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Autobauer auf Rekordkurs Toyota profitiert vom schwachen Yen

Toyota verdiente im vergangenen Jahr rund 90 Prozent mehr. Als erster Autobauer knackte der Konzern zudem die Produktionsmarke von zehn Millionen Wagen - und lässt VW hinter sich.

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Lange Reihen von Toyota- und Chevrolet-Wagen warten auf ihre Verschiffung. Quelle: dpa

Toyota hat ein Jahr der Rekorde hinter sich. Der japanische Autobauer konnte nicht nur vom schwachen Yen profitieren und damit einen Rekordgewinn einfahren. Auch bei Produktion und Absatz können die Japaner sich sehen lassen. Zum Bilanzstichtag am 31. März konnte der Volkswagen-Rivale auf einen operativen Gewinn von umgerechnet rund 16,2 Milliarden Euro zurückblicken - ein neuer Rekord.

Doch damit nicht genug. Noch beeindruckender wird der Rekord, wenn man die Steigerung zum vorangegangenen Jahr betrachtet. Der weltgrößte Autokonzern stockte den operativen Vorjahresgewinn um 73,5 Prozent auf. Die gesamte Unternehmensgruppe, zu der auch der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors und der Kleinwagenbauer Daihatsu gehören, verdiente unter dem Strich umgerechnet etwa 12,9 Milliarden Euro. Ein Zuwachs des Nettogewinns zum Vorjahr von 89,5 Prozent.

Profitieren konnte der Konzern zum einen von der schwachen Währung, die die Autos des Japaners im Ausland billiger macht. Die Abwertung des heimischen Yen vor allem gegenüber dem Dollar in den vergangenen Monaten hat das Ausfuhrgeschäft mit Modellen wie dem Corolla und dem Prius lukrativer gemacht.

Diesen Aufwind verdankt die japanische Autoindustrie den "Abenomics" genannten wirtschaftlichen Reformen von Premier Shinzo Abe. In deren Rahmen war unter anderem die Geldpolitik gelockert worden. Der Yen wertete infolge dessen gegenüber anderen Währungen massiv ab und brachte exportstarken Unternehmen wie Toyota, aber auch Honda oder Sony Vorteile.

Hinzu kamen Kostensenkungen im Konzern und eine Investitionsbremse: Anders als viele Konkurrenten will Toyota in den kommenden Jahren nicht in neue Werke investieren. Die bestehenden Fabriken sollen stattdessen effizienter in der Produktion werden. Trotzdem sind die Analysten enttäuscht.

Pessimistische Prognose

US-Behörde untersucht Dodge wegen Wegrollgefahr
Behörde untersucht weitere Fiat-Chrysler-Wagen Quelle: AP
BMW ruft Autos zurück Quelle: dpa
Toyota - Millionen fehlerhafter AirbagsToyota ruft weltweit weitere 5,8 Millionen Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit Airbags des Zulieferers Takata zurück. In Europa müssten 1,47 Millionen Autos zurück in die Werkstätten, teilte der japanische Konzern am Mittwoch mit. Allein in Deutschland seien knapp 118.000 Fahrzeuge betroffen. Dabei geht es unter anderem um die Modelle Corolla und Yaris, vorwiegend älterer Baujahre, sagte ein Sprecher. In Japan sollen die Besitzer von rund 1,15 Millionen Fahrzeugen in Werkstätten vorstellig werden. Weltweit haben Autohersteller bereits mehr als 100 Millionen Autos zurückgerufen, um die fehlerhaften Airbags auszutauschen. Quelle: dpa
VW und Audi rufen wegen Feuergefahr 281.000 Autos in USA zurück Volkswagen ruft 281.500 Fahrzeuge in den USA wegen möglicher Brandgefahr zurück. Es geht Fahrzeuge der Marken VW und Audi, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens an die Börsenaufsicht vom 7. Oktober hervorgeht. Bei den Fahrzeugen könne in Folge von Lecks Benzin austreten und Feuer ausbrechen. Allerdings seien entsprechende Vorfälle noch nicht berichtet worden. Auch habe es keine Verletzten gegeben. Quelle: dpa
Fiat Chrysler ruft fast zwei Millionen Fahrzeuge zurück Quelle: dpa
General Motors ruft über 4 Millionen Fahrzeuge zurückGeneral Motors ruft wegen eines Defekts an der Airbag-Software weltweit mehr als vier Millionen Fahrzeuge zurück. In seltenen Fällen könne der Bordcomputer in den Testmodus umschalten, erklärte der US-Autobauer am Freitag in Detroit. Die vorderen Airbags würden dann im Fall eines Unfalls nicht auslösen. Auch die Sitzgurte funktionierten möglicherweise nicht. Der Fehler werde mit mindestens einem Todesfall und drei Verletzten in Verbindung gebracht. GM werde die betroffenen Kunden informieren und die Software kostenfrei aktualisieren, teilte das Unternehmen mit. Der Rückruf der 4,28 Millionen betrifft unter anderem bestimmte Modelle von Buick, Chevrolet und Cadillac der Modelljahre 2014-2017, allein 3,6 Millionen davon in den USA. Quelle: dpa
Mazda ruft 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück Mazda ruft wegen Problemen mit der Heckklappe weltweit 2,2 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Rostschutzlackierung der Heckklappenaufhängung sei nicht ausreichend, erklärte der japanische Autohersteller am Donnerstag. Im Laufe der Zeit könne daher mit Streusalz vermischtes Wasser dazu führen, dass die Aufhängung bricht und die Heckklappe abfällt. Berichte über Unfälle oder Verletzte lägen jedoch nicht vor. Der Rückruf betrifft bestimmte Modelle des Kompaktwagens Mazda 3 der Jahrgänge 2010 bis 2013 sowie Vans des Typs Mazda 5 von 2012 bis 2015. Ebenfalls betroffen sind bestimmte Modelle des CX-5 von 2013 bis 2016 und des SUVs CX-3 von 2016. Händler tauschten beide Aufhängungen aus, erklärte Mazda. Kunden erhielten noch im September oder im Oktober nähere Informationen. Quelle: dapd

