Autobauer Daimler ist das Rekordergebnis nicht genug

Das Jubiläumsjahr war für Daimler ein Rekordjahr. Der Autobauer will aber mehr. Vorstandschef Zetsche will in allen Bereichen eine Spitzenposition einnehmen. Analysten kalkulieren da vorsichtiger.

Daimler-Chef gibt sich selbstbewusst

„In Summe haben wir das Jubiläumsjahr auch zum Erfolgsjahr für Daimler gemacht“, zog Vorstandschef Dieter Zetsche Bilanz.  „Jetzt arbeiten wir mit allen Kräften daran, diesen Erfolg fortzusetzen und wie geplant die Zielrenditen ab dem Jahr 2013 nachhaltig zu erreichen“, sagte der Daimler-Chef auf der Jahrespressekonferenz eingerahmt von einem roten Sportwagen und einer neuen Mercedes-Benz B-Klasse. Mit diesem Kompaktwagen will Daimler verlorenes Terrain gutmachen, weitere kompakte Modelle sollen in diesem Jahr folgen und einen weiteren Rekordabsatz möglich machen.

Diese Modelle hat Mercedes im Programm
Der kleinste Benz im Programm ist die A-Klasse. In dieser Form wird es den Golf-Konkurrenten aber nicht mehr lange geben: Mit der neuen Generation, die Anfang März in Genf vorgestellt wird, verabschiedet sich Mercedes von der Sandwich-Bausweise und macht aus der A-Klasse einen gewöhnlichen Kompaktwagen. Quelle: dpa-tmn
Seit Herbst 2011 ist die neue B-Klasse im Handel. Der Komaptvan hat den Sandwichboden behalten - darin sollen später Brennstoffzellen untergebracht werden. Quelle: obs
Die günstigste C-Klasse ist ab 32.700 Euro erhältlich. Mit einem stärkeren Motor und entsprechender Ausstattung ist aber auch ein deutlich höherer Preis drin. Das scheint die Kunden aber nicht zu stören, denn die C-Klasse ist nach wie vor eines der meistverkauften Modelle der Schwaben. Quelle: dapd
Auch wenn es der Rangfolge der Baureihen nicht passt, kommt nach C eben der CL. Das große Coupé auf Basis der S-Klasse ist nur mit Acht- und Zwölfzylindern zu haben. Das gehört zum Luxus des Modells einfach dazu. Genauso wie der Preis von mindestens 120.000 Euro. Quelle: Daimler
Mit der ersten Generation des CLS hat Mercedes ein neues Fahrzeugsegment erfunden: das viertürige Coupé. Für viele bleibt er trotz dieser Bezeichnung auch in der zweiten Generation einfach eine elegante Limousine. Quelle: Mercedes
Das D lassen die Schwaben noch aus, weiter geht es mit der E-Klasse. Das aktuelle Modell mit dem typischen Vier-Augen-Gesicht ist seit 2009 auf dem Markt. Quelle: dpa
Die CLK-Baureihe hat Mercedes eingestampft, seit 2010 firmieren Coupé und Cabrio auch als E-Klasse. Sie tragen zwar beide eine von Limousine und Kombi eigenständige Frontpartie, sind aber sofort als Teil der Baureihe zu erkennen. Quelle: PR
Das Urgestein von Mercedes: die G-Klasse. Der ursprünglich als reiner Geländewagen konstruierte G hat sich in den Jahren des SUV-Booms zu einem teuren Lifestyle-Wagen gewandelt. Quelle: Daimler
Die Präsentation des GL ist jetzt auch schon ein paar Jahre her. Im Herbst kommt ein Facelift auf den Markt, mit dem Motoren und Design des größtenteils für den amerikanischen Markt gedachten SUVs an den aktuellen Stand der Dinge anzupassen. Quelle: ap
Wem die 5,09 Meter des GL zu viel sind, der hängt noch ein K an und bekommt den kompakten GLK. Quelle: dpa
Bereits in der dritten Generation hat Mercedes den ML im Programm. Mit diesem Modell haben die Schwaben den SUV-Boom mit angeschoben. Die direkten Konkurrenten aus München und Ingolstadt zogen erst Jahre später nach. Quelle: dpa
Die R-Klasse konnte sich in Europa nie so richtig durchsetzen. Sie war aber auch von vorne herein für den amerikanischen Markt konzipiert. Quelle: dpa
Die luxuriöse S-Klasse befindet sich in ihrem vorletzten Lebensjahr. Ab Ende 2013 kommt die neue Generation - die dann auch gleich den noch luxuriöseren Maybach mit ablösen wird. Denn der wird mangels Erfolg eingestellt. Quelle: dpa-tmn
Der SL ist der große Roadster der Schwaben. Für den Sommer 2012 schickt Mercedes eine brandneue Modellgeneration ins Rennen. Dieser soll - neben stärkeren und zugleich sparsameren Motoren - auch durch sein frische Aussehen punkten. Quelle: Reuters
Wie beim GL gilt: Mit einem K hinten dran wird das Auto kleiner und bezahlbarer. Der SLK mit einem Klappdach war Ende der 1990er ein Trendsetter - inzwischen ist auch BMW beim Z4 vom Stoff-Faltdach auf ein Klappdach umgestiegen. Quelle: dapd
Am Ende der Namensgebung bei Mercedes steht der SLS. Der eigens von AMG entwickelte Sportwagen wurde 2009 als Coupé vorgestellt, inzwischen ist er auch als Roadster erhältlich. Auf die faszinierenden Flügeltüren des 571 PS starken Coupés muss der Roadster aber logischerweise verzichten. Quelle: ap

Insgesamt lag der Gewinn nach vorläufigen Zahlen bei 6,0 Milliarden Euro, der Umsatz bei 106,5 Milliarden Euro. 2010 hatten das Ergebnis noch 4,7 Milliarden und der Umsatz 97,8 Milliarden Euro erreicht. Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart trug mit einem Verkaufsrekord von 1,38 Millionen Fahrzeugen zum Großteil zu dem guten Ergebnis bei. Auch der Umsatz der Sparte erreichte einen Höchststand von 57,4 Milliarden Euro und trug damit mehr als zur Hälfte zum Gesamterlös bei.

Wie Daimler weiter wächst

„Diese Leistung zeigt, dass unser Konzern mit seinem breiten Portfolio von Pkw, Trucks, Vans, Bussen und Finanzdienstleistungen strategisch sehr gut aufgestellt ist“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Doch das reicht dem Boss nicht. 2020 will er mehr Pkw, Trucks, Busse und Vans verkaufen als die anderen Premium-Hersteller. Wie viel genau, sagte er allerdings nicht. Es blieb bei einem vagen: „Wir wollen in all unseren Geschäftsfeldern die Spitzenposition.“ Der Konzern-Chef sieht vom Kleinwagen bis zum Geschäftsbereich Finanzdienstleisterungen noch Luft nach oben. Der direkte Vergleich mit den Wettbewerbern zeige ihm: „Einige schöpfen bereits aus, was wir noch heben werden.“

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