidium und Verwaltungsrat in Köln. Personelle Veränderungen sind vorerst allerdings nicht geplant: Der 18-köpfige Verwaltungsrat stellte sich in der Sitzung demonstrativ hinter das ehrenamtliche ADAC-Präsidium um Peter Meyer. Dieser will bis zum Ende aller Untersuchungen im Amt bleiben und dann den Mitgliedern die Vertrauensfrage stellen.

Das sind die Alternativen zum ADAC
Trotz Skandal noch immer der mit Abstand größte Automobilclub Deutschlands: der ADAC. Mit 18,5 Millionen Mitgliedern ist der Allgemeine Deutsche Automobil-Club sogar der größte seiner Art in Europa. Doch jetzt kehren die Mitglieder dem Verein peu á peu den Rücken. Der ADAC geht nach dem Manipulationsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ bislang von rund 15.000 Kündigungen von Mitgliedern aus. Die Zahl könnte sich aber noch vervielfachen. Denn noch rund 55.000 Kündigungen für dieses Jahr seien noch in Bearbeitung, teilte der ADAC am Montag mit. Wie viele davon auf die Affäre um den Autopreis „Gelber Engel“ zurückgehen könnten, sei noch nicht ausgewertet. Normalerweise liege die Zahl unbearbeiteter Kündigungen im Januar bei zwischen 5000 und 10.000. Mindesten 49 Euro pro Jahr kostet eine Mitgliedschaft. Das, was die meisten ADAC-Mitglieder sich davon versprechen - Hilfe im Fall einer Panne - gibt es auch bei anderen Automobilclubs. Und das manchmal sogar günstiger. Quelle: dpa
Automobilclub von Deutschland (AvD)Mitglieder: 1,4 Millionen Leistungen :  Notruf-Hotline  (24 Stunden besetzt/ im Inland kostenlos / im Ausland Ortstarif), Pannenhilfe (2000 Einsatzfahrzeuge / Vor-Ort-Service in Deutschland und weltweit), Bergung nach Panne: weltweit, Übernachtung / Mietwagen bei Fahrausfall: ja / ja; Weltweiter Krankenrücktransport: ja; Verkehrsrechtsberatung; AvD Notfallortung (Notruf- und Pannenortung); AvD Winter-Sicherheits-Check; Bonusprogramme:  10 Prozent Rabatt bei Berge&Meer; 5 Prozent Rabatt bei  Reisen über die AvD Reisewelt ; bis zu 50 Prozent Rabatt bei 500 Partnershops der AvD Bonuswelt, 10 Prozent auf Sicherheitstraining des DVR Kosten:  64,90 Euro/Jahr. Die Mitgliedschaft ist personenbezogen, Partner: 22 Euro Webseite: www.avd.de Quelle: Presse
Mobil in DeutschlandLeistungen: Pannenhilfe (1700 Einsatzfahrzeuge von Vertragspartnern), Bergung nach Panne, je nach Tarif innerhalb Deutschlands oder weltweit. Übernachtung und Bahnfahrt bei Fahrausfall, Mietwagen nur für Premium-Mitglieder. Rechtsauskunft. Basis-Mitgliedschaft: Nur ein Fahrzeug. Premium: Alle auf das Mitglied zugelassenen Fahrzeuge. Bonusprogramme: Rabatte bei verschiedenen, wechselnden Partnern. 10 Prozent bei Europcar, Sondertarif für Rechtsschutzversicherung der D.A.S. Kosten: 24 Euro für Gültigkeit in Deutschland, 54 Euro für Gültigkeit weltweit (66 Euro inklusive Partner). Webseite: www.mobil.org Quelle: Presse
ACE AutoclubMitglieder: 580.000     Leistungen: Pannenhilfe (2000 Einsatzfahrzeuge von Vertragspartnern), Bergung nach Panne in Europa und den Mittelmeeranrainern. Übernachtung und Mietwagen bei Fahrausfall, Krankenrücktransport. Bonusleistungen: CCI-Card mit besonderen Konditionen auf Campingplätzen, Smartphone-, Kredit- und Reiseangebote. Kreditkarte mit Cashback (im ersten Jahr kostenlos). Kosten: 62,80 Euro. Bis zum 30. Lebensjahr 31,40 Euro. Die Mitgliedschaft schließt Partner und Familie mit ein. Webseite: www.ace-online.de/Bild: K.Tschovikov, ACE Auto Club Europa Quelle: Presse
Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD):Mitglieder: 112.000   Leistungen: Pannenhilfe und Abschleppen ohne finanzielle Obergrenze, eigene, rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale, Geltungsbereich in Europa und den Mittelmeeranrainern, Schutz für alle auf das Mitglied zugelassenen Fahrzeuge, egal wer damit fährt, Krankenrücktransport und Fahrzeugrückführung Reise: Über das ARCD Reisebüro drei Prozent auf viele Buchungen bei verschiedenen Reiseveranstaltern, spezielle Clubreisen-Angebote. Kosten: 79,80 Euro pro Jahr. 72,80 Euro für Bedienstete des öffentlichen Dienstes oder vergleichbarer Einrichtungen. 29,80 Euro für Partnermitglieder, Auszubildende, BFD-Leistende und Studenten. Webseite: www.arcd.de Quelle: dpa
Automobil-Club Verkehr (ACV)Mitglieder: 300.000      Leistungen: Pannenhilfe (1000 Service-Partner), gültig innerhalb Europas, Übernachtung und Mietwagen bei Fahrausfall, Krankenrücktransport. Bergung nach Unfall und Hilfe bei Insolvenz des Reiseveranstalters. Rechtsberatung, Möglichkeit für Mitglieder, einen Kredit in Anspruch zu nehmen bei Panne oder Krankheit im Ausland. Gesondertes Paket für Wohnmobile (gegen Aufpreis). Bonusprogramme: Rabatte bei DEVK Versicherungen für Kfz-, Lebens-, Rechtsschutz-, und  Sachversicherungen. Rabatte bei Reiseveranstaltern wie Berge&Meer oder HRS. Kosten: 59,76 Euro, Wohnmobil plus: 99 Euro, Partner-Mitgliedschaft: 21 Euro, für 17- bis 25-Jährige: 35,40 Euro. Quelle: dpa

