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Auf nach Europa Die neue Lexus-Offensive

Die Luxustochter des japanischen Toyota-Konzerns will endlich auch in Europa so erfolgreich wie in den USA werden. Die Gelegenheit dafür ist derzeit so günstig wie selten.

„Vor unserer aktuellen Design-Linie galt ja: Lexus ist langweilig”, stellt Lexus-Chefdesigner Koichi Suga unumwunden fest. Das kann man von der neuen Optik aber nicht gerade sagen. Gegen den gewaltigen sogenannten „Spindel-Grill“ der Lexus-Modelle wirken selbst BMWs aktuelle Riesen-Nieren dezent, Ecken, Kanten und Finnen machen die Fahrzeuge der Toyota-Tochter unverwechselbar. Im nächsten großen Schritt indes könnte es sich jedoch bereits ausgegrillt haben. Quelle: Lexus
Denn ein autonom und vollelektrisch fahrender „People-Mover“ etwa braucht ja gar keine Kühler mehr. Suga sieht aber durchaus Nachfrage von betuchten Kunden – „etwa als rollendes Büro oder Wohnzimmer“. Und auch ein nobler Mini-Zweisitzer könnte im Verkehrsdschungel von Tokio, New York oder Sao Paulo Sinn ergeben. Darum müssen seine Designer ran, auch jenseits der eingefahrenen Pfade und der unvermeidlichen SUV aller Größenklassen vom kompakten UX bis zum kolossalen LX. Den Achtsitzer auf Landcruiser-Basis gibt es hierzulande nicht zu fahren. Russen, Amis oder Scheichs mögen so was aber. Quelle: Lexus
Neben einem Brennstoffzellen-Antrieb für das Flaggschiff LS werden UX und der nächste RX auch Batterie-Varianten bekommen. Es lockt schließlich ein großer Markt, auf dem die Claims noch nicht so betonhart verteilt sind wie bei den Benzinern. Außer in Norwegen oder den Niederlanden sind die Marktanteile von Elektroautos selbst bei Neuwagen noch im einstelligen Prozentbereich – eingefleischte Stromer-Fahrer gibt es also noch kaum. Gerade die deutschen Premium-Hersteller könnten daher Kunden verlieren, hoffen die Japaner, deren Modelle schon größtenteils elektrifiziert sind. Allerdings müssen auch die Japaner bei Batterien mächtig aufholen. Quelle: Lexus
Schwachstelle in Lexus' Europa-Absatz ist aber immer noch das Mutterland des Autos. Bereits im kommenden Jahr soll in Europa zwar die 100.000-Auto-Marke im Verkauf geknackt werden. In Deutschland soll lediglich die Nische mit dann rund 5000 Autos nicht mehr ganz so frustrierend klein bleiben wie aktuell. So viel waren es vor der Finanzkrise und den Fukushima-Auswirkungen schon einmal. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 zählte das Kraftfahrtbundesamt nur 1442 Lexus-Neuzulassungen. Mit lediglich zwei Dutzend Verkaufsstellen in Deutschland ist das Netz auch noch immer sehr dünn geknüpft. Immerhin: Der kompakte UX sorgt derzeit für Absatzplus. Ein neuer, topmoderner RX und der auch noch recht frische ES sollen zusätzlichen Schub für die Marke bringen. Quelle: Lexus
Das für 2020 angekündigte Cabrio soll ebenso dabei helfen, auf dem deutschen Markt besser anzukommen. Lexus darf zudem ganz profan auf Schwächen bei der Konkurrenz bauen – vor allem beim Kampf um vermögende Individualkunden. Die deutschen Hersteller leiden hier immer noch unter den Auswirkungen der Dieselkrise, während Lexus in der Regel Hybride verkauft. Nach Zahlen der European Environmental Agency haben die Marken Lexus und Toyota darum auch den niedrigsten CO2-Flottenwert von 103 Gramm CO2; Mercedes und Smart etwa liegen 24 Gramm darüber. Daher müssen die Japaner hohen Umweltstrafen mit viel weniger Aufwand entgehen. Der Moment ist günstig, um mehr Aufmerksamkeit für Lexus zu erzielen. Quelle: Lexus
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