Allianz der Autobauer Kein zusätzlicher Jobabbau bei Opel und Peugeot-Citroën

Die kriselnden Autohersteller Opel und Peugeot-Citroën (PSA) planen bei ihrer Allianz keine zusätzlichen Stellenstreichungen. Außerdem wurden weitere Details zur Zusammenarbeit bekannt gegeben.

Philippe Varin (L) und Steve Girsky (R) demonstrieren eitel Sonnenschein. Quelle: dpa

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat weitere Einzelheiten der Zusammenarbeit mit dem französischen Partner PSA Peugeot Citroën bekanntgegeben. So soll ein Nachfolger des zur Zeit noch in Bochum produzierten Familienvans Zafira auf einer Plattform von PSA gebaut werden. In der Corsa-Klasse sollen ebenfalls die Franzosen künftig die Grundlagen stellen. Entwickelt wird der neue Kleinwagen aber von GM, wie der Konzern am Donnerstag in Paris mitteilte. Über die Produktionsstandorte der neuen Autos wurde nach Angaben eines GM-Sprechers nichts vereinbart.

Der GM-Vize-Chef und Vorsitzende des Opel-Aufsichtsrats, Steve Girsky, hatte sich in Brüssel mit PSA-Chef Philippe Varin getroffen. Im Februar 2012 hatten GM und PSA eine breite Zusammenarbeit bekanntgegeben. GM beteiligte sich außerdem an den Franzosen. Im Dezember hatten die Partner weitere Verträge zur Zusammenarbeit im Einkauf, der Versorgung und Produktentwicklung abgeschlossen.

Die Zweckehen der Autobauer
VW - Suzuki Quelle: dpa
Daimler + BAICVor einigen Jahren ist der Autobauer Daimler bei seinem chinesischen Partnerunternehmen BAIC eingestiegen. Die Zentralregierung hat den Kauf des Anteils von zwölf Prozent an BAIC genehmigt. Inzwischen bahnt sich ein gegenseitiges Engagement an: Offenbar will sich BAIC bis Ende des Jahres 2015 bei Daimler einkaufen. Der Chef des Daimler-Joint-Venture-Partners Beijing Automotive (BAIC) in Peking, Xu Heyi, sagte der Zeitung "Beijing Times", dass sein Konzern einer der größten Anteilseigner bei den Stuttgartern werden wolle. Beide Seiten steckten jetzt "in der Schlussphase der Verhandlungen", wie die Zeitung zitierte. Daimler begrüßte das Vorhaben: "Wir freuen uns grundsätzlich immer über langfristig orientierte Investoren", sagte ein Sprecher. Der größte Einzelaktionär bei den Stuttgartern ist Angaben auf der Website zufolge derzeit der kuwaitische Staatsfonds mit einem Anteil von 6,8 Prozent. Quelle: dpa
Daimler + Tesla Quelle: Screenshot
General Motors + BMWDie Bayern und der US-Konzern gehen wieder getrennte Wege. Zumindest beim Thema Brennstoffzelle. Die Unternehmen wollten in der technischen Entwicklung von Elektroautos zusammenarbeiten. BMW sollte von GM Brennstoffzellen-Technologie erhalten und sich im Gegenzug an den Forschungskosten beteiligen. Der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer (Foto) setzte große Hoffnungen in die Partnerschaft. Sogar die Lieferung von Teilen war im Gespräch. Doch die Liaison kam nicht zustande. Stattdessen setzen die Bayern jetzt auf eine tiefergehende Kooperation mit ihrem japanischen Partner... Quelle: dpa
Toyota + BMWDie Bayern wollen mit den Japanern bis 2018 einen Sportwagen bauen. „Wir haben uns jetzt auf eine gemeinsame Architektur verständigt“, sagte der damalige BMW-Entwicklungsvorstand Herbert Diess, der inzwischen VW-Markenchef ist. „Wichtig ist, dass das zwei unterschiedliche Fahrzeuge sein werden, die authentisch für die jeweilige Marke stehen.“ Im Dezember 2011 hatten die Bayern und die Japaner ihre Zusammenarbeit besiegelt. BMW erhält japanische Batterietechnik, dafür bekommt Toyota seit 2014 Dieselmotoren aus München. Die gemeinsame Entwicklung neuer Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos war bereits Bestandteil der Vereinbarung. Laut der japanischen Zeitung „Nikkei“ plant Toyota außerdem die Lieferung von Hybrid-Technologie an BMW. Der gemeinsam entwickelte Sportwagen gilt als Test im Bereich Produktentwicklung, bevor die Kooperation enger wird. Ein weiteres Gerücht, das immer wieder durch die Branche wabert: BMW erhält von Toyota die Brennstoffzellen-Technologie des Mirai, um seine Elektro-Familie auszubauen. Klar ist aber noch nichts. Quelle: dpa
BMW + PSA Peugeot CitroenÜber Jahre unterhielt BMW mit dem französischen Autokonzern PSA eine Motorenkooperation. Der eine hatte eine besondere Expertise bei kleinen Benzinern, der andere bei kleinen Dieselmotoren. Beides ergänzte sich, so dass auf BMW-Seite PSA-Motoren im Mini eingebaut wurden. Doch inzwischen ist diese Zweckehe ohne böse Worte beendet: Die inzwischen dritte Generation des Mini teilt sich die Technik mit dem BMW 1er – und damit auch die von den Münchnern neu entwickelten Drei- und Vierzylindermotoren. Soll heißen: PSA ist raus. Da die Verträge aber ohnehin auslaufen, wurde die Ehe ohne Krach geschieden. Quelle: obs
BMW und Brilliance Quelle: dpa/dpaweb

Opel und Peugeot Citroën macht die Schwäche auf dem europäischen Markt schwer zu schaffen. Beide Firmen schreiben hohe Verluste und wollen durch die Zusammenarbeit ihr Europageschäft wieder flott machen. Beide Hersteller planen auch Werksschließungen. Zusätzliche Jobs sollen aber nicht abgebaut werden. „Ich sehe keine negativen Auswirkungen auf die Stellen in Frankreich und in Deutschland“, sagte PSA-Chef Philippe Varin am Donnerstag. Auch Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky zerstreute Sorgen von Arbeitnehmervertretern. An die Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim gerichtet sagte Girsky: „Ich würde sagen, sie sollten keine Angst haben.“

Gerüchte um einen möglichen Verkauf von Opel entbehrten zudem jeder Grundlage: „Das ist alles nicht wahr. Opel steht nicht zum Verkauf und PSA möchte auch nicht kaufen.“

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