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Audi-Chef Stadler "Wir geben heftig Gas"

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Absatzziele und Schuldenkrisen

Autos der Marke Audi stehen im Hafen von Emden zum Verladen Quelle: dapd


Das Absatzziel von Audi für 2011 waren 1,3 Millionen Autos.
Und die Zahl werden wir auch ohne Probleme erreichen.


Trotz Euro- und Schuldenkrise?
Natürlich merken wir auch, dass die Schuldenkrise in einigen Märkten Spuren hinterlässt, aber die 1,3 Millionen stehen.


Das Absatzziel für 2015 lag bei 1,5 Millionen Autos. Bleibt es dabei?
Wir sind derzeit besser unterwegs als geplant. Das könnte bedeuten, dass wir unser Ziel früher erreichen. Wir haben den Planungshorizont bereits bis 2020 erweitert und wollen dabei auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren. Vor allem wollen wir noch internationaler werden, mit einer größeren, aber auch flexibleren Organisation, die Innovationen prägt, ihre soziale Verantwortung wahrnimmt und Investitionen ausschließlich aus dem eigenen Cash Flow finanziert. Als ich 2003 Finanzvorstand wurde, hatte Audi ein operatives Ergebnis von rund einer Milliarde Euro. Heute kommen wir auf vier Milliarden Euro – nach drei Quartalen. Und wir sind stabil, robuster denn je.

Aber BMW in München ist noch einen Tick besser.
Wir weisen in unserer Bilanz kein Ergebnis aus dem Finanzgeschäft aus, das liegt bei der Volkswagen-Bank. Wir sind jetzt nach neun Monaten bei einer Umsatzrendite von 12,2 Prozent. Aber das darf nicht alleine im Vordergrund stehen. Die Kernfrage ist: Wie kriegen sie das Unternehmen in der Werthaltigkeit entwickelt, zukunftsfähig gemacht? Wir messen uns ja auch nicht nur an den Wettbewerbern der Automobilbranche.


Sondern?
Von der inneren Haltung her auch mit anderen erfolgreichen Leadern, zum Beispiel Apple: Hoch innovativ, immer am Kunden und an der Zukunft orientiert.

Die Zukunft der Weltwirtschaft ist wegen der Finanz- und Schuldenkrise alles andere als klar. Wo sehen Sie die größten Risiken für Ihr Geschäft?
Die Welt ist in den letzten Jahren nicht stabiler, sondern fragiler geworden. Dennoch sehen wir nach unseren Prognosen im kommenden Jahr leichtes Wachstum in den USA, stabiles Wachstum in China um die acht Prozent. China wird nächstes Jahr der größte Automarkt der Welt werden mit etwa 13 Millionen Fahrzeugen. Wir sehen Wachstum in Südamerika, auch in Afrika, speziell Südafrika.


Und in Europa?
Da erwartet uns Stagnation. Vielleicht wird der Markt auch schrumpfen, da wird man in einigen Monaten klarer sehen. Das hat aber im Autogeschäft weniger mit der Kaufkraft zu tun, sondern ist eher Folge einer Kaufzurückhaltung, die auf Unsicherheit und Nervosität beruht. Der deutsche Markt wird sich innerhalb Europas noch am stabilsten entwickeln. Wachstum sehen wir in Osteuropa und in Russland. Aber alles hängt natürlich davon ab, ob es gelingt, die Euro-Krise zu managen.

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