Auto-Trends auf der CES: Wie die Digitalisierung das Fahren verändert
Das Toyota Concept-i auf der CES.
Foto: REUTERSAuf dem Weg raus aus der Stadt sind noch die Hände, Füße und der Verstand des Menschen gefordert. Es gilt, den Blinker zu setzen, die Signale der Ampelanlagen zu beachten und den Anweisungen des Navigationsrechners zu folgen.
Doch kaum ist der Freeway in die Sierra Nevada erreicht, kann sich der Fahrer zurücklehnen, nach einem Druck auf einen kleinen blauen Knopf am Lenkrad die Hände vom Lenkrad nehmen und seine Füße ausstrecken und die Augen schließen - jetzt übernimmt der Computer im Kofferraum als „ultimate Driver“ die volle Kontrolle über die silberne Limousine. Er beschleunigt den 5er-BMW auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 Meilen (128 km/h), hält auf der vierspurigen Piste souverän den Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Autos.
Der Fahrer, der zum Passagier geworden ist, kann sich derweil in aller Ruhe anderen Dingen widmen: Seine Mails checken, für den Abend einen Tisch für zwei in einem Restaurant ordern oder eine Videokonferenz mit den Kollegen im Büro schalten. Nur ein Nickerchen dürfte er nicht halten - dies lässt der Gesetzgeber (noch) nicht zu. „Der schreibt vor, dass der Mensch innerhalb von fünf Sekunden wieder die volle Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen kann“, erläutert nach der Rückkehr von der Testfahrt BMW-Technikvorstand Klaus Fröhlich.
Das ist aber auch schon der einzige Schönheitsfehler. Vor drei Jahren wurden vollautonom fahrende Autos auf der Computermesse CES in Las Vegas noch als Vision vorgestellt. Inzwischen ist die Vision der Realität auf atemberaubende Weise näher gekommen - schneller jedenfalls, als den Taxifahrern nicht nur in Las Vegas recht sein kann.
Autonome Autos werden den Straßenverkehr revolutionieren
In diesen Tagen präsentieren in der Spielerstadt nicht nur BMW, sondern auch Daimler, Audi, Volkswagen, Ford und Toyota sowie die Autozulieferer Bosch, Schaeffler und Delphi Prototypen von vollvernetzten Autos, die zumindest außerhalb des städtisches Gewusels mit Hilfe zahlreicher Sensoren und einer geballten Ladung künstlicher Intelligenz selbständig fahren.
Es ist beileibe kein Glückspiel, sondern das Ergebnis intensiver Forschungsarbeit und großer technologischer Sprünge, auch einer intensiven Zusammenarbeit der Autoindustrie mit der IT-Branche: Radar-, Lidar- und Ultraschallsensoren wurden leistungsfähiger, kleiner und billiger, die Informationen über Straßenverläufe und -zustände immer präziser. Und neue Prozessoren und Computerprogramme erlauben es, Tausende von Detailinformationen blitzschnell auszuwerten und in Echtzeit anzuwenden.
Faraday Future
Nach dem aufsehenerregenden Auftritt bei der CES 2016 ist es ruhig um Faraday Future geworden. Auf die aufregende Studie eines Elektro-Sportwagens mit über 1000 PS folgte die große Leere: Ein Jahr lang passierte nichts. Auf der CES 2017 will das chinesisch finanzierte Start-up ein serienreifes Elektro-SUV zeigen. Was es kann und wie es heißt, ist noch nicht bekannt. Von dem Elektroauto existiert bislang nur dieses eine Teaserbild – und ein Promo-Video mit einem stark getarnten Prototypen.
Foto: PresseBMW
BMW wagt einen Blick in das Interieur der Zukunft. Mit einer neuartigen Touch-Oberfläche wollen die Münchner ein neues Bedienkonzept vorstellen. Die innovative Schnittstelle namens HoloActive Touch zwischen Fahrer und Fahrzeug gleicht einem virtuellen Touchscreen, dessen frei im Raum schwebende Anzeige mit Fingergesten bedient wird und die so erteilten Befehle mit einer haptisch wahrnehmbaren Rückmeldung quittiert.
