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Auslaufender Vertrag BMW-Chef hört 2020 auf

Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender der BMW AG Quelle: dpa

BMW-Chef Harald Krüger wird seinen im April 2020 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Nach vier Jahren an der Spitze des Konzerns mit zuletzt zwei Prognosesenkungen war er durchaus umstritten.

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Die Tage von Harald Krüger als BMW-Chef sind gezählt. Krüger habe den Aufsichtsrat informiert, dass er seinen im April 2020 auslaufenden Vertrag als Konzernchef nicht verlängern wolle, teilte der Autobauer am Freitag mit. Nach vier Jahren an der Spitze des Münchner Konzerns zieht sich der 53-Jährige damit bald zurück. Die Papiere gaben infolge der Ankündigung leicht nach und notierten mit 0,6 Prozent im Minus bei 66,70 Euro.

BMW muss sich in unruhigen Zeiten für die Autobranche auf die Suche nach einem neuen Chef begeben. Der Aufsichtsrat unter Leitung von Norbert Reithofer, der Krüger einst als seinen Nachfolger berief, soll sich auf seiner nächsten Sitzung am 18. Juli mit der Nachfolge befassen, teilte BMW am Freitag mit. Unter anderem sind Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, Finanzchef Nicolas Peters und Produktionsvorstand Oliver Zipse im Gespräch für Krügers Nachfolge. Bis zu einer Entscheidung werde Krüger sein Amt unverändert ausüben.

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen darüber gegeben, dass der Aufsichtsrat den Vertrag von Krüger nicht verlängern könnte. Zwei Prognosesenkungen befeuerten die Gerüchteküche. Kritikern war Krüger oftmals nicht breitbeinig genug aufgetreten. Auch an der strategischen Ausrichtung von BMW gab es Zweifel. Statt auf reine Elektroautos setzten die Münchner auf eine Plattformstrategie. Die Modelle sollten wahlweise als Verbrenner, Plug-in-Hybride oder E-Autos in den Markt gebracht werden. Während diese Strategie eine höhere Flexibilität gegenüber dem Kundenwunsch ermöglicht, geht sie zulasten technischer Finesse. So musste BMW sich denn auch dem Rivalen Daimler geschlagen geben, der nun die Krone als erfolgreichster deutscher Premium-Automobilhersteller trägt. In Sachen Elektromobilität preschte zuletzt Volkswagen mit seinem ID.3 voran.

Auch innerhalb von BMW soll es Zweifel an der Person Krügers gegeben haben. Betriebsratschef Manfred Schoch schimpfte jüngst in der WirtschaftsWoche, Krüger sei „kein Unternehmer, sondern ein Unterlasser“. Auf der Hauptversammlung im März dieses Jahres hatte Krüger Fragen nach einer möglichen Verlängerung seines Vertrages unbeantwortet gelassen.

„Nach über zehn Jahren im Vorstand, davon mehr als vier Jahre als Vorstandschef der BMW Group, will ich mich nun beruflich neu orientieren“, sagte Krüger laut der Mitteilung vom Freitag. Reithofer dankte ihm für sein Engagement: „Harald Krüger hat über ein Vierteljahrhundert für die BMW Group in den verschiedensten Funktionen mit großer Leidenschaft wichtige Akzente gesetzt“.

Nach einem Zusammenbruch Krügers bei einem Auftritt auf der Automesse IAA hatte es immer wieder Spekulationen um den Gesundheitszustand des 53-Jährigen gegeben.

Mit Material von Reuters und dpa

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