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Aufholjagd beim E-Antrieb McKinsey: Deutschland wird 2021 größter E-Autohersteller der Welt

Exklusiv
Mehrere Elektrofahrzeuge laden auf der Maximilianstraße in der Innenstadt Münchens. Quelle: imago images

Die drei deutschen Autohersteller VW, BMW und Daimler werden im laufenden Jahr erstmals über eine Million Elektroautos bauen. 2021 werden sie laut einer McKinsey-Studie China als den weltgrößten E-Autohersteller ablösen.

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Die drei deutschen Autohersteller Volkswagen, BMW und Daimler werden im laufenden Jahr erstmals über eine Million Elektroautos bauen und ihre Aufholjagd beim E-Antrieb fortsetzen. Das geht aus dem Electric Vehicle Index 2020 (EVI) hervor, den McKinsey jährlich in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche erstellt. 2019 bauten die deutschen Hersteller weltweit rund eine halbe Million E-Autos mit reinem Elektroantrieb oder mit Elektro-Verbrenner-Kombination (Plug-in-Hybride). 2021 werden sie laut der Studie rund 1,7 Millionen E-Autos bauen und damit China als den weltgrößten E-Auto-Hersteller ablösen.

Deutschland wird nicht nur als Anbieter stärker, sondern auch als Absatzmarkt: 111.000 E-Autos wurden 2019 in Deutschland verkauft, ein Plus von 55 Prozent gegenüber Vorjahr und mehr als in jedem anderen europäischen Land. Mit einem Marktanteil von 2,8 Prozent für E-Autos liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt. Hier sind Norwegen mit 45 Prozent, Island mit 22 Prozent und die Niederlande mit 13 Prozent Marktanteil die Spitzenreiter.

Die Modellauswahl ist in Europa besonders groß. Nach China mit knapp 170 verfügbaren E-Auto-Modellen folgt bereits Deutschland mit über 80 Modellen. Grund für die E-Auto-Offensiven der Hersteller sind vor allem die von Gesetzgebern vorgeschriebenen CO2-Obergrenzen: In Europa müssen die Autobauer bis 2021 über zwei Millionen E-Autos auf den Markt bringen, um Strafzahlungen an die Europäische Union zu vermeiden.

Die deutschen Hersteller setzen allerdings noch stark auf Plug-in-Hybride, bei denen neben dem E-Motor auch ein Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt. Diese Strategie könnte sich als Holzweg herausstellen, denn weltweit sind die Plug-in-Hybride immer weniger gefragt. Machten sie 2015 noch 40 Prozent der verkauften E-Autos aus, waren es 2019 nur noch 26 Prozent. „Reine Batterieautos“, so heißt es in der EVI-Studie, „machen immer mehr Boden gut gegenüber Plug-in-Hybriden“.

Wuchs in den vergangenen Jahren der Absatz von E-Autos vor allem in den USA und in China sehr schnell, hat nun Europa die Nase vorn. Der Kontinent wird laut McKinsey zum „Hotspot der Elektromobilität“: Die Verkäufe von batterieelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden stiegen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent auf über 600.000 Fahrzeuge. In China legten Verkäufe nur um drei Prozent auf 1,2 Millionen zu, in den USA schrumpfte der Markt sogar um zwölf Prozent auf gut 300.000 Autos. Insgesamt wurden 2019 weltweit 2,3 Millionen E-Autos verkauft, neun Prozent mehr als 2018.

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