Foto: BMWFord
Ford hat seine Forschungsfahrzeuge in den USA für autonomes Fahren weiterentwickelt. Die Rechenleistung der als Versuchsträger dienenden Ford Fusion (hierzulande als Mondeo bekannt) wurde wesentlich verbessert, die elektrischen Steuerungen sind deutlich näher an der Serienreife, und die Sensor-Technologie mitsamt den Platzierungen der Sensoren ermöglicht den Autos eine noch bessere Erfassung der Umgebung. Die neuen LiDAR-Sensoren (Light Detection And Ranging) sind zum einen noch schlanker ausgeführt, zum anderen greifen sie auf einen noch exakteren Zielbereich zu. Auf diese Weise kommt die neue Fahrzeug-Generation mit zwei statt vier Sensoren aus – die aber genauso viele Daten liefern.
Foto: WirtschaftsWocheWaymo
Im Mai 2016 kündigten FiatChrysler und die Google-Mutter Alphabet ihre Zusammenarbeit beim autonomen Fahren an. 100 Testfahrzeuge sollten entstehen, die ersten werden auf der CES 2017 gezeigt. Die Sensoreinheit auf dem Dach des Chrysler Pacifica sehen aus wie von den Google Cars entnommen, sind aber im Grunde neu entwickelt. Waymo, wie die für das autonome Fahren zuständige Abteilung bei Alphabet inzwischen heißt, will mit den Fahrzeugen die Erprobung in drei US-Bundesstaaten fortsetzen.
Foto: FiatMercedes EQ
Mercedes setzt auf CASE. So heißt die neue Unternehmensstrategie, die auf den vier Säulen Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive aufbaut. Bei den großen Trendthemen wird es aber wohl bei Ankündigungen bleiben, ein neues Concept-Car hat Daimler wohl nicht im Gepäck. Stattdessen sollen die Elektro-Studie Concept EQ (im Bild) und der Mercedes-Benz Vision Van gezeigt werden. Die „große“ Premiere: Die beiden Studien werden Daimler zufolge zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne stehen.
Foto: DaimlerHonda NeuV
Mehr ein Mobilitätskonzept als eine Auto-Studie will der Honda NeuV sein. Der fahrende Würfel soll elektrisch angetrieben und den Stadtverkehr völlig autonom bewältigen können. Da die Insassen nicht mehr selbst fahren müssen, sollen sie sich dank der tiefgreifenden Vernetzung anderweitig beschäftigen können. Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine will Honda vollkommen neu gestaltet haben.
Foto: HondaContinental
Continental will die Biometrie ins Auto bringen. Die Hannoveraner wollen das Ent- und Verriegeln und den Motorstart sicherer machen, indem sich die berechtigten Fahrer per Fingerabdruck identifizieren müssen. Zudem soll eine Innenraumkamera das Gesicht des Fahrers erkennen und so Fahrzeugeinstellungen wie Sitz- und Spiegelposition, Musik, die Klimaanlage oder die Navigation für den jeweiligen Fahrer personalisieren. Eine weitere Neuheit: Ein intelligentes Glas soll die Scheiben gezielt verdunkeln können, sobald das Auto verriegelt wird. dem Auto, hellen sich dessen Scheiben automatisch auf.
Foto: Continental AGRinspeed
Der Schweizer Autovisionär Frank M. Rinderknecht hat sich wieder ein neues Konzeptfahrzeug ausgedacht: Auf der CES in Las Vegas wird er das Elektrofahrzeug Rinspeed Oasis vorstellen. Die Basis für das autonome Auto bildet das „Intelligent Rolling Chassis“ (IRC) von ZF aus Friedrichshafen. Die fahrbereite Plattform verfügt über zwei Elektromotoren mit je 54 PS, ein spezielles Fahrwerk und eine neuartige Lenkung, die den Wendekreis auf Großstadt-taugliche 6,50 Meter schrumpfen soll. Keine Rinspeed-Studie ohne Skurrilität: Das besondere Innenraumkonzept wird durch einen kleinen Wintergarten hinter der Frontscheibe abgerundet.
