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Aktion "Retten Sie Opel" Die Opel-Rettungspläne der wiwo.de-User

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"Opel fehlt eine zentrale Idee"


Mokka kommt nach Saragossa
Zaragoza Quelle: REUTERS
Bochum Quelle: dpa
Rüsselsheim Quelle: dpa
Eisenach Quelle: AP
Kaiserslautern Quelle: dpa
Ellesmere Quelle: dpa
Luton Quelle: dpa

Spätestens jetzt kommt von Kritikern einer klaren Markenfokussierung der Einwand, dass man doch Teenager nicht mit einer „Familienkutsche“ ansprechen könne – und ein Paar ohne Kinder schon gar nicht. Wenn dem so wäre, dann würden Teenager und kinderlose Paare auch nicht zu McDonald’s gehen, da es dort doch auch Spielecken und Kindermenüs gibt. Hinzu kommt, dass die coolen Opel-Gadgets gerade auch junge Menschen ansprechen dürften. Und welches Paar, das abends am Waldrand joggen geht, wünscht sich nicht eine ausklappbare Sitzbank am Kofferraum zum An- und Ausziehen der Joggingschuhe oder einen auf Knopfdruck ausfahrbaren Fahrradträger für die Mountain-Bike-Tour am Wochenende? Manchmal kann praktisch einfach verdammt cool sein. Auch ohne Kinder. Hinzu kommt, dass der Markenkern „familientauglich“ lautet und nicht „kindertauglich“. Und zu einer Familie gehört ja bekanntlich jeder."

Weitere Rettungskonzepte der WiWo-Leser

Michael Brandtner, E-Mail: "Opel fehlt eine zentrale Idee, die die Marke, das Unternehmen nach außen und innen definiert und in die Zukunft führt. Dies zeigt auch der Stammtisch-Test. Wenn heute – meist Männer – am Stammtisch über Autos reden, dann merkt man schnell, welche Marken positioniert sind und welche nicht. BMW-Fahrer schwärmen in der Regel über Beschleunigungswerte, Straßenlage und Überholmanöver. Audi-Fahrer kontern mit dem Quattro. Toyota-Fahrer reden (noch) über Zuverlässigkeit und die ADAC-Pannenstatistik, Volvo-Fahrer über Sicherheit. Wie aber soll ein Opel-Fahrer seine Kaufentscheidung begründen oder verteidigen? Typische Antwort: „Mein Schwager ist Opel-Händler. Ich kann nicht anders.“ Oder aber er sagt: „Bei diesem Rabatt konnte ich nicht „Nein“ sagen."

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    Gerade in solchen Situationen beginnen viele wieder an diversen Stellschrauben zu drehen. Es wird wieder an der Produktpalette gebastelt, an den Produktionsstätten, am Händlernetz und natürlich am Marketing- und Werbeprogramm. Nur das ist wie Decksesselverrücken auf der Titanic.

    Hier meine Idee: Mit zwei Modellen hat Opel in jüngster Vergangenheit wieder wirklich punkten können, indem man jeweils eine neue Kategorie unterhalb des Minivans geschaffen hat, nämlich mit dem Zafira und dem Meriva. Mit diesen Modellen wird auch das Wort oder die Idee „flexibel“ aufgrund der flexiblen Innenraumgestaltung verbunden. Dies könnte aus meiner Warte der zukünftige Fokus von Opel sein.

    Der perfekte Slogan dazu wäre: Opel: Blitzartig flexibel. Damit würde man die verbale Idee „flexibel“ perfekt mit dem Bildlogo, nämlich dem Opelblitz verbinden. Gleichzeitig wäre diese Idee aber auch eine interne Richtschnur von der Modellentwicklung über die Modellpolitik bis hin zur Werbung.

    Das Problem in der Praxis: Die meisten Manager haben Angst, sich auf eine singuläre Idee zu fokussieren. Aber gerade darin liegt die Kraft. Wo wäre BMW heute ohne die zentrale Markenpositionierung „Freude am Fahren“? Und auch diese Idee war nicht sofort erfolgreich. Noch in den 1970er Jahren schimpften viele einen BMW als Bayrischen Mistwagen oder als Abkürzung für Bei Mercedes Weggeworfen.

    Nach über 40 Jahren Fahrfreude sagt das niemand mehr. Das ist die Macht der einen Idee. „Blitzartig flexibel“ könnte so nicht nur für alle, die ein praktisches Auto wollen, ein starker USP sein, den man auch am Stammtisch gegen VW(-Fahrer) verwenden kann, es könnte vor allem auch die eine Idee sein, die Opel in eine neue Zukunft führt."

    Markus Lawatsch, E-Mail: "Das Problem von Opel sind die negativen Vorurteile, die mit der Marke Opel verbunden werden und das mangelnde Verständnis der Entscheider, wie solche Einstellungen verändert werden können. Selbstverständlich muss man sich auf gesättigten und informationsüberfluteten Märkten etwas einfallen lassen, damit Botschaften überhaupt wahrgenommen werden. Um die kognitiven Widersprüche aufzulösen, muss die Marke erlebt werden. So dass im Grunde genommen alle Maßnahmen auf eine Probefahrt abzielen und die Händler lokal unterstützt werden müssen."

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