Zwar stieg der Umsatz laut Toyota-Chef Akio Toyoda um 16,4 Prozent, 9,98 Millionen Fahrzeuge konnten rund um die Welt abgesetzt werden. Das waren rund 245.000 Stück mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Einen weiteren Rekord knackten die Japaner bei der Produktionsmarke. Rund 10,1 Millionen Autos rollten vom Band, so viele wie noch bei keinem Autobauer zuvor. Auch beim Absatz soll die 10-Millionen-Schallmauer noch in diesem Jahr durchbrochen werden.

Toyota will außerdem auch seinen Rekordgewinn im laufenden Jahr nochmals um weitere 0,3 Prozent auf 2,3 Billionen Yen aufstocken. Der Nettogewinn dürfte bei einem in etwa gleichbleibenden Umsatz indes leicht um 2,4 Prozent auf 1,78 Billionen Yen nachgeben, prognostiziert der Konzern in gewohnter Zurückhaltung.

Die Japaner legen für die pessimistische Prognose einen Wechselkurs von 100 Yen zum Dollar sowie von 140 Yen zum Euro zugrunde. Damit enttäuschte der Konzern die Märkte, denn Experten hatten eigentlich mit einem Plus von 7,4 Prozent gerechnet.

Konzernchef Toyoda steht nun vor der Herausforderung, das Wachstum des Konzerns trotz widriger Umstände voranzutreiben. Denn in Japan schrumpft der Automarkt. Zudem dürfte eine Erhöhung der Mehrwertsteuer Kunden von Käufen abschrecken. Auch neue Toyota-Modelle lassen auf sich warten.

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Zuletzt hatte Toyota im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres unter dem Strich einen Gewinnrückgang von 5,4 Prozent auf 297 Milliarden Yen verbucht, während sich der operative Ertrag um 13,2 Prozent auf 436,1 Milliarden Yen verringerte. Der Umsatz erhöhte sich dagegen deutlich um 12,5 Prozent auf 6,57 Billionen Yen. Der Erzrivale Volkswagen ist dagegen mit einem Gewinnsprung im ersten Quartal ins Jahr gestartet.

Das Rennen der Auto-Giganten bleibt also spannend. Bis zum Jahr 2018 will der VW-Konzern vor Toyota und General Motors (GM) der weltgrößte Autobauer sein.

Der Absatz gilt in der Branche als prestigeträchtig. 2013 lag nur noch Toyota vor den Wolfsburgern, die sich beim Fahrzeugabsatz mit insgesamt 9,73 Millionen Einheiten knapp an dem US-Rivalen GM vorbeigeschoben hatten. Wie sich Toyotas Massenrückruf von Anfang April auf die weiteren Geschäfte auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Der Branchenprimus musste 6,39 Millionen Autos (davon etwa 92.000 in Deutschland) in die Werkstätten beordern, weil Probleme an verschiedenen Bauteilen aufgetreten waren.

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