Foto: ZF Friedrichshafen AGSchaeffler
Blickfang auf dem Messestand von Schaeffler soll der erstmals im vergangenen März gezeigte „Bio Hybrid“ werden. Die kompakte Mobilitätslösung (zwei Meter lang, 85 Zentimeter breit) soll in Ballungsräumen Mobilität bei geringem Platzbedarf bieten. Deutlich weniger bildstark, aber dennoch wichtig zeigt sich die eigentliche Messeneuheit von Schaeffler: Das Wälzlager, klassisches Produkt des Konzerns, wird zum Sensor. Auf mikroskopischer Ebene eingelassene Sensorschichten messen künftig Drehmomente und Drehzahlen, Kräfte und Temperaturen im Wälzlager und liefern damit wertvolle Daten für vernetzte Maschinen und Autos.
Foto: Presse
Nicht nur BMW-Technikvorstand Fröhlich ist deshalb ganz zuversichtlich, schon in vier Jahren ein Auto in den Handel bringen zu können, das nicht nur auf Schnellstraßen und in der Stadt „hochautomatisch“ fahren könnte - sofern und wo immer dies der Gesetzgeber erlaubt.
Das Autonome Fahren, so viel steht schon heute fest, wird die Rolle des Autos als Teil des Internets der Dinge neu definieren und für die Fahrzeughersteller, ihre Zulieferer und Dienstleister viele neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, ja wahrscheinlich sogar den Straßenverkehr insgesamt revolutionieren.
Etablierte Autohersteller wie BMW, Daimler, Audi und Volkswagen, auch dies zeichnet sich immer deutlicher ab, stehen dabei nicht in Konkurrenz zu IT- und Internet-Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley oder dem israelischen "Silicon Wadi", sondern kommen sich als Technologiepartner immer näher. Über Kooperationen sind sie inzwischen vielfach vernetzt und haben sie sich mit ihrem Know-how gegenseitig befruchtet.
Alfa Romeo Stelvio
Seit 2012 kündigt Alfa Romeo sein erstes SUV an, 2017 kommt der Stelvio endlich. Im aggressiven Design-Stil der Limousine Giulietta, mit Heck- oder Allradantrieb und starkem V6-Motor soll er dann BMW X3 und Co. italophile Kunden abgraben.
Audi Q5
Für Audi startet das Autojahr früh: Neben dem A5 Sportback kommt direkt zum Beginn der Q5 auf den Markt. Das SUV bleibt äußerlich dem Stil seines Vorgängers treu, präsentiert sich unter dem Blech aber umfangreich modernisiert. Neben schlaueren Assistenten wie einem Staupiloten, geringerem Gewicht und sparsameren Motoren gibt es auch ein moderneres Infotainment-System, zu dem auch das spektakuläre Virtual Cockpit zählt, bei dem hochauflösende Bildschirme die analogen Instrumente ersetzen.
BMW X2
Im Laufe des Jahres legt BMW dann auch bei den SUV nach. Mit dem X2 kommt eine deutlich schnittigere Coupé-Variante des kompakten X1, während der X3 auf das generische Kasten-Design des Vorgängers setzt, aber technisch zulegt und erstmals auch mit E-Motor vorfährt. Letzteres allerdings wohl noch nicht im kommenden Jahr.
Foto: BMWDacia Duster
Alles neu – außer dem Preis. Auch in der zweiten Auflage bleibt der Dacia Duster (im Bild das aktuelle Modell) mit einem Startpreis von rund 11.000 Euro das günstigste SUV in Deutschland. Der Neue wächst auf rund 4,50 Meter und bietet so Platz für eine optionale dritte Sitzreihe. Das Design fällt im Vergleich zum recht kantigen Vorgänger moderner und dynamischer aus.
Honda CR-V
Hierzulande spielt der Honda CR-V trotz des SUV-Booms kaum eine Rolle, international gehört er aber zu dem meistverkauften SUV überhaupt. Das liegt unter anderem an den USA, wo gerade die Neuauflage gestartet ist. Diese erlaubt einen Ausblick auf die neue Europa-Variante: Die Neuauflage des CR-V scheint auf dem ersten Blick dem aktuellen Modell recht ähnlich, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine tiefgreifend erneuerte Version. Bei der Ausstattung legt der CR-V deutlich zu, es gibt ein modernes Infotainment-System sowie zahlreiche Assistenten. Antriebsseitig wird die US-Version unter anderem über einen neuen Downsizing-Benziner verfügen, der dank Turboaufladung aus 1,5 Liter Hubraum stolze 190 PS mobilisiert. Für den deutschen Markt wird jedoch der Dieselmotor entscheidender sein, über den es allerdings noch keine Informationen gibt. Honda hat mit dem 1.6 i-DTEC derzeit einen modernen Selbstzünder im Portfolio, der vermutlich im künftigen CR-V in einer optimierten Version zum Einsatz kommt. Nähere Informationen dazu gibt es wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.