Die Führungsspitze des ADAC kündigte einen umfassenden Reformprozess an, der von Wirtschaftsprüfern der Unternehmensberatung Deloitte und von Compliance-Spezialisten der Rechtsanwaltskanzlei Freshfield begleitet werden soll. Diskutiert werden in den kommenden Wochen alle Leistungen und Produkte, unter die Lupe genommen werden sollen Studien, Tests und Auszeichnungen, die der Club durchführt oder vergibt, Prozesse und Rechtsformen, aber auch die Führungsstrukturen. Zudem sollen die 19 Millionen Mitglieder des Clubs in Zukunft intensiver beteiligt werden – an der Diskussion politischer Ziele ebenso wie bei der Verwendung von Mitteln. In Kürze wird im Internet eine externe Website freigeschaltet, über die Mitglieder auch anonym Hinweise auf Missstände oder Fehlentwicklungen geben sollen.

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„Angesichts der Vorwürfe der vergangenen Wochen sind wir überzeugt, dass der ADAC eine Zäsur braucht und sich neu ausrichten muss“, erklärte Präsident Meyer nach der Sitzung in Köln. Er wolle „alles Etablierte auf den Prüfstand“ stellen und „Strukturen, Abläufe, Regeln und auch unsere bisherige Kultur kritisch hinterfragen“ – in der Münchener Clubzentrale ebenso wie in den 18 Regionalclubs. Kritisch begleitet werden soll der Reformprozess ein Kreis von drei bis fünf „glaubwürdigen“ Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Eine Liste von insgesamt 15 potenziellen Kandidaten arbeitet die ADAC-Spitze gerade ab – zwei sagten schon ab.

Der ADAC war vor drei Wochen durch Manipulationen in einer Kategorie des Autopreises „Gelber Engel“ in die Schlagzeilen geraten: Bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen durch die Leser der Clubzeitschrift Motorwelt war vom Kommunikationschef des ADAC die Zahl der Voten um den Faktor 10 erhöht worden und möglicherweise auch die Reihenfolge der Automodelle im Ranking verändert worden. Experten von Deloitte haben die Wahl mittlerweile eingehend untersucht. In der kommenden Woche wollen sie ihre Ergebnisse präsentieren. 

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