Foto: HondaJeep Compass
Die amerikanische Offroadmarke startet im Herbst mit der Neuauflage des Compass wieder den Angriff auf den VW Tiguan. Schon optisch grenzt sich der 4,40 Meter lange Neue von seinen rustikalen Vorgängern ab, orientiert sich eher am SUV-Stil von Renegade und Cherokee als an klobigen Geländewagen. Auch im Innenraum herrschen runde, pkw-hafte Formen vor. Nur logisch also, dass ein der Allradantrieb beim Compass kein Pflichtprogramm ist. Jede Motorisierung kann auch mit Frontantrieb bestellt werden. Wobei das Motorprogramm für Deutschland ebenso wenig feststeht wie die Preise.
Land Rover Discovery
Der aktuelle Discovery ist bereits seit 12 Jahren im Land-Rover-Programm, Zeit also für ein neues Modell. Das kommt im Frühjahr deutlich gewachsen auf den Markt. Fast fünf Meter misst das SUV dann, das Platzangebot hat dank einiger Konstruktionstricks sogar in noch höherem Maß zugelegt. Auch wenn der Neue optisch glatter ausfällt als der kantige Vorgänger, bleibt es bei hoher Geländegängigkeit. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Allrad-Techniken – einer für leichtes Gelände und einer für echte Wildnis. Neu ist das zeitgemäße Arsenal an Assistenzsystemen wie etwa Kollisionsverhinderer, Abstandstempomat, Einparkassistent, Tot-Winkel-Warner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung oder Fernlichtassistent.
Mazda CX-5
Nicht völlig neu, jedoch in großen Teilen überarbeitet startet Ende Mai der Mazda CX-5. Das kompakte SUV wartet mit geschärftem Außendesign und aufgewertetem Innenraum auf. Zu den wichtigsten technischen Veränderungen gehört die schon aus dem Mazda6 bekannte G-Vectoring-Control. Das System nimmt bei schneller Kurvenfahrt das Drehmoment ganz kurz zurück, was mehr Last auf die Vorderräder bringt und den Wagen besser in der Spur hält. Zudem wurde das adaptive Geschwindigkeitsregelsystem verbessert: Im Rahmen von MRCC (Mazda Radar Cruise Control) kann der CX-5 nun im Stau selbsttätig fahren. Die Preise dürften weiterhin bei rund 25.000 Euro beginnen.
Mercedes-Benz E-Klasse All Terrain
Die Stuttgarter widmen sich im neuen Jahr zunächst der Komplettierung der E-Klassen-Palette. Den Start macht im Frühjahr die „All-Terrain“ genannte Offroad-Variante des T-Modells. Neben einer kernigen Optik bietet der leicht höher gelegte Kombi eine Luftfederung mit Geländemodus und immer Allradantrieb. Die Preise dürften knapp unterhalb von 60.000 Euro starten.
Mercedes-Benz G-Klasse
Wer es gerne kernig mag, freut sich auf die Neuauflage der G-Klasse, die nach 35 Jahren Bauzeit ein großes Update erhält. Der Geländewagen wird geräumiger, leichter und komfortabler auf Asphalt. Auch das Programm an Assistenten wird aufgestockt. Beinharte Offroad-Technik und eine kantige Karosserie gibt es aber auch weiterhin.
Mercedes-Benz GLC F-Cell
Auch bei der Antriebstechnik bringt 2017 Neuigkeiten: Mercedes legt in Kleinserie eine Brennstoffzellenvariante des Mittelklasse-SUV GLC auf. Das F-Cell-Modell mit rund 500 Kilometer Reichweite kann nicht nur mit Wasserstoff betankt werden, sondern auch direkt über die Steckdose Strom nachladen. Die Stückzahl dürfte sich zunächst auf knapp 1000 Autos beschränken.
Mini Countryman
Die BMW-Tochter setzt im Frühjahr die Erneuerung der Modellpalette mit dem Countryman fort. Wie schon der Kleinwagen-Kombi Clubman wächst auch das kleine SUV um eine halbe Klasse und gewinnt so an praktischen Werten. Als erster Mini überhaupt erhält der Neue im Laufe des Jahres zudem einen Plug-in-Hybridantrieb aus Dreizylinderbenziner und einem E-Motor für die Hinterachse, der sich mit 2,1 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern begnügen soll und pro Akkufüllung 40 Kilometer weit rein elektrisch fährt. Zunächst gibt es aber konventionelle Antriebe mit mindestens 136 PS, entsprechend saftig fällt der Basispreis von 26.500 Euro aus.
Peugeot 5008
Lange waren die Franzosen im kompakten SUV-Segment schlecht aufgestellt. Nun gibt es gleich zwei neue Modelle: Neben dem Ende 2016 gestarteten 3008 ab März auch dessen großen Bruder 5008, der weniger schick, dafür dank sieben Sitzen und kantigerem Zuschnitt praktischer ausfällt. Auf Allradantrieb verzichten beide Modelle, Preise für den 5008 sind noch nicht bekannt.
Porsche Cayenne
Nachdem zuletzt der Panamera im Fokus stand, erneuert Porsche am Jahresende seine Cash-Cow Cayenne. Das Luxus-SUV – im Bild noch die aktuelle Generation – soll genau wie der technisch verwandte Touareg deutlich abspecken und dadurch agiler und sparsamer werden. Der Innenraum orientiert sich dann stärker am Panamera.
Skoda Kodiaq
Fast das komplette Jahr 2016 hat Skoda für den Kodiaq die Werbetrommel gerührt, Anfang 2017 startet das erste Mittelklasse-SUV der Marke endlich. Der große Bruder des Tiguan setzt auf die typischen Markentugenden wie ein großes Platzangebot, faire Preise und clevere Detaillösungen. 2065 Liter fasst der größte Skoda maximal, dank umklappbarem Beifahrersitz lassen sich auch bis zu 2,80 Meter lange Gegenstände verstauen, eine verschiebbare Rückbank erlaubt, zwischen Fond-Kniefreiheit und maximalem Ladevolumen zu variieren. Auf Wunsch gibt es sogar eine dritte Sitzreihe. Mehr als nette Spielereien sind zudem die sogenannte Schlaf-Kopfstützen oder der bislang nur von Ford angebotene Türkantenschutz, der beim Öffnen der Tür automatisch ausfährt. Basismotorisierung ist der 1,4-Liter-Benziner mit 125 PS, die Preise starten bei 25.500 Euro.
Ssangyong Rexton
Bei den Koreanern steht die Neuauflage ihres Flaggschiffs Rexton an. Das große SUV klassischen Zuschnitts orientiert sich optisch an der in Paris gezeigten Studie LIV-2 (im Bild), für den Antrieb kündigt Ssangyong neben einem Benziner einen Diesel mit 181 PS, der mit einer Siebengang-Automatik von Mercedes kombinierbar ist. Preise sind noch nicht bekannt.
Toyota C-HR
Optisch schnittig, gut ausgestattet und technisch auf der Höhe: So will Toyota als Spätstarter mit dem C-HR in der Mini-SUV-Klasse an die Spitze fahren. Der ab Januar ausgelieferte, 4,36 Meter lange Crossover ist dezidiert auffällig gestaltet. Die zerklüftete Front, das zum Heck in abfallende Dach und die stark konturierten Seitenflächen hätte man bisher höchstens von der Premiumtochter Lexus erwartet. Auch das Cockpit mit dem asymmetrischen Zentralbildschirm setzt für die Marke ungewöhnlich eigensinnige Akzente. Das Mini-SUV verfügt in der Basisversion über einen 116 PS starken 1,2-Liter-Turbobenziner, der mit Front- oder Allradantrieb kombinierbar ist. Alternativ ist ein Hybridantrieb zu haben. Die Kombination aus einem 1,8-Liter-Benziner und einem 72 PS starken Elektromotor kommt zusammen auf 122 PS. Den Verbrauch dieser Variante gibt der Hersteller mit 3,8 Litern an, der Preis beträgt 27.390 Euro.
Volvo XC60
Die Schweden arbeiten weiter mit Tempo an der Erneuerung der Modellpalette. Als nächstes steht die Neuauflage der 60er-Reihe an, die 2017 zunächst mit dem Mittelklasse-SUV XC60 (im Bild das aktuelle Modell) beginnt. Zu erwarten ist ein Design im Stil der 90er-Modelle, von denen auch Bedienkonzept und Assistenzprogramme übernommen werden.
Volvo XC40
Wie es in näherer Zukunft weiter geht, zeigt der XC40, das neue Kompakt-SUV der Marke. Bislang existiert von dem Nachfolger des V40 Cross-Country allerdings nur die im Bild gezeigte Studie 40.1. 2018 soll der Umbau des Portfolios dann mit den Nicht-SUV-Varianten S60/V60 und V40 abgeschlossen werden.
Die CES, die Consumer Electronics Show in Las Vegas (5.-8. Januar) ist vor diesem Hintergrund zu einer der wichtigsten Messen auch für die Autoindustrie weltweit geworden. Mit rund 3800 Ausstellern aus aller Welt platzt sie im 50. Jahr ihres Bestehens jedenfalls aus allen Nähten - so sehr, dass beispielsweise BMW seinen Ausstellungspavillon vor dem Messegelände aufschlug.
Die Autofirma Faraday Future, die Anbietern von Elektrofahrzeugen wie Tesla Konkurrenz machen will, hat ihr erstes Produktionsmodell vorgestellt. Der Wagen mit der Bezeichnung FF91 soll ab 2018 ausgeliefert werden, wie Entwicklungschef Nick Sampson am Dienstag vor Beginn der Technik-Messe CES in Las Vegas ankündigte.
Foto: REUTERSFaraday Future hatte schon bei der vorherigen Auflage der Technik-Show vor einem Jahr große Erwartungen geschürt - dann aber nur ein realitätsfernes Sportwagen-Konzept gezeigt, den FFZero1.
Foto: APZuletzt war über Geldprobleme angesichts finanzieller Schwierigkeiten des wichtigsten chinesischen Investors spekuliert worden.
Foto: REUTERSMit Blick darauf beteuerte Sampson, Faraday Future werde allen Skeptikern zum Trotz weitermachen. Die Firma wolle eine Führungsrolle in einer „neuen Ära der Mobilität“ übernehmen.
Foto: APFF91 könne schneller von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen als jedes andere Auto weltweit, betont Faraday Future.
Foto: REUTERSBei einem Live-Vergleich in der Halle in Las Vegas war das Fahrzeug 0,01 Sekunden schneller als der bisherige Rekordhalter, Teslas Model S.
Foto: REUTERSFaraday Future will den FF91 mit über 30 Sensoren für autonomes Fahren ausstatten und demonstrierte eine automatische Einparkfunktion, bei der sich der Wagen selbst eine freie Stelle auf einem Parkplatz sucht.
Foto: REUTERSAuch andere Hersteller entwickeln solche Systeme. Einen Preis nannte Faraday Future nicht, Vorbesteller werden aber zunächst 5000 Dollar hinterlegen müssen.
Foto: REUTERSDer Elektro-SUV ist über 1.000 PS stark und protzt mit reiner Wahnsinns-Reichweite von über 600 Kilometer.
Foto: APIm Vorfeld der Messe hatte FF mit unzähligen Teaserfotos und kurzen Videos in den Sozialen Medien um Aufmerksamkeit gekämpft. Die hat das Unternehmen aber auch aus anderen Gründen bekommen: Laut einem Bericht des US-Tech-Portals „The Verge“ haben zwei Top-Führungskräfte Faraday Future kurz vor der Premiere des FF 91 verlassen.
Foto: APDabei soll es sich um Markenchef Marco Mattiacci und Marketingchef Jörg Sommer handeln. Mattiacci kam erst vor rund einem halben Jahr zu Faraday Future und war zuvor für Ferrari tätig – unter anderem als Chef von Ferrari Nordamerika, aber auch als zwischenzeitlicher Chef des Formel-1-Teams. Jörg Sommer wechselte erst vor einem Vierteljahr von VW zu FF. Die beiden kurzfristigen Abgänge werfen Schatten über die Premiere des Elektro-SUV – gerade in Mattiacci wurden große Hoffnungen gesetzt, dass er die finanzielle Situation verbessern könnte.
Foto: REUTERS
„Die CES ist eine Riesenbörse für Technologie-Unternehmen aller Art. Die Dichte an interessanten Ansprechpartnern ist enorm“, beschreibt Fröhlich den besonderen Reiz der Show für ihn und seine Kollegen aus der Fahrzeugindustrie. Die Weiterreise zur North American International Auto-Show in Detroit, die jahrzehntelang den Jahresreigen der Automessen eröffnete, spart er sich deshalb in diesem Jahr, obwohl dort in der kommenden Woche der neue 5er-BMW Weltpremiere feiert: Die Zukunft der Autoindustrie wird inzwischen in Las Vegas definiert.
Autos als rollender Kleingarten
Hier präsentiert folgerichtig Faraday Future erstmals seinen neuen, 1000 PS starken Elektro-Supersportwagen FF91. Und Mercedes nutzt einen 600 Quadratmeter großen Messestand, um das Auto aufwändig als digitalen Erlebnisraum neu zu inszenieren: „Das Auto der Zukunft“, dozierte bei der Eröffnung Ola Källenius als frischgebackener Leiter der Konzernforschung und Vorstand für die Entwicklung bei Mercedes Cars, „muss vernetzt, autonom sowie emissionsfrei sein und die Möglichkeit für Shared Mobility bieten“ - in Zukunft sollen sich nicht nur die Mitglieder eines Familienverbundes ein Fahrzeug teilen und so intensiver nutzen als bisher. Autonom fahrende Autos könnten selbst Kleinkinder zum Kindergarten oder Greise zur Krankengymnastik bringen, ohne dass andere Verkehrsteilenehmer Angst um ihr Leben haben müssen.
Michael Mauer, Designchef des Volkswagen-Konzerns, sieht deshalb im Gegensatz zu manchen Skeptikern mit dem Bau der ersten vollautomatisch fahrenden „Auto-Bots“ auch nicht das Ende seiner Branche eingeläutet, sondern erwartet im Gegenteil eine Renaissance des Automobils: Wenn Autos mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, neuronaler Netze und geballter Rechenpower keine Unfälle mehr bauen und durch die Elektrifizierung des Antriebs viele raumzehrende Bauteile wegfallen, lassen sich die Innenräume der Fahrzeuge nicht nur großzügiger gestalten, sondern auch ganz anders nutzen - beispielsweise als Fitnesscenter, als Büro oder auch als exquisites Wohnzimmer auf Rädern, mit Ruhesesseln, Bücherregal und einer Ablage, auf der Moos sprießt.
In eine ähnliche Richtung dachte wohl der Schweizer Auto-Visionär Frank Rinderkecht, der auf dem Stand des Netzwerk- und Akustik-Spezialisten Harman ein Konzeptauto präsentiert, das als rollender Kleingarten für den Großstadtdschungel daher kommt: Hinter der Windschutzscheibe des elektrisch betriebenen Kleinwagens wachsen Radieschen und sprießen Bonsai-Bäumchen.
Dazu passt dann die Idee von Harman selbst, Frontscheibe und Seitenfenster als Projektionsflächen zu nutzen: Sobald das Auto in den Selbstfahrmodus wechselt, dunkeln die Glasflächen komplett ab. Die Insassen haben dann nicht mehr das Gewusel auf der Straße vor Augen, sondern beispielsweise einen plätschernden Gebirgsbach oder das Herbstlaub eines Waldes. Dazu wird über die Lautsprecher Vogelgezwitscher eingespielt oder das sanfte Säuseln des Windes. Am Ziel angekommen, wird man ein solches Auto nicht mehr verlassen mögen. Und sicher auch nicht mit Fremden teilen